Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite ü (SliMKINDKBLATT DKR ISRAKLITISCIIEN RELIOIONSOBMEINDE ZU LEIPZIG Nummer forderlichen Mitteln fehlt. — Herr Dr. Deutichländer unterstrich In seinen Ausführungen besonders den warmen Appell der Referentin und betonte, dafl die Dringlichkeit der Aufnähe den für die Organisation arbeitenden Persönlichkelten den Mut und die Hoffnung gebe, es werden, trotz der herrschenden wirtschaftlichen Schwierigkelten, genügend Kritte für die Größe der Not, der hier gesteuert werden soll, freigemacht werden. Ks handelt sich um eine Arbeit, die, im Hinblick auf ihren rein sozialen Zweck, von allen Richtungen im Judentum In gleicher Weise unterstützt tu werden verdient, denn es handelt sich darum, Menschen, jüdische Menschen, vor der sittlichen Vernichtung zu bewahren, — Geleitel wurde der Abend durch Frau Bettina Brenner, Vorsitzende des jüdischen Frauenbundes, die den Referenten den Dank der Anwesenden für die außerordentlich wertvollen Aufklärungen aussprach und die Bitte um tatkräftige Förderung des bedeutsamen Werkes eindringlich unterstrich, Es steht zu hoffen, daß der Abend dem Beth-Jakob- Werke eine große Zahl gebefreudiger Förderer verschafft hat und weiterhin verschaffen wird. Aus dem Gemeindeamt Errirhtiag von Grabsteinen. Wie es den Gemeindemitgliedern wohl als selbstverständlich erscheinen wird, enthält sich die Gemeindeverwaltung jeder Einflußnahme auf die Vergebung von Aufträgen zur Herstellung von Grabsteinen. Dies festzustellen, hat der (■emeindevoratand Veranlassung, well Ihm mitgeteilt worden ist, dafl ein Steinmetzmeister hei der Bewerbung um Autträge sich auf die Gemeinde besieht und vorgibt, von ihr geschickt zu sein. Um gegen solches unlauteres Vorgehen einschreiten zu können, wären nähere Mitteilungen au das Gemeindeamt erw ünscht. Fahrpreisermäßigung lugnasten der Jugendpflege. Die Deutsche Reichsbabngesellschafl „Reichsbahndirektion Dresden" hat dem Landeswohlfahrt s- und Jugendamt folgendes mitgeteilt: „Wir teilen mit. dafl nach Abschlufl der Verhandlungen in der Ständigen Tarifkommission nunmehr die Änderung des Tarifs durchgeführt wird, wonach die Geltungsdauer der behördlichen Bescheinigung Ober die Anerkennung der Jugendpflegevereine auf zwei Kalenderjahre - zunächst versuchsweise — festgesetzt wird. Die für das Kalenderjahr lb"j!> den Jugendpflegevereinen ausgestellten Bescheinigungen auf hellblauer Karte behalten sonach auch im Kalenderjahr 1030 ohne weiteres (iiiltigkoit. Auch bei Neuanerkenliungen bis zum Ablauf des nächsten Jahres ist die hellblaue Karle »eiler zu benutzen. In solchen Fällen behält die Karte ebenfalls nur bis längstens 31. Dezember 1030 Galligkeit. Für 1881/82 wird die Bescheinigung unter Beibehaltung des bisherigen Farbenwechsels auf weißer und für lii:t:i H4 wieder auf hellblauer Karte verlangt «erden. Die behördliche Anerkennung ist nach wie vor Voraussetzung für die Gewährung der GOprozentlgen Fahrpreisermäßigung, worauf wir ausdrücklich hinweisen. Gleichseitig mit der V erlängerung der Geltungsdauer der behördlichen Bescheinigung wird «1er Tarif dahin geändert, daü die Ausstellung des FQhrerausweises nicht mehr von der Behörde verlangl und. sondern hierzu der Vereinsleiter berechtigt ist. Ks bedarf dann nur noch der Beglaubigung des Ausweises mit Lichtbild durch die Gemeindebehörde (Jugendamt). Bis zur Herstellung der neuen Vordrucke, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird, mufl der Führerausweis noch durch die Anerkennungsbehörde ausgestellt werden. Wir werden über den Zeitpunkt ib-r Durchführung dieser Änderung seinerzeit weitere Nachricht geben." LeibexMbanges und lag.....IpflcKc im Freistaat Sachsen. Das Landeswohlfahrts- und Jugendami beabsichtigt, ein Heft herauszugeben, das die seil Bestehen des Freistaates Sachsen erlassenen Gesetze und Verordnungen in Fragen der Jugendp f I e g ,■. ,| e i L •■ Ibes ü b u ngen, des Hei m - und 0 bungsstättenbaues, sowie steuerfragen der Jugendpflege und Leibesübungen treibenden Verbinde enthält. Das Heft soll für den DER ANKER kumnum versiciiepiinosaktien - Gesellschaft gegründet 1838 Generalvertretung J. Sprechmann Leipzig C t, YorkstraOe 9, Telephon 28693 4eftran«et 1858 Handgebrauch geeignet sein. Der Einzelpreis wird etwa 1 M. betragen, bei Sammelbestellungen werden Sonderpreise berechnet. Das Gemeindeami der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig ist bereit. Bestellungen auf das Hefl entgegenzunehmen. Neue Bücher Theodor Lessing. Dämonen. Berlin Iii») (Verlag Oesterheld & Co.). Zu den beiden Büchlein ..Meine Tiere" und „Meine Blumen", die Tausenden einen reinen, anregenden Genug bereitet haben, gesellt Theodor Lessing dieses neue: Dämonen, ..Drei BIQten am Stamm selben