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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-12-31 · 53 (31.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
53 (31.12.1926)
Date
1926-12-31
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 53 GEMEIN1DEBLATT DEB ISRAELITISCHEN RELIGT0N9GEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 ein. Sodann berichtete der Vorsitzende in der Frage der Abgrenzung des Bereiches des Mitteldeutschen Rabbinerverbandes über die let/n- Tagung in Berlin, auf der durch seine Anregung nach langen Debatten endlich der Berliner Rabbinerverband gegründet wurde. Über die Abgrenzung der beiden Vereinigungen wird eine Kommission, bestehend aus dem Vorsitzenden und den Leipziger Kollegen Goldmann und Cohn, in der nächsten Woche beraten. Diese Kommissin wird auch weger der Beiträge Vorschläge machen. Darauf hielt Kollege Goldmann einen liefgrttndigen, inhallsrtichen Vortrag über jüdische Dogmen, der mit großem Beilall aufgenommen wurde, und an den sidi eine lebhafte Aussprache anschloß. Mit herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden, namenllidi an den letztgenannten Kollegen, für die geistige Anregung und an Frau Dr. Goldmat n für die überaus liebevolle gastfreundliche Aufnahme wurde die Tagung geschlossen. Die nächste Zusammenkunft soll am 8. VI. in Dessau stattfinden. Aus anderen Gemeinden und Verbänden Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Im Jahre 1917 veröffentlichte Franz Rosenzweig, ein Schüler Hermann Cohens eine Abhandlung: „Zeit ist's. Ged?nken über das jüdische Bildungsproblem des Augenblicks. An Hermann Cohen". Fr wies darauf hin, wie dringend notwendig die Schaffung eines jüdischen Forsdiungsinstitutes sei, das bestimmt sein sollte, die jüdischen Gelehrten zusammenzuschließen und die Aufgaben zu formulieren, deren Erfüllung eine dauernde Pflege der Wissenschaft des Judentums verbürgt. Hermann Cohen nahm sofort den Gedanken der Gründung einer Akademie für die Wissenschaft des Juden<nns auf; er vereinigte einen kleinen Kreis von Freunden cl s Akademiegedankens um sich, die nun werbend die Ausfüh. ang des Planes vorbereiteten. Mitte 1919 nahm die Organisation feste Gestalt an. Es wurde eine wissenschaftliche Körperschaft konstituiert, die einen Organisations und Arbeitsplan für das Forschungsinstitut aufstellte, und gesondert davon ein Verein, der die Finanzie rung durchzuführen Ubernahm. Der Akademie wurde die wissenschaftliche Aufgabe gestellt, die Erforschung des Judentums in seinen geschichtlichen, literarischen, religiösen, philosophischen und sprachlichen Ausdrucksformen zu fördern. Sie soll dahin führen, daß die Wissenschaft des Judentums, die, von wenigen Einzelleistungen abgesehen, das Durchschnittsniveau der artverwandten Wissenschaften zu erreichen nicht vermocht hat, zu diesem Durchschnitt und auf seiner Grundlage zu höheren Leistungen gelangt. Zu diesem Zwecke soll verheißungsvollen jungen Gelehrten als Mitarbeitern der Akademie die Möglichkeit zu ungehinderter Forschungsarbeit gebahnt werden. In den nun mehr als sieben Jahren hat die Akademie — wie der soeben erschienene Bericht für 1925 mitteilt — einen Stab von über 20 Wissenschaftlern mit Forschungsaufgaben betraut, die zum Teil schon in wertvollen Publikationen vorliegen, zum Teil werden die Ergebnisse in Kürze der Öffentlichkeit übergeben. Leider muß der Bericht feststellen, daß „die Anzeichen, welche auf endgültige Überwindung der Inflationskrise hinzudeuten schienen, sich als trügerisch erwiesen haben." „Immer noch hat man von der Hand in den Mund leben müssen — ein verhängnisvoller, unerträglicher Zustand für eine Institution, die für den Fortgang eines so weit ausgreifenden Kulturwerkes und für die Existenz einer erheblichen Anzahl von Wissenschaftlern .. .Verantwortung trägt." Der Rechnungsbericht schließt in den Ausgaben für die Akademie mit etwa 73 000 Mark ab, denen an Beiträgen der Mitglieder des „Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums" nur etwa £6000 Mark gegenüberstehen. Der Bericht ruft alle Freunde des Instituts zur angestrengtesten Bemühung auf, daß gerade über die Krisenzeit hin Wandel geschaffen wird. Die Gründung eines Verbandes der österreichischen Kultusgetneinden vollzogen. Unter Beteiligung der Delegierten fast aller Kultusgemeiuden Österreichs fand die Konstituierung des Verbandes der israelitischen Kullusgemeirden Österreichs Matt. Trotz des Beschlusses der Wiener Kullusgemeir.de, sieh dem Verbände nicht anzusdiließen, waren die drei Präsidenten der Kuhusgen e r.de zu der konstituierenden Sitzung erschiene;-, und President Prof. Dr. Pick beglückwünschte die Vertreter der österreichischen Kultusgemeiuden zu ihrem Beginnen. Vizepräsident Dr. ürnstein begründete das aolehnende Verhalten der Majorität des Wiener Kultus. Vorstandes damit, daß durch ein Zusammenarbeiten mit de,, anderen Gemeinden die Einigkeit in der Wiener Kultusgemeinde beeinträchtigt werden könnte. Audi die inneren Einrichtungen der Wiener Gemeinde könnten durch einen Beitritt zu dem Verbände beeinflußt werden. Dennoch versicherte Dr. ürnstein den neugegründeten Verband der Syn pathie der Wiener Gemeinde und sagte ihm die wirksamste Unter Stützung zu. Namens der Zionistischen Fraktion des Kullusvorsiandes bedauerte Oberbaurat Siricker, daß die Zionislen durch die liberal-orthodoxe Mehrheil gezwungen seien, bei einem Zu sammenschluß der Juden Österreichs abseits zu stehen. In dem gleichen Sinne sprach Dr. Bader von der Vereinigung für soziale Tätigkeit. Dasßemeindeblart in jedem jüdiftöenfiaafe Qfe bahrte Qüaltröt iq 5 neue l!lie^>;. v gjv> i;?. VOMEUU-I5KÄNZLt H iN'5 COD.SO Bestellungen für feine Konditoreiwaren werden im Ladengeschäft, Augustusplatz oder durch Fernsprecher 20213 entgeg engenommen. Ernst Fischer

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