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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-12-24 · 52 (24.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
52 (24.12.1926)
Date
1926-12-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Aus anderen Gemeinden und Verbänden Gründung eines tleut^ch^n Komitees ..Pro Palästina" zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung. In Berlin wurde am 15 Dezember ein deutsches Komitee „Pro Palästina" konstituiert; führende Politiker und hervorragende Vertreter des deutschen Geisteslebens sind der Einladung zum Beitritt gefolgt. Erklärungen in diesem Sinne haben abgegeben: Der Preußische Ministerpräsident Otto Braun, der Preußische Kultusminister Prof. Dr. Becker, der Priisid nt des Reichstages Paul Loebe. Botschalter z D. Graf Bernstorli, M. d. R., Rabbiner Dr. Baeck. Geh. Kons storialrat Pro'. D. Dr. Sellin, Oskar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, Präsident des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) e. V,. der Staatssekretär der Reichskanzlei- Dr. Puender. Staatssekretär Dr. v.Schubert (Auswärtigs Amt), Staatssekretär Dr. Weissmann, Reichsminister a. D. Dr. Dernburg, AI d. K., Freiherr v. Richihofen, Ministerialdirigent im Auswärmen Amt, Prof. Dr. Albert Einstein, Thomas .Mann, der Preußische Bevollmächtigte /.um Reichsrai Ministerialdirektor Dr. B.ut der Hessische Bevollmächtigte zum Reichsrat Alinisterialr.il Dr. Edward, Frau Katharina v. Oneimb, Gouverneur a D Freiherl v Rechenberg, Geh. Jusii/rat Prof D. Dr. Kahl, AI. d. R„ Domkapitular Prälat Prof. Dr. Kaas, M. d. R, der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Kurt Blumenfeld, Generalkonsul Eu^en Landau, Pro!. D. Dr. H. Gressmanr., Reichskanzler a. D. Her mann Müller, M. d. R., Geh. Legationsrat Dr. R. Kuenzer, Hauptschriftleiter der „Germania", Georq Bernhard, Chefredakteur der „Vossischen Zeitung', Dr. Felix Pinner, Handels redakteiT des „Berliner Tageblattes", Geh. Regierungsrat Prof. Dr. W. Sombart, Dr. v. Kardorff, M d R., Kommerzienrat Konsul Dr. W. Sobernheim, Dr. R. Breidscheid, M. d. R.. Eduard Bernstein. M. d. R., Prof. Dr. 0. Hoetzsdi. M. d. R., Oeh. Konsisforialral Prof. D Dr. Kai! Budde, Geh.Justizrat Dr.b.c. A. Heilberg, Prof. Dr. Franz Oppenheimer, Oberregierungsrat Dr. IL Simons, Direktor der Deutschen Il-ichschuie für Politik, Leyationsrat Prof. Dr. M. Sobernheim, Prof. D. Dr. J. V. Bredt, M. d. R„ Prof. Dr. Waller Schücking, M. d. R. Ferner waren in dnr konstituierenden Sitzung anwesend r G ■ S C H B X E FÜR ALLE GELEGENHEITEN! «Juwelen, Uhren, Sch luck Ech? silberne Bestocke 800 gesf. Schwer versilberte Bestecke ÖOer Auflage Komplette Ausstattungen - - Einzelteile empfiehlt zu konkurrenzlos billigen Preisen Max Singer, S^wäS Ruf 27327 Eigene Warkstätte - Oegr. 1906 Plauensche Str. 2 (KeRenüDer der Texlil-Uesellsdiait) Reparaturen an Uhren, Gold- und Silberwaren sorgfaltig, preiswert und schnell Umaibeitungen und Neuanfertigung von Schmuckstücken nach eigenen und gegebenen Entwürfen und haben zum großen Teil den Anschluß an das Pro Palastina- Komitee vollzogen: der Sächsische Bevollmächtigte zum Reichsrat Ministerialdirektor Dr. Poetzsch, der Rektor der Berliner Universität Prof. Auhagen, Prof. L. Stein, Ministerialdirektor de Haas vom Auswärligen Amt, der Direktor des Deutsehen Keren Hajessod Alfred Berger, der Direktor der Telegraphen- Union Dipi -iug. Gesell, der Sachs. Gesand»e Dr. Oradnaiier, Regierungspräsident