Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 52 (24.12.1926)
- Date
- 1926-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGI0N8GEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Neue Bücher A/# Sagen der Juden. Gesammelt von Midia Josef bin Gorion: Jtfosa. Jüdische Sagen und Mythen. Übersetzt und herausgegeben von Rahel und Einatmet bin Gorion. Frankfurt a. M. 1920. (Kütten <k Lonnig.) Die Kenntnis der Vergangenheit wird der Nachwelt auf zwei Wegen vermittelt: der zünftige Geschichtsschreiber sucht die Wahrheit festzuhalten, (ins, was wiikiich gewesen ist. Er ist bemüht, in nüchterner Strenge Geschehenes zu schildern und — soweit dies eben Mensche.! möglich ist — das Subjektive auszuschalten; seine Darstellung ist als ein getreues Abbiid der einmal sicn abspielenden Wirklichkeit gedacht. Aber alles, was geschieht, gew.mit Bedeutung nur durch die Wirkung, die es übt; d. Ii. durch das Subjektive, das darin gefunden wird Wissenschaftliches Suc'-en nach der Wahrheit muß die Fülle dieses Subjektiven beiseite steilen, weil soviel Wid.isprechc;id>-s darin ist. Darum i'chlt dein objektiven Geschichtsbilde cm ganz wesentliches Moment au der vollen Lebendigkeit. In der Erinnerung der Menschen aber bleibt dieses rem Persönliche haften i:i der Form der Sage, der Legende, mit der das Leben der einst Gewesenen umsponnen wird. Man soll d sn Wert der Sage nicht gering sehnten. Sie fügt zu dem geschichtlichen Bilde Striche, die ihm Bewegung geben. Das imeht sie bedeu sam auch für die geschichtliche Erkenntnis. — Micha Josef bin Gorion hat sich du-cii die systematische Suirriung des großen Schatzes an Sagen und Legeiiden. die 'lehen die biblische Geschichte getre'en sind, ein g.-oßis Verdienst erworben. Der vorliegende Bind, der die um das L;ben VI ise's erzahlten Sagen zu einem Bilde vereinigt, ist eine wahre Fundgrube von Einzelzügen, durch die uns -lie hehre Gcsta't des Propheten so gezeigt wird, wie sie auf ihre Zeit gewirkt hat, wie sie von den Zeitgenossen des überragenden Mannes auf die nachfolgenden Geschlechter überliefert worden ist, und wie si" im Sinnen des Volkes durch Jahrhunderte hindurch empfunden worden ist. Perlen der Poesie, jener echten Dichtung, die nicht im Worte sich ei schöpft, sondern in der edlen Schlichtheit der Form in die Gilten der l'haniasie entschweben läßt. Aber einer Poesie, die ebsn nur Sinnend zum Ausdruck bringt, was für Wirkung von diesem Grüßen auf die Menschen ausgegangen ist. Wir verfolgen das Leben Mose's in aUen seinen Etappen in diese: farbenreichen Beleuchtung der Sage. Bunfe Mannigfaltigkeit verleiht dieser Schilderung einen anziehenden Reiz. Der Band steht ebenbürtig neben den in den drei früheren B inden gegebenen, und läßt uns mit freudiger Spannimg den fünften und letzten Band „Juda und Israel" erwarten. G. C. Ii .-Kr. IKO? ötsel in größter Auswahl nur solid und preiswert RiedeS & Böhme KstharinenstraSe 19« I. El AusAt"llun? in J Hlag <&re&&cfo?Ti£&rL' m^t.LJU.i - »Tf-yy^ry . "CtxdcJlo-i Sj.ii>, OberJitzzacten U /nuCAS 7ye.Hrcnuü.SC/ie n&<rZ) cSgej-tem yrieal.^i/^ic.m. Crciwetilen - ^«uheiie/j ^&*><i^}femJi?f9fdßf&/<ki xSeii 75 CTaJwen am TTtarkt tfrd, deutsche Volksmärehen. Aus dem Volksmunde gesammelt und nacherzählt von K. O. Beetz. Neue illustrierte Ausgabe (7. Auflage). Die Ausstattung des Hudies besorgte Benno Eggert, München. Turmverlag Albert Platzek, Leipzig. (Drei verschiedene Bände.) Der oft beklagte Mangel an guten jüdischen Märchenbüchern zwingt selbst diejenigen, die gerne auch der Freude unserer Kleinen am Spiel der Phantasie eine jüdische Richtung geben würden, zu dem schier unerschöpflichen Schatze an deutschen Märchen zu greifen. Die vorliegenden Sammlungen dürfen warm empfohlen werden. Sic behandeln weniger bekannte Stoffe in einer schlichten und doch edlen Sprache, wecken Marke Spannung und erfüllen so die ersten Voraussetzungen für eine freudige Aufnahme. Nichts beweist ihre Beliebtheit nesser als die Tatsache, daß dies« Sammlungen in sie' enter Auflage erscheinen, nachdem die früheren in kurzer Zeit vergriffen waren. Die lebhafte Anregung, die von den Märchen ausgeht, wird gesteigert durch die vortreffliche Ausstattung: Eine große Zahl von künstlerischen Schvarz- Weiß-Zeichnungen u id Kopfleisten von humorvolle' Treffsicherheit ergänzen wirkungsvoll den T'x', nicht minder eine Reihe von Buntbildern. Und schließlich: das Ganze In einem geschmackvollen Einbände. Alle< in allem: wii können dem rührigen Verlag für die besonders gut gelungene Ausgabe nur Dank wissen. —n. Berichtigung Die Anschrift des Generalsekretärs des VerbandesPosenerHeimatsvereine, Herrn Hermann Becker, lautet: B c r I i n W 30, Gossowstraße 2 (nicht, wie in voriger Nummer irrtümlich stand: Gossenst^. 2) ArntSiche Bekanntmachungen der Israelitischen Reügionsgemsinde zu Leipzig Aufsicht über Speisehäuser Das im Grundstück Katharinenstraße 20 neu eröffnete Cale und Restaurant M a n e 11 s steht unter Aulsicht unseres orthodoxen Gemeinderabbinats. Leipzig, am 14. Dezember 1926 Der vorstand der lsr. Religionsgenwindt zu Leipzig. Barmizwa -Vorbereitung Zur Barmizwa- Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Juli 1914 bis 30. Sept. 1914 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1 Januar 1927. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. Dezember 1926 im Gemeindeamt, Löhrstraße 10 I. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knuben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Audi diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 30. November 1926 Der Vorstand der Israelitisdien Kelijjionsgemeinde zu Leipzig Prompt u. vorzüglich ST€(T)P€L 9tgr.^tl897 ALBERTOTTO lEIRZls.Plauenschestr.2 Tel.25291 SCHILDER