Lebens", sagt er selber. Aber doch dieses um vieles anders als die anderen. Von Tieren und Blumen spricht der Philosoph gewIB such aus dichterischer Intuition. Diese aus Jugendlicher Niederschrift (85 Jahre surflekliegend) wieder aufgenommene Dichtung kleidet die besinnlichen Gedanken such in die dichterische Form. Und: Mai; man die Betrachtungen Ober Tiere und Blumen wie Plaudereien hinnehmen, die „Dämonen" sind Philosophie, nur Philosophie. Sie sprechen von den tiefsten Dingen des Menachenseins. Gleichnis ist alles, was wir tun und was initiier wir reden. Auch dieses Wert „Dämonen" ist Gleichnis; es nennt die aufbauenden Elemente des Lebens, immer im Hilde der Gleichnisse. ..Das Wasser als Kleinem der Seele. Die Flamme als den geistigen tiott. Den Act her als den allverknüpfenden Hauch. Die Erde als Mutter der Bilder." Diese Urelemente bauen das All auf. In sie und Ihr Wesen eindringend, erhalten wir AufschluO auf die Prägen des Lebens; Was ist der Sinn des Lebens? Mindere die Not! Wohin reicht das Erkennen? „Erkennen kannst du nur. was du bist." „Auf Gleichgewicht gründet das Sein. Das Bedrohende ist auch das Rettende, Not ist die Triebfeder zur Abstellung Ihrer selbst, wie der Atem unterhalten w ird durch die beständige Gefahr su ersticken." Die Bttlle der tiefsten Erkenntnisse, In der Perm der Gleichnisse auf knappste Kenn gebracht, bißt sieh nur andeuten. Aber es darf gesagt werden: Niemand, der Freude empfinden kann am dichterisch Schönen, und der bereit ist. in die Fragen des Lebens hineinzuleuchten, wird Leasing« Buchlein ohne reichste Anregung lesen. o Dr. Samuel (iriinlierg (Vorsitzender des Weltverbandes der Schottin1 Schabbos). Die Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Heiligung des Sabhath. Berlin 1828. Herausgegeben vom Weltverband der Schomre Schabbos. Die Frage der Heilighaltung des Babbath ist in neuester Zeit eine Frage von gröBter Bedeutung geworden. Die wirtschsetlichen Verhältnisse, die sieh in den letzten Jahren so sehr sugespitst haben, mußten naturgemäß auch auf die Möglichkeit der Siihhalhheiligung Von stärkstem Kitifluß sein. Die vorliegende Veröffentlichung Dbergibt einer breiteren Oeffentlichkeit das Referat, das der Dozent, Dr. S. Grünberg, ge legentlich der im Frühling d. .Uns. auf der Tagung der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands, su dieser Krane gehalten hat. Nach einer längeren historischen Betrachtung Uber die durch gesetzlich.....ler wirtschaftliche Verhältnisse in früheren Zeilen bedingten Voraussetsungen für die Babbathheillgung, schildert der Referent die tiefgreifenden Einwirkungen, die sieh seit dem Aufschwünge der Tec hnik auf allen Gebioten beruflicher Betätigung geltend machen. Kr kann nicht umhin, zuzugestehen, daß mit jedem Tage ..mehr Geschäfte sieh gezwungen sehen, am Sahhalh offen zu halten", und. daß demgemäß die Babbathheillgung für die Angestellten und Arbeitnehmer in gleicher Weise, von Tau zu Tag, sieh schwieriger gestaltet. Kr prüft dann die Kraue, in welcher Weise hier Abhilfe geschaffen werden kann. Mit Recht weist er den Vorschlag, den eine prominente iädische Persönlichkeit strengster Richtung empfohlen hat. zurück: ...luden haben keine Fabrikanten zu sein, müssen nicht Kaufleute und Bankiers sein, sollen nicht Angestellte und Voyageurs werden, dürfen nicht die Beamtenkarriere einschlagen, auch nicht freie Berufe ergreifen. Schuster und Schneider sollen sie werden. Sie könnten dann hinter geschlossenen Läden und verhängten Fenstern trotz Bonntagsruhegeseta am Bonntag arbeiten und den Jüdischen Babbath richtig feiern, wobei dann noch der grofle Nutzen sieh ergibt, daß jüdische Kinder kein profanes Wissen sich aneignen werden, nicht einmal die Landessprache ausgiebig pflegen müssen."..■ Dagegen sieht er ein erhebliches Mittel zur Beseitigung der Nöte in der (Jründiiiur des Well Verbandes Schomre Bchabbos und erhofft eine für den Babbath fördernde Wirkung vom Fortschrelten der Weekend-Bewegung. Wir vermissen in den sonst recht beachtenswerten Ausführungen den gar nicht ernst und eindringlich genug su wiederholenden Mahnruf au diejenigen Glaubensgenossen, denen es gelingt, als Arbeitgeber, auch unter heutigen Verhältnissen, das Gebot des Babbath zu beachten, daß sie im weitest möglichen Umfange Angestellte und Arbeitnehmer aus denjenigen Kreisen der .luden wählen, denen die ■trenge Beachtung des Babbath Gewissenssache ist und nicht minder, daß Jeglicher Ausnutzung derartiger Angestellten, wie sie .....h häufig genug vorkommt, ein Binde bereitet wird. -n. Monatsschrift für (ieschirhte und Wissenschaft des Judentums. November—Dezember 1828. Das Dczcmhcrhcft enthält eine ganze Reihe von Beiträgen aus den Verschiedensten Gebieten jüdischen Wissens von der Hibclwissen-