Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 27 (2.7.1926)
- Date
- 1926-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 (il'.MKlNl 'EHLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang dann würde eine Subvention des Vereins Ahawas Thora den Etat belasten. Redner führt hierzu Zahlen an, die Veranlassung [ geben, Stein noch zu einem kurzen Schlußwort zuzulassen. Dieser legt dar, daß di Zahl der Schüler des Vereins Ahawas Thora im letzten Jahre gesti. gen sei, während die Zahl der Schüler der Höheren israelitischen Schule sich vermindert habe. Kesten bäum und Goldrei ziehen ihre Anträge zurück. Annahme hndet der Antrag Pelz in abgeänderter Fassung, wonach für die Gemeindereligionsschule nur 6 Lehrer anzustellen sind und dem Verein Ahawas Thora versuchsweise auf ein |ahr ein Beitrag von M 7200— gewährt wird. Die" Versammlung nimmt noch mit Dank Kenntnis von folgenden Zuwendungen: 5000 Goldmark-Pfandbriefe von Frau Sofie Harmeltn zur Aufwertung der beiden bestehenden Harmelln-Sliltungen, 1000 Mark von Herrn S. Gottlieb zur Vermehrung des Vermögens der Ida Gottlieb geb. Gutfreund-Stiflüng 3000 Mark zum Ausbau des Ehrenfriedhofes von einem Spender, der nicht genannt zu sein wünscht. Die Sitzung schließt um 11 Uhr. Der Bericht Uber die Gemeindesilzung vom 28. Juni, in der die Haushaltsberatung begonnen wurde, erscheint in nächster N immer gemeinsam mit di m Bericht über die Gemeindesitzung vom 1. Juli (Fortsetzung der Haushaltsheratung). Berichtigung In unserem vorwöcheiUlichen Bericht über die Konstituierung der „Sächsischen israelitischen l.ehrervereinigung" ist versehentlich die Zusammensetzung des Vorstandes unvollständig wiedergegeben worden. Wir ergänzen den Bericht deshalb dahin, daß zum stellv. Schriftführer Herr Dr. Halle mann gewählt wurde. Neue Bücher €mil jjernhctrd Cohn. Hegenden Mihi dien 1925. (Georg Müller). Legenden sind leuchtende Blüten am üppig verzweigten Baume dichtender Volksphantasie Die Frömmigkeit der Großen beschäftigt alle Nachdenklichen, die um d;ese Menschen herum leben. Sie möchten in das Geheimnis ihrer Täte., eindringen, möchten den Kräften nachspüren, die in ihnen wirken und sie zu Fdlem. ja Heiligem belan gen. So dichten sie zu den sichtbaren Vorgängen ihre in dunklen Gewalten gedachten Quellen: die frommen Großen verstehen die Sprache der Tiere und Vogel: das Rauschen des Windes, das Rascheln der Blätter, das Raunen der Wellen im S rome, ja. die unbelebte Natur: alles redet beredte Sprache, die den Frommen verborgene Weisheit kündet. Sold.es \\ is.sen erklärt die Höhe ihres Tuns. — Legenden bildet liebend das Dich en des Volkes um die Gest üten die es liebt. Es bildet sie in liebendem Sicnverser.ken in das Wollen und Streben, das Sinnen und Fühlen der Gestalten, deren Gioße die Wesenszüge des Volkes weiter sichtbar macht. — \^^Wchn^u^ ö RÖTHER &KUNTCE ' <5. Quo/itöt u. form ers ftc/assiqj. (Denkbar cjijn&tigs.te fVeise. 21-it </> ■/,, <, «, -wcrft/L/nsrs weise. o^e^j/oy^ tr. 7. CcAe 'Kurjori'r,zat* Unser a 'es rahbinisches Schrifttum ist Uberreich an Legerdenstoffen. Die l.egendenhildui g eines Jahrtausends 7c»"t* ihren Niederschlag in Tausenden von Legendenskizzen; ul er sie Sind hie und da verstreut, das Zusammenhängende ist auseinandergerissen, die Einheit kaum roch erkennbar. Es ist ein dankenswertes Mühen, die Legende wieder neu zu fügen, den Faden neu zu knüpfen, um ein Geschlossenes neu zu schaffen. Hätte Emil Bernhard Cohn mit den hier vorliegenden „Legenden" nur dieses gegeben, wir mußten ihm danken. Denn es gehört das Auge und die Gestaltungskraft des Dichters dazu, um diese wuchtigen Gemälde nach/uschaffen, in denen die jüdische Legerde die Großen jüdischer V rgangerheit zu erfassen versi eht hat Aber diese Legenden sind mehr noch als eine geschickte Zusammenschweiß :ng verstreut liegender Legendenstücke, mehr noch als in sprachi ewalt ger Schönheit gestaltete Bilder: hier hat ein Dichter Fehlet des hinzugedichtet und damit den Prozeß wiederholt, der sich in der Volksphantasie abspielt, wenn sie Legenden er/ählt. Das ist das Schönste an diesen „Legenden". Denn dadurch erhalten sie zur Anmut der Darstellung die innere Geschlossenheit; sie schaffen Einblicke in das Werden und Wesen der Großen, wie es vielleicht nicht gewesen ist, aber wie es gewesen sein kann, und wie es uns diese Gestalten menschlich nahebringt. So etwa, wenn in der legende „Die Empörung des Baumes" ein neuer Sinn in dem so naturfreund scheinenden Ausspruch R. Simon bar Jochais entdeckt wird: „Wer da lernt und spricht: Wie schön 1*1 dieser Baum, der hat seine Seele verloren und ist des To.les". Oder wenn in der Legende von dem abtrünnigen Acher die große Menschenliebe als das Band aufgezeigt wird, das seinen Schüler MeYr bis zuletzt bei dem Meister ausharren läßt, obwohl alle anderen sich von ihm abgewendet haben. Und ebenso erzählen auch die anderen Legenden des Buches von den Großen unserer Vergangenheit, von Salomo, von Akiba u. a in einer ungewöhnlichen Kraft des Verstehens, wie nur eben ein Dichter verstehen und erzählen kann. — Unsere Zeit hat wieder Sinn für die Legende. Das Buch von Emil Bernhard Cohn wird ihr neue Verehrer werben. G. C. ^^■iiiittiitiiiiiitiiiiiitiiiiiiiiitiiiiitHiiisi* tiiittatiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiw^ jj IE ]H 15 IL - g IE 1 JE M Anläßlich der 22. Wiederkehr des Todestages I heodor Herzrs veranstaltet die Zionistische Vereinigung, Leipzig am Sonnabend, den 3. Juli, 6 Uhr nachmittags in der Synayoge Oht 1-Jacob, Pfaffendorfer Str 4 eine Herzl - Gedenkfeier Ansprache: Direktor Kareski-Berlin Gesänge: Oberkantor Stern-Leipzig Besondere hin lad untren ergehen nicht! Zionistische Vereinigung LiiiiHiiiMiiiiiniiititiiiiiiiiiiiiniiminiiiiiiiiiiiiiiiiiiii......iiiiiiiiiniiiii......iiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiJ