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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-10-22 · 43 (22.10.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
43 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEJNPEBLATT PER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Alle sozial interessierten jüdischen Männer und Frauen werden sehr viel Interessantes an dem jüdischen Wohlfahrtsfilm „Etn Freitag-Abend" finden, der in einer Veranstaltung des Jüdischen Frauenbundes am Sonntag, dem 31. d. M, vormittags 11 Uhr, in den Kasinolichtspielen, Neumarkt 24 -27, zur Aufführung gelangt. Der Film hat seine Uraufführung in der Gesolei in Düsseldorf gefunden, ist zu wiederholten Malen in Berlin, ferner in Königsberg, Dortmund, Dresden, Stettin und anderen Großstädten mit starkem Erfolg zur Aufführung gelangt und wird auch bei dem Leipziger Publikum den verdienten Beifall finden. Aus anderen Gemeinden und Verbänden Der 100. (Jeburtstacj Manuel Joels. Die Breslauer Gemeinde beging am ersten Tage des Hüttenfestes den 100. Geburtstag ihres verewigten Rabbiners Dr. M a n u e 1 Joel (ireb. 19, Oktober 1820 in Birnbaum, gest. 1. November 1890), Pin Gelehrter von tiefgründigem Wissen und streng wissenschaftlicher Methode, ein Meister der Beredtsamkeit, war er weit über Breslau hinaus bekannt und gefeiert. Durch seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Reiigionsphilosophie, vor allem durch sein zweibändiges Werkchen „Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts" ist sein Name noch heute auch außerhalb der Gemeinde, in der er gewirkt, peschätzt; besonders seine letzte Arbeit findet auch heute noch, trotz der Fülle neuen Stoffes, der seither zu unserer Kenntnis gekommen ist, gern Beachtung, so daß auch an eine Neuauflage des selten gewordenen Werkes gedacht worden ist. Hin Denkmals-Friedhof in Mainz. Pin einzigartiges Denk mal hat der Verein zur Pflege jüdischer Altertümer ge&diaffen und vor kurzem in einer Weihefeier der (Mfentiichkeit übergeben. Der alte bis gejjen linde des 15. Jahrhunderts benutzte F'riedhof der uralten Gemeinde war Jahrhunderte hindurch vernachlässigt. Zahli eiche Denksteine, die dort einstmals das Andenken an bedeutende Lehrer des deutschen Judentums hatten wacherhalten sollen, waren hierhin und dorthin geraten. Im Laufe der Zeit war eine stattliche Anzahl wieder entdeckt worden und hatte sorgsame Pileire und Aufstellung im Mainzer Altertumsmuseum gefunden. Den rührigen Ben ühungen des genannten V( reins. die durch den Mainzer Rabbiner Dr. Levi tatkräftige Förderung erfuhren, ist es nun gelungen, alle vorhandenen Grabsteine aus der Zeit vom 10 bis zum Fnde des 15. Jahrhunderts (insgesamt etwa 185) wieder zu vereinigen. Sie werden auf dem alte l Friedhof wieder aufgerichtet. Konnte man auch die Stellen, an denen jene Grotten ihre letzte Ruhe fanden, nicht mehr nachweisen: der Boden, auf dem die Denkmäler errichtet wurden, ist der gleiche. Wahrlich, ein würdiges Zeichen dankbarer Prinnerung! — Als eine weitere Pinrichtung verdient auch die Sammlung j ü d i s di er Altertümer Prwähnung, der gleichfalls vor kurzem im Hause der Gemeinde pin.» urnrHio* Qc,**«» m. .... . . V« MO V> V. W > v * >. U.U.f^t. %J lUlib geben wurde. Man sieht hier silberne Kunst^egenstände lür religiöse Zwecke, kunstvolle Vorhänge für die heilige Lade aus dem Mittelalter, Stickereien, Urkunden über die religiösen Kämple vergangener Zeiten, sowie künstlerisch hochwertige Bilder aus alten Zei en wie z. B.: „Die Juden stürmen das Tor des Ghetto von Mainz (1793)", „Altjüdische Hochzeit in Mainz im Mittelalter" u. a. m Hebräischer Unterricht in den Berliner Volksschulen. Durch einen Prlaß des Kultusministers vom 5. September 1904 wurde auf Antrag der Berliner Schuldeputation die Prteilung des hebräischen Unterrichts in den Berliner Volksschulen untersagt. Alle Bemühungen, die in den daraulfolgenden Jahren dagegen unternommen wurden, waren vergeblich. Nach langen Verhandlungen mit dem Provinzial - Schulkollegium und dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ist der nachstehende Prlaß an den Vorstand des Jüdischen Gemeinde gelangt: „Der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat uns durch Prlaß vom 12. August 1926 — U III A 1884 — ermächtigt, die Jüdische Gemeinde zu Berlin dahin zu bescheiden, daß unter den im Beridit bezeidineten Voraussetzungen grundsätzlich Bedenken gegen die Aufnahme hebräischer Belehrungen in den jüdischen Religionsunterricht an den Berliner Gemeindeschulen i icht mehr erhoben werden. Diese Belehrungen müssen aber ausschließlich dem Zwecke dienen, den Kindern das Veiständnis lüt die im Gottesdienst gebrauchten Sprüche, Gebete und Lieder zu vermitteln, und dürfen nur in dem hierfür erforderlichen Umfange betrieben werden. Die Genehmigung der Aufnahme hebräisch - spradilicher Belehrungen in den Lehrplan erfolgt sodann mit der Maßgabe, 1. daß eine Vermehrung der Stundenzahl lür den Religionsunterricht keinesfalls in Frage kommt, 2. daß die Berücksichtigung der heoräischen Sprache im Religionsunterridt nur erfolgen kann, wenn und soweit die zum Zwecke der Prteilung jüdisdien Religionsunterrichts an den hiesigen Volksschulen angestellten Lehrer und Lehrerinnen dazu belähigt sind, daß also nicht die Forderung gestellt werden darf, den Lehrern und Lehrerinnen, denen die nötige Kenntnis des Hebräischen abgeht, aus diesem Grunde den Religionsunterricht abzunehmen und sie durch andere zu ersetzen. Wegen der hiernach erforderlichen Neuaufstellung eines Lehrplanes für den jüdischen Religionsunterricht wird demnächst das Prforderliche durch uns veranlaßt werden." Der Religionsunterricht in Berlin. Außer dem an den öffentlichen (höheren und Volks ) Schulen eingerichteten Religionsunterricht wird innerhalb der Groß - Berliner Jüdischen Gemeinde an 44 Religionsschulen Unterricht erteilt; davon sind 36 Religionssdiulen der Gemeinde 8 „ von Vereinen 44 Von den 36 Religionsschulen der Gemeinde bestehen 17 im engeren Berlin, 17 in den Vororten, 1 für die Unterweisung von Hilfsschülern und Sehschwachen, 1 „ „ ,. von Kindern der Schwerhörigenu. Sprachheilschulen. 36 Pine der 36 Schulen ist in eine Knaben- und eine Mädchenabteilung getrennt, sodaß man auch 37 Schulen zählen könnte. PUÜ Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche« Portieren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: Salzgäßchen Nr. 6 ^y? ^jggffeAggggr x^el, OD "Getdellcxs Oberhemden u.j0gucAm 7***uf**u4äjeJi* nixcFi ezganem Z/jrle&Miy^lem Cr&\isA±ten-7bmurx6ijteri, 8*khxf*r},fGmd<zrtfchrHudet Seit 95 &aJ2i<en am TTtarkt

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