Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 43 (22.10.1926)
- Date
- 1926-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 GEMEIN!)EBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Kultusumlagen in Fürth. Die ursprünglich auf 12. v. H. festgesetzten Ortsumlagen konnten nach dem Ergebnis der Einkommensteuerveranlagung 1925 auf 10 v. H. herabgesetzt worden. Dazu kommen 3 v. H. für den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, sodaß insgesamt 13 v. H. erhjben werden. Frauenwahlrecht in Düsseldorf. — Einbruch im Düsseldorfer Wohlfahrtsamt. Auch in der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde ist nunmehr das aktive und passive Wahlrecht der weiblichen Gemeindemitglieder angenommen werden. Der Beschluß ist einstimmig gelaßt worden. — In das Büro des jüdischen Wohlfahrtsamtes drangen Einbrecher ein, erbrachen den Schrank und entwendeten aus ihm eine Kassette mit C50 Mark; der Betrag war tags zuvor von der Bank abgehoben worden. Die Einbrecher, von denen noch jede Spur fehlt, sind mit der Örtlichkeit wohlvertraut gewesen. Vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. In der Sitzung des Engeren Rates am Soni.abend, den 16. Oktober d. J. wurde beschlossen, dem Maranncn - Komitee in London einmalig für das Jahr 1926 einen Betrag von 1000 Mark zu bewilligen. — Das Marantun-Komitee hat es sich, wie aus Zeitungsnachrichten bekannt sein dürfte, zur Aufgabe gemacht, die in einigen Städten No:d-Portugals lebenden geheimen Juden, Abkömmlinge der im Mittelalter zwangsweise zum Katholizismus bekehrten Israeliten, zur jüdischen Religion zurückzuführen. Von der kommenden Reichsorganisation der deutschen Juden. Der in der Münchener Vertreterversammlung vom 18. Juli d. J. eingesetzte Unterausschuß zur Durchberatung des Verfassungsentwurfes für den jüdischen Reichsverband trat am 10. Oktober d. J. zu einer Beratung in Berlin zusammen. Die außerpreußischen Landesverbände waren vertreten durch Herrn Ooerlandesgeriditsrat Dr. Neumeyer-München (Bayern), Herrn Regierungsrat Dr. Nördlinger - Stuttgart (Württemberg), Herrn Rechtsanwalt Dr. Pfälzer-Weinheim (Baden), Herrn I andgerichtsrat Alterthum-Dessau (Anhalt), IKrrn Rechtsanwalt Dr. Salinger- Dresden (Sachsen). Der preußische Landesverband war durch die Herren Justizrat Lilienthal, Galewski, Rabbiner Dr. Baeck vertreten, außerdem nahmen mit beratender Stimme die Herren Kammergerichtsrat Wolff, Justizrat Sonnenleid, Justizrat Makower und Mittelschullehrer Stern an den Verhandlungen teil. Der Beratung zugrunde gelegt wurde ein abgeänderter Entwurl des Berichterstatters OLG R Dr. Neumeyer- München vom 8. Oktober d. J. Dieser wurde mit einigen Abänderungen im wesentlichen angenommen. Der nunmehr fertiggestellte Entwurl soll der Vertreterversammlung der Landesverbände, die zum 24. Oktober d. J. erneut nach Berlin einberufen ist, zur endgültigen Beschlußlassung vorgelegt werden. Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgeniein.de zu Leipzig Ordnung auf dem Friedhof Anläßlich einer am Freitag, dem 13. d. M , stattgehabten Beerdigung haben sich aul unserem Friedhofe tiefbedauetliche Vorgänge abgespielt. Unser Gemeinderabbiner, Herr Dr. C a r 1 e - bach, dessen Mitwirkung bei dieser Bestattung von den Angehörigen erbeten worden war, ist, wie wir festgestellt haben, ganz ohne sein Verschulden zurückgehalten worden, sodaß er erst mit viertelstündiger Verspätung auf dem Friedhofe eintreffen konnte. Einige ungebildete und unerzogene Teilnehmer an der Beerdigung haben ihrem Unwillen über diese Verspätung, deren Ursache sie ja gar nicht wissen konnten, in geradezu empörender Weise lauten Ausdruck gegeben. Sie haben dabei jede Rücksicht auf die Weihe und die Heiligkeit des Ortes und die schuldige Achtung vor der Person des erwarteten Rabbiners so sehr außer Acht gelassen, daß sich alle anständigen und wohlgesinnten Anwesenden, am meisten aber die Leidtragenden selbst, aufs tiefste verletzt und beleidigt gefühlt haben. Die Cnewra Kadischa war den Lärmenden gegenüber machtlos; diese haben den Beginn der Bestattung erzwungen, ohne die Ankunft des Rabbiners abzuwarten. Wir müssen diese Entweihung der Ruhestätte unserer Toten als eine tief verächtliche Handlung kennzeichnen und machen daraul aufmerksam, daß wir im Wiederholungsfälle die Schuldigen unnachsichtlich der S'aatsanwaltschalt zur Bestralung anzeigen werden. Leipzig, am 19. Oktober 1926 Der Vorsland der Isr. Relifiionsneineinde zu Leipzig Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Sonntag, den 31. Oktober, vorm. 11 Uhr im UFA-Theater KASINOLICHTSPIELE, Neumarkt 21 27 Vorführung des jüdischen Kulturfilms Ein Freilag Abend Eintrittskarten zum Preise von 2 und 1 Mk. an der Kasse sowie im Vorverkauf in der Buchhandl. M. W. Kaufmann. Brühl 8 u. im Kaufhaus Althoff. — Wir bitten, um einen zu großen Andrang an der Tageskasse zu vermeiden, möglichst vom Vorverkauf Gebrauch zu machen. Kassenöffnung und Einlaß 10.30 Uhr. Beginn pünktlich 11 Uhr Alle jüdischen Männer und Frauen sind geladen, auch Jugendliche haben Zutritt! "^M