Junghan, Graf Podewils, Dr. Sandler, Dr. Oskar Wolfisberg, Ministerialrat lickardt u a, m. Botschafter a. D. Graf BeftlStorH führte den Vorsitz. Der Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Puender, der in Verlretung des Reichskanzlers erschienen war, gab die Erklärung ab, er sei beauftragt, die besten Witnrehe des Reichskanzlers und der Reichsregierung zu überbringen und fügte hinzu, daß die Reichsregierung den Bestrebungen des Komitees Pro Palästina das lebhafteste Interesse entgegenbringt. In der über die Gründung herausgegebenen Mitteilung heißt es: „Das Komitee wird in der Oberzeugung,' daß der Aufbau der im Palästinamandat vorgesehenen Heimstätte für das jüdische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und i Gesittung Anspruch auf die deutschen Sympathien und die tätige Anteilnahme dtr deutschen Juden hat, bemüht sein, die deutsche Öifentiidikcit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Deutsch* iand und Palästina zu pflegen und allgemein die Erkenntnis zu verbreiten, daß das jüdische Aufbauwerk in Palastina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Oriems, für die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und für die Versöhnung der Völker ist." *v. Aus der Tätigkeit des HiKsvercins der deutschen Juden im Jahre 1926. Die Fürsorge des Hilfsvereins der deutschen Juden galt im Jahre 1926 iin besonderen Maße den Emigranten aus dem Osten, die Deutschland durchzogen, um vo.i deutschen Häfen oder Häfen der benachbarten Länder aus die Reise über See anzutreten, oder um kon'inenta e Länder aufzusuchen, oder nach ihrer Heimat zurückzukehren. Es handelte sich um Auswanderer, die in Transporten von Schiffs- KCsellschafien reisten, wie um Einzelwanderer. Von Anfang des Jahres bis Fnde November 1926 wurden 31143 Personen, die Berlin passierten, bei ihrer Durchreise von dem Bahnhofsdienst des Hilfsvereins auf dem Schlesischen Bahnhof hetreut, wo dem Hilfsverein ein besonderer Saal für dies-e Zwecke eingeräumt ist. An der deutsch-polnischen Grenze in Stentsch wie in Osnabrück wurde durch Vertrauensmänner des Hilf V ereins Fürsorge für die Durchwanderer ausgeübt. Die Schutzkomitees des Hilfsvereins in Hamburg und Bremen nahmen sich der Durchwanderndem, sowie der auf das amerikanische Visum seit Ende 1923 in diesen Hafenstädten harrenden Emigranten sjweit erfordet lieh und möglich an. Die Zahl der jüdischen Durchwanderer über Hamburg betrug ca. 2900, über Bremen ca. 1000 Personen. Der Hilfsverein der deutschen Juden hat es sich angelesen sein lassen, den gewissenlosen Ausbeutern von Emigranten, die in Zeiten der Einwanderungseinschränkung ihr unheilvolles Wesen besonders intensiv treiben, ihr Handwerk zu legen. Für das Hilfswerk für die Ukraine-Waisenkinder, die der Hilfsverein in Deutschland erziehen und ausbilden läßt, bis sie einen Beruf ergreifen können, wie für die Unterstützung notleidender osteuropäischer Studenten, die vor dem Abschluß ihres Studiums stehen, sind in der Berichtszeit beträchtliche Mittel — rund 70000 Mark— zur Verfügung gestellt worden. Die Weiterleitung von Geldern, die Personen aus Kanada und Südamerika ihren Verwandten nach Rußland schickten, hat in der Berichtszeit ihren F rtgang genommen. Für die Vermittlung des Briefverkehrs zwischen Polen und Litauen — der Postverkehr ist noch gesperrt — wird der Hilfsverein immer mehr in Anspruch genommen. Monatltdi werden jetzt rund 1000 Briefe weitergesandt.

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