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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-07-02 · 27 (2.7.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
27 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 27 GEMKINPERLATT DER ISRAELITISCHEN RF.LlOlONSdEMEINPE. LEIPZIG stellen, welche die Fleisdipreise überprüfen und Vorschläge zur Verbilligung machen soll. Meinungsverschiedenheit hes'eht darüber, ob das im ersten Viertel des laufenden Rechnui gsjiihres entstandene Üefi/it durch Gebührenerhöhung gedeckt werden kann Tumpowsky verlangt dies, während Gemeindevors'eher Goldschmidt und Syndikus Justizrat Leb recht dies aus rechtlichen Gründen für unzulässig halten. Direktor Grosz findet einen Ausweg dadurch, daß man die Gebühren so festsetzt, daß ein Fonds zur Deckung von Ausfällen im laufenden Rechnungsjahr gebildet werden kann. Über den ursprünglichen Antrag des Vorstandes hinaus werden folgende Schächtgebühren festgesetzt: für 1 Rind M 15.—, Uir 1 junges Rind M 7.50, für 1 Kalb M 2.50. Nach einer Pause wird für die Aufsicht folgende Regelung angenommen: Die Gebühr für die Beaufsichtigung einer Fleischerei beträgt für jeden benötigten Aufseher M 250—500 monatlich und ist im voraus zu entrichten; innerhalb dieser Grenztn geschieht die Festsetzung durch den Gemeindevorstand. — Beide Beschlüsse sind einstimmig zusiandegekommen. Frgänzend wird ein Antrag Tumpowsky's angenommen, nach welchem der Vorstand ersucht wird, die Verwaltung des Kascr.rus so zu führen, daß es sich deckt. Innerhalb der geltenden Gebührensätze hat der Gemeindevorstand einige Änderungen der Preise für die Synagogenplätze vorgenommen. Dadurch ergibt sich gegenüber dem Vorjahre eine Mehreinnahme von M 3200—. Tumpowsky legt dar, daß die Besucher der orthodoxen Synagogen ihre Plätze wesentlich teurer bezahlen müssen, und heamragt deshalb eine Erhöhung der Gebühren für Benutzung der Plätze in der Gemeindesynagoge um 20 254/0. Dieser Antrag wird gegen eine Stimme abgelehnt. Die Steuerordnung für das Rechnungsjahr 1926/27 wird Jhne Erörterung angenommen. Zu einer ausgedehnten Aussprache kommt es wieder über einen Antrag Kestenbaum auf Aufhebung des früheren Gemeindesitzungsbeschlusses, demzufolge der orthodoxe Religionsunterricht von Gemeindewegen zentralisiert werden sollte. Zur Begründung seines Antrages legt Kestenbaum die Wichtigkeit des Religionsunterrichtes dar. Zur Zeit der Beschlußfassung sei man sehr bewilligungsfreudig gewesen und habe erklärt, wenn die vorgesehenen 8 Lehrer nicht ausreichten, werde man noch mehr anstellen. Wenn die liberale Religionsschule bei einer Besucherzahl, die R<dner mit 243 Kindern beziffert, 6 Lehrer brauche, so sei es ganz undenkbar, daß für den orthodoxen Religionsunterricht, der an 1100 Kinder zu erteilen sei, 8 Lehrer ausreichten Die vorgesehene Regelung des orthodoxen Religionsunterrichtes sei also völlig ungenügend. Gemeindevorsteher G o 1 d s ch m i d t erklärt unter Hinweis darauf, daß im Augenblick die angegebenen Zahlen nicht nach- QeqenSchuppen vHaamusfaS! nur Dr. medSandski? '* ■ i» I mm sm__ Dose Mk. XSSmtmvfco. c.M.B h liipzio omoichQiN016 SCHIRM-HAMPEL Das Haus der guten Schirme u. Spazierfföcke HAINSTRASSE 31 geprüft werden können, daß die liberale Religionsschule mit der orthodoxen nicht verglichen werden kann, weil für den Unterricht in der ersteren die Kinder nur an wenigen Nachmittagen frei sind und in 4 in den verschiedenen Stadtteilen gelegenen Schulgebäuden unter ichtet werden. Hodes stellt lest, daß der Gemeindesitzungsbeschluß nicht aufgehoben werden kann, weil bereits 5 Lehrer angestellt sind. Durch die Zahl der liberalen Religionslehrer sei für jeden Zuwachs an Schulkindern Vorsorge getroffen. Seinerzeit sei festgesetzt worden, daß für den onhodoxen Religionsunterricht durch die Gemeinde 6 Wochenstunden angemessen seien. Was! darüber hinausgeht, ist Privatsache. Pflicht der Gemeinde sei lediglich, für den Elementarunterricht zu sorgen. Redner bittet, den Antrag Kestenbaum abzulehnen. S a ch s erklärt, durch die einseitige Ausführung des Gemeindesitzungsbeschlusses werde die Religiorsschule des Vereins Ahawas Thora in ihrem Bestände bedroht. Er beantragt, von Gemeindewegen nur 5 Lehrer anzustellen und das Geld für 3 dem genannten Verein zu neben. Goldrei weist darauf hin, daß ein definitiver Gemeindebeschluß nicht vorliegt, vielmehr sollte nur der Unterricht in der Höheren israelitischen Schule und im Verein Ahawas Thora vereinigt werden. Diese Vereinigung sei nicht möglich, weil vielen Eltern 6 Unterrich'sstunden nicht genügen. Diese Eltern verlangten nicht, daß die Gemeinde für mehr Stunden bezahlt; daß sie aber für dies Mindestmaß aulkommt, sei eine gerechte Forderung, die dadurch anerkannt worden sei, daß die Gemeinde bisher einen mo atlichen Beitrag von M 500 gegeben hat. Der orthodoxe Gemeirclerahbiner gehe zu, daß man die Kinder nicht zum Besuch der Gemeindereligionsschule zwingen kann, und hahe selbst erklärt, daß man deshalb jetzt nicht mehr als 6 Lehrer brauche. Goldrei beantragt, dem Verein einen angemessenen Beitrag zu gewähren, soweit dadurch nicht die für 8 l ehrer vorgesehenen Mittel überschritten werden. Pelz, der dem Unterridrsausschuß angehört, ist bisher für die Zentralisierung des Un'errichts gewesen, hat aber eingesehen, daß die starre Durchführung ungerecht sein würde. Eine Minorität solle nicht unierdrückt werden, zumal keine besonderen Kosten entstehen. Die Gemeindereligionsschule solle 6 Lehrer erhalten, der Verein Ahawas Thora versuchsweise auf ein Jahr das Gehalt für 2 Lehrer. Frau Felsenstein, Wolf und Stein treten warm für den Antrag Pelz ein. Die beiden letzteren Redner betonen, daß eine Nichtberücksichtigung des Vereins eine Vergewaltigung bedeuten würde, die sich dessen Anhänger unter keinen Umständen gefallen lassen würden. Stein setzt auch in eingehenden technischen Darlegungen auseinander, daß die einseitige Zentralisierung nur zum Schaden des Unterrichts führen würde. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Hodes, der sich vorher zum Worte gemeldet hatte, begründet nochmals seinen Standpunkt und weist auf die verhängnisvollen finanziellen Folgen hin, die aus einer Annahme des Antrages Pelz erwachsen würden. Jetzt komme die Gemeindereligionsschule vielleicht mit 6 Lehrern aus, der Besuch würde aber steigen, sodaß weitere Lehrer angestellt werden müßten. Alsr mSbeOeansoptk [VünsßünerAö. PUll Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche* Portleren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: Salzgäßchen Nr. 6.

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