Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 40 (1.10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Seite 3 daß die Gemeinde als öffentliche Körperschaft weiter mit der Stadt verhandelt. Herr Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt empfieh't, bei den nicht ungünstigen Bedingungen der Communalbank die Anleihe bei dieser aufzunehmen, die Handdarlehen ebenfalls aufzunehmen, und wegen d.s eventuellen Fehlbetrages an die Stadt heranzugehen. Herr Breslauei begründet naher, daß die Anleihe und deren V rzinsung für die Gemeinde finanziell tragbar sei Der Syndikus erklärt, daß gegen die Belastung von Vetmögensstiiekeu in ditn hier fraglichen Umlang keine rechtlichen Bedenken hestei en. Herr Schick befürchut. d<iß ein Piäzidenzfall zu Ungunsten der Gemeinde geschaffen weide; Herr B r e s 1 a u e r erklart, daß vielleicht noch ein kleines Darlehen von der. Stadt erlangt werden kann. Die Herren G u t m a n n , K a u f m a n n , T u m p o w s - ky und Dr. H a I b e r st a m stimmen dem zu, das Darlehen aufzunehmen und außerdem von der Stadt einen Beitrag zu verlangen. Herr Schick schlägt vor, von Aufnahmen von Handda'leiten zunächst abzusehen, wogegen Herr | o s k e wünscht, daß sofort mit den Mafinal men bezüglich Handdarlenen begonnen wiid. Herr Pelz beantragt, den Vorst;.nd zu ermächtigen, die Verhandlungen mit der Communalbank bezüglich der Anleihe von 30001.0 Maik zum Abschluß zu bringen. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Herr H o d e s beantrag-, den Vorstand weiter zu ermächtigen, Darlehen für den Friedhofs bau in Höhe bis 200 000 Matk, verzinzlich zu 6" ,„ rückzahlbar nach Ablauf von 5 Jahren mit jährlich 10" (), aufzunehmen. Dieser Antrag wird mit Mehrneit angenommen. Ferner wiid einstimmig beschlossen, den Vorstand zu beauftragen, zu geeigneter L> it mit der Stadl wegen weiterer Beihilfe in Verhandlung zu tieien. Punkt 2 Festsetzung de r Gemeindeanlagen. Heu B r e slauer berichtet, daß der VorsU.nd und Finanzausschuß, gestützt auf die Unterlagen der Steuerberechnung, beschlossen haben, für das laufende Jahr die Gemeindeanlage in Höhe eines Zuschlages von 15" „ zur Reichseinkommensteuer, zahlbar in 2 Terminen, auszuschreiben. Herr T u m p o w s ky hält mit Rücksicht darauf, daß bereits nahezu die Hälfte des Haushahjahres verflossm ist, einen Satz, von 10" „ für ausreichend. Herr Grosz weist demgegenüber darauf hin, daß auch Mittel für die Zeit des nächsten Rechnungsjahres bis zum Eingang" neuer Steuern beschafft werden müssen. Herr Schick ist der Meinung, daß früher ein zw hoher Steuersatz erhoben und damit auf Vot rat gewiitschaftet worden sei; dazu sei die Gemeinde nicht berechtigt. Herr Ho des begründet näher, daß die 15"„ jedenfalls gebraucht werden, um bis zum Hingang neuer Steuern wirtschaften zu können. Der Syndikus führt aus, daß künftig weder Vorauszahlungen noch auch eine teMweise Festsetzung des Steuersatzes '. zulässig seien Auf Antrag des Hei rn Lustig wiid Schluß der Debatte beschlossen. Der Antrag, 15" „ zu erheben, wird mit Mehrheit angenommen. Punkt [\ Nachtragsetat für die Wohlfahrtspflege. Auf Antrag des Vorstandes wird beschlossen, daß der in Abschnitt VII des Haushalt planes ausgeworfene Betr?g von 126OC0 Mark um 50000 Mark erhöh! wird; der Betrag der Gemeindeanlage erhöht sich daduuh auf 487 0(j() Mark. Pin kt 4 Sachverständigenkommission zur Pilifung der Fleischpreise. Auf Anfrage dis Vorsitzenden eil ebt sich eine Debatte dariii er, welche Persönlichkeiten zu Mitgliedern der Prüfungskommission gewählt werden sollen. Herr Goldrei ist der Meinung, daß die Frage sich geklärt habe, da die Preise sich gesenkt haben. Ilerr Tunipowsky erklärt dagegen, daß (s auch jetzt noch notwendig fei, ein sachverständiges Outachten zu erhalten. Es wird n;;ch längerer Verhandlung, in der noch die Herren Ury, Kestenbaum und Dr. G o I d s c h m i d t sprechen einstimmig beschlossen: Der Vorstand wird ermächtigt, mit geeignet erscheinenden, bereits genannten und noch zu benennenden Persönlichkeiten über die Notwendigkeit. Möglichkeit und Durchführbarkeit der Erstattung eines Gutachtens zu ven andeln. Punkt 5. Der Vorsitzende teilt auf Grund des Testamentes des veistorbtnen Kommerzienrats Kraemer mit, daß die Gemeinde als Nacherbin eingesetzt ist mit der Auflage, d'iß der Nachlaß deutschen jüdischen Wohlfal rtsanstalten unter näheren Bedingungen zugewiesen weiden soll. Es wird nach kurzer Besprechung beschlossen, die Nacherbschaft nicht auszuschlagen. Zu Ehren des Gedächtnisses des hochherzigen Erblassers erheben sich die Versammelten von ilven Sitzen. Punkt b\ Herr Pelz spricht seine Genugtuung über die würdige Einrichtung und Veranstaltung des Zweiggottesdienstes im Städtischen Kaufhaus aus. Herr Tumpowsky gibt die Erklärung ah. daß es bei der Beratung über den Keren Hajessod ihm ferngelegen hat, Herrn Gottlieb zu nahe zu treten, und zieht den etwa gebrauchten verletzenden Ausdruck mit Bedauern zurück. Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung. Gemeinde Tagung des Jüdischen Frauenbundes, Mitteldeutscher Landesverband, in Leipzig (4. Oktober 192b) Der Mitteldeutsche Landesverband des Jüdischen Frauenbundes hält seine diesjährige Delegiertentagung in Leipzig ab. Am Montag, 4. Oktober, nachmittags 3,30 Uhr, werden die Delegierten der Frauenvereine aus Chemnitz, Dessau, Dresden, Erlurt, Gera, Halberstadt, Halle, Plauen, Magdeburg, Suhl, Weißenlels, Zwickau u. a. in den Räumen der Leipzig-Loge, Arndtstraße 1, zur Beratung zusammentreten. Neben geschäftlichen und organisatorischen Fragen wird u. a. der wesent lichste Beratungsgegenstand die jüdische Frauenarbeit in den kleinen Gemeinden sein. Als Gäste sind alle Mitglieder der Ortsgruppe Leipzig sowie aller dem Frauenbunde angeschlossenen Vereine herzlichst willkommen. I. Dienstfrei Nachf. Haus feiner Pelzmoden Fernsprecher 27400 — Leipzig — Hainstraße Nr. 31 Elegante Pelzwaren Modernisierung u. Maßanfertigung nach neuesten Modellen Angenehme Zahlungsbedingungen