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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-06-04 · 23 (4.6.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
23 (4.6.1926)
Date
1926-06-04
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 23 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE. LEIPZIG Seite 3 Das bedeute', aber nicht bloß einen Verlust für das Individuum, sondern für das ganze Judentum. Daher ist es notwendig, aus privater Obhut zu lösen, was hier nicht sicher mehr gewahrt ist, durch die Schaffung eines jüdischen F a - milien-Ardiives. Bis jetzt fehlt es für diese an jeder offiziellen Pflege in staatlichen Archiven. Die Gemeinde-Archive sind nur teilweise erhalten, auch diese nicht immer geordnet und katalogisiert. Im April 1924 f orderte ich in einem Artikel, dem Gesamtarchiv der deutschen Juden eine eigene Abteilui für Familienpapiere anzugliedern, her Vor la als undurchführbar, aber im Anschluß an meine Anregung kam es zur Gründung der G e s e 11 s ch a f t für j D d i s ch e F a - ■ mi lien-Forschung, die ihr eigenes Familienarchiv bci gründet hat. (Schluß fölgt.) Aus unserer Gemeinde Die Tagung der traditionell-gesetzestreucn Rabbiner Deutschlands in Leipzig (25. und 20. Mai) In Anwesenheit von ca. 50 Teilnehmern wurde am 25. Mai nachmittags 3 Uhr die Tagung der „Vereinigung traditionellgesetzestreuer Rabbiner Deutschlands" eröffnet. Der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Bondi-Mainz, begrüßte die zahlreich erschienenen Freunde und Amtsgenossen und dankte Herrn Rabbiner Dr. Carlebach-Leipzig für die Vorbereitung dieser Tagung. Zu Ehren der innerhalb der letzten vier Jahre verstorbenen Mitglieder erhob sich die ganze Versammlung. Rabbiner Dr. Carlebach begrüßte namens des orthodoxen Rabbinats Leipzigs und der Isr. Religionsgemeinde die Erschienenen. Es folgten andere Begrüßungen sowie hebräische Gesänge des Synagogenchors unter Teilnahme des Oberkantors Wilkomirski. Ferner ein haladiiseher Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Sdilesinger-Halberstadt über Dine Suria. In geschlossener Sitzung erstatteten dann Herr Rabbiner Dr. Münk-Berlin den Geschäftsbericht, der Rendant Herr Rabbiner Dr. Cohn-Breslau den Kassenbericht. Es folgten dann Berichte der Kommissionen, worauf die Konferenz die Referate der Herren Rabbiner Dr. Unna-Mannheim und Dr. Bondi-Mainz über „Zusammenarbeit der Thoratreuen und ihre Grenzen" entgegennahm. Die Versammlung nahm ohne Diskussion üie folgende Entschließung an: „Im Anschluß an die von Dr. Unna Mannheim und Dr. Bondi-Mainz über .Zusammenarbeit der Thoratreuen und ihre Grenzen' erstatteten Referate gibt die Bereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner' der Überzeugung Ausdruck, daß die beiden innerhalb des gesetzestreuen Judentums bestehenden Richtungen von der gleichen Liebe zu der überlieferten Lehre erfüllt sind, die sie mit dem gleichen Eifer zu verbreiten sich bemühen. Die Bereinigung' fordert die gesetzestreuen Kreise, die Verbände und die Presse auf, durch eine sachliche, von gegenseitiger Würdigung erfüllte Behandlung der verschiedenen Standpunkte eine friedliche Zusammenarbeit aller Gesetzestreuen zu fördern". Der Vormittag des zweiten Tages war ausgefüllt von den Referaten der Herren Rabbiner Dozent Dr. Wohlgemuth-Berlin und Dr. Pinchas Röhn-Wien über „Religionsunterricht an höheren Schulen", an die sidi eine lebhafte Diskussion anschloß. Zu einem gegenständlichen Abschluß haben die Erörterungen noch nicht geführt. Wohl aber war die Versammlung darin einig, daß angesichts der besonderen Anforderungen gerade des jüdischen Religionsunterricht:» die leinplanmäßige wöchentliche Zwei-Stunden-Zahl keineswegs ausreichend sei, insbeson- SCHIRM-HAMPEL Das Haus der guten Schirme u. Spazierfföcke HAINSTRASSE 31 dere nicht für den Unterricht im Hebräischen. Dieser werde vielmehr am besten ausgeschieden und zum Gegenstand eines besonderen Unterrichtes, gelrennt vom Religionsunterricht an den höheren Schulen, gemacht. Um die Mittagsstunde wurden die Verhandlungen durch ein Festessen unterbrochen, das die Isr. Reli ii :;< den zur Tagung Erschienenen darbot. Zur Begrüßung hatte sich der Gemeindevorstand, eine Vertretung der Verordni liberale Rabbinat, der Gemeindedajan und eine Vertre d< Talmud-Thora-Vereins eingefunden. Herr Gemeindevors eher Carl Goldschmidt Uberbrachte den Willkommens.uruß der Gemeinde. Seit ihrem Bestehen habe die hiesige Gemeinde eine ausgesprochen liberale Richtung genommen. Seil mehreren Jahren jedoch habe sich der Gedanke durchgesetzt, daß der Grundsatz der Gerechtigkeit die Berücksichtig ung auch der gesetzestreuen Belange erfordere. Die Gemeindeverwaltung sei ehrlich bestrebt, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Als ein äußeres Zeichen dessen dürfe auch die Anteilnahme an der Tagung der gesetzestreuen Rabbiner gellen Per Vorsitzende der Vereinigung, Herr Rabbiner Dr. B o n ci i - M a in z, dankte namens der Vereinigung und führte in Anlehnung an Schriftstellen und in deren tiefgreifender Deutung aus, daß jüdisches Leben nur dort gewahrt bleib,, wo auch di< Thora ihre Stätte erhalte. Herr Rabbiner Dr. C a r 1 e b a ch -1 e i p zi g begrüßte als orthodoxer Gemeinderabbiner die Kollegen und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Gern iindekörpersdiaften alle Verlangen der Ges rillen. Zuletzt dankte dann nodi Herr Rabbiner Dr. Ho ff mann- Breslau namens der einzelnen Kollegen für die Uberaus herzliche gastliche Aufnahme, die sie anläßlich der Tagung hier in Leipzig gefunden haben. Die Beratungen wurden am trüben Nachmittag mit dem Referat von Rabbiner Dr. Munk-Beriin über ische und praktische Abwehraufgabeu des den aufgenommen. In ausführlicher Weise stellte der Referent Tendenz und Systematik der Angriffe auf die jüdische Religio;: dar, zeigte die Fehlerquelle der gegnerischen Denkweise, belei htete deren groteske Wirkungen an einigen in der apologetischen Literatur noch nicht behandelten Beispiele:'. — Um i Reihe von Initiativanträgen gerecht werden zu können, ■ jhnte die Versammlung die Verhandlung bis in die Nachts und us. Es wurde u. a. eine einmütige Entschließuni gegen die Entartung der Mode richte' Nach Wiederwahl des Vorstandes und Er Neuwahl der Kommissionen wurde die I igui sen. (Fortsetzung des redaktiouellen Teiles siehe Seile 5) CT - -\J ^<i_jQ eUarx,firiftaIl unb (ßla^ fimifbei&obmen! 9ä Tfork&iröasl^l r^-aßf^ ,v<*)SiPR!Ni=

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