Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 26 (25.6.1926)
- Date
- 1926-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 2. Jahrgang völkerung von Palästina wurde zu Ende 1925 von der Zion- Organisation auf 138000 geschützt, gegenüber 55000 zur Zeit des 'Waffenstillstandes. Palästina hat heute einen größeren Prozentsat/ jüdischer Einwohner als irgendein anderes Land in der Welt. Die 33801 jüdischen Einwanderer dos Jahres 1925 bestanden aus 30621 Aschkenasim und 3180 Sephardim. Die hauptsächlichsten Ursprungsländer waren: Polin 10983, Rußland und Ukraine (3718. Rumänien 2 |66, Litauen 1747, Deutschland 963, Türkei 749, Bulgarien 723, Jemen (einschl. Aden) 579, Vereinigte Staaten 570. Lettland 4o0, Osterreich 423, Griechenland 404. Tschechoslovakei 147, Großbritanien 137. Frankreich 115, Irak 113, andere Lander 804 Im Jahre 1925 bestand wie im Jahre 1924 ein beträchtlicher Teil der jüdischen Einwanderung aus Personen mit unabhängigen Mitteln. Einwanderer dieses Typus' bildeten 35",, der Gesamteinwanderung 1925 und 41" „ i. J 1924, gegenüber 13" „ für 1923. Man kann den Gesamtbetrag privaten Kapitals, der im Jahre 1925 durch diese Kategorie Einwanderer nach Paliistina gebracht wurde, sehr vorsichtig auf eine Summe von etwa zwei .Millionen äg. Pfund schätzen. Während aber der Anteil von Einwanderern mit unabhängigen Mitteln in den letzten beiden Jahren beträchtlich yestieuen ist, ist kein entsprechender Rückgang jener Einwanderer zu verzeichnen, die als manuelle Arheiter zur Ausfüllung freier Plätze auf dem Arbeitsmarkt hereinkommen. Die Hinvvanderer dieses Typus' mit ihren Angehörigen bildeten 1925 nahezu 48" „ der Gesamtzahl gegenüber 42",, für 1924, 59",, für 1923 und 40",, für 1922. Die Einwanderung der Kategorien mit unabhängigen Mitteln erreichte ihren Höhepunkt im Sommer 1925, im Herbst zeigte sich ein deutlicher Rückgang, der auf zwei Hauptursachen zurückzuführen ist: einerseits die schweren Verluste jüdischen Kapitals infolge der sich vertiefenden Wirtschaftskrise in Polen, andererseits die Wirksamkeit der im Sommer 1925 in Kraft gesetzten neuen Linwanderungshestimmun^cn, die festsetzen, daß Zulassungsgesuche von Personen mit unabhängigen Mitteln in jedem Linzelfalle erst nach Jerusalem geleitet werden müssen. Der Verlust an Zeit hatte eine enimutigende Wirkung auf Auswanderungslustige, die viele Wochen in einem Schwebezustand gehalten und deren Aktiva entwertet wurden. Dem Vernehmen nach werden jetzt von der Palästina Regierung Maßnahmen getroffen, um diese Gesuche mit größter Beschleunigung zu erledigen. Die Verlangsamung der Linwanderung dieser Kategorie traf mit einem zeitweisen Stillstand der ungewöhnlich guten Wirtschaftslage in Palästina zusammen, die die ersten drei Viertel des Jahres 1925 gekennzeichnet hatte Im letzten Vierteljahr zeigten sich Symptome von Geldknappheit. Die Zahl der jüdischen Arbeitslosen erreichte ihren höchsten Pin kt im Januar 1926, wo sie ungefähr 4600 betrug. Mitte Aj i I hatte sich diese Ziffer auf 3000 gesenkt. Es wurde vermieden, daß irgend ein Arbeitsloser öffentliche Mittel belastete. Die Zion. Pal. Executive zusammen mit der Stadtverwaltung von Tel-Aviv und anderen öffentlichen Körperschaften ergriff energische Maßnahmen, um die Lage ,.u bessern, insbesondere mittels Inangriffnahme notwendiger Arbeiten. Es ist wichtig, festzustellen, daß die Ziffern der Arbeitslosigkeit Ende Februar 1926 nicht höher waren, als Ende November 1925, obgleich in der Zwischenzeit mehr als 8000 jüdische Einwanderer angekommen waren, eih großer Teil davon manuelle Arbeiter. Aus unserer Gemeinde Zur Erinnerung an Rafacl Frank s. A. Im Gedächtnis unserer Gemeinde lebt Rafael Frank unvergessen, und der Generation, die ihn gekannt, unvergeßlich fort als der edle und gütige Mensch, der in demütig-frommer Gesinnung andadüweckcp.d im Hause Gottes heiligen Dienst versah. Lin Denkmal, das die Geschlechter überdauern wird, hat sich Frank durch die von ihm geschaffene neue hebräische Drucktype gesetzt, die für alle Zeiten mit seinem Namen verbunden sein wird. In einer Abhandlung in der Zeitschrift „Archiv für Buchgewerbe" Ic^'te er 1911 die Gründe dar, die zur Schaffung eines neuen modernen Druckhildes für das Hebräische maßgebend war und wies vor allem auf die Neuhelebung des Hebräischen als gesprochene Sprache hin, aber auch auf die ästhetischen und neschichtlicben Mängel der im allgemeinen verwandten Typen. Die Abhandlung erregte weithin Aufsehen. Die von ihm in Anlehnung an alte edle Beispiele gezeichnete Schrift erwarb sich mehr und mehr Freunde. In ständigem Wachsen ist die Zahl der Werke, die in der AftMZAtfDUMtEN HORB HANH mtM-STk.% -ST£CKME*fiAfMG£ Frank Type gedruckt werden. So müssen wir es gerade in Leipzig besonders dankbar begrüßen, daß heute diese grundlegende Abhandlung allen Freunden und Verehrern des zu früh abberufenen Mannes in einer buchtechniseh hervorragenden Ausgabe zugänglich gemacht worden ist (Rajael Frank, Über hebräisdie Typen und Schriftarten. Mit einem Nadiwort von Dr. Jacques Adler herausgegeben von der Schriftgießerei H. Berthold, Abteilung Privatdruckerei. Berlin 1926). Der Groß -Quart- Band bringt eine ausg zeichnet gelungene Bild- Wiedergabe Rafael Franks, eine Skizze seines Lebenslanges. Beispiele der Drucktype in verschiedenen Größen und außer der durch Wiedergabe von lünfzehn älteren und neueren Schriftproben illustrierten Abhandlung Franks eine Abhandlung von Jacques Adler, die zeigen will, wie Frank mit klarem Blick die Renaissance des Hebräischen erkannt, und wie er sie mit seiner Schrift gefördert hat. — Das Ganze ist ein würdiges Ehrenmal für Frank, das die Frinnerung an ihn in unserer Gemeinde noch lebendiger zu erhalten berufen ist. G. Kriegsteilnehmer von 1X70 1X71 Auf den Artikel im ersten Jahrgang Nr. 9 vom 13. No vember 1925 des Gemeindeblattes sind mir einige Ergünzun gen zugegangen, welche ich hiermit veröffentlichen möchte Vergessen worden sind folgende Kriegsteilneijmer: Herl Zander, der entschlafene Gatte der Frau Amalie Zandei war als Soldat eingezogen, ist freilich nicht mehr ins Feit gekommen. — Ein Herr Siegmund Bodek, bei dun nich festz'isulLn war, ob er nicht mit einein der anderen beter: genannten Bodeks identisch ist. — Herr Alexander N ac h od Sohn des ehemaligen Vorstehers der jüdischen Gemeinde. - nu Telephon Nr. 24333 12137 reinägt und färbt schnell und preiswert Teppiche« Portieren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: Salzgäßchen Nr. 6