Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-04-23 · 17 (23.4.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
17 (23.4.1926)
Date
1926-04-23
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4876568-5968774-5968900--0428-4876945
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 17 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seitep mit dem Gedanken einer Niederlassung von Juden in größerem Umfange ist nur geeignet, den Boden zu bereiten. Ob jemals dieser Boden benutzt wird oder nicht: der Gewinn, den die Geschichtsforschung aus diesen Versuchen schöpft, muß von dem Freunde geschichtlicher Kenntnisse warm begrüßt werden. Es ist darum ein verdienstliches Werk der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, daß sie einen jungen Forscher mit der Aufgabe betraut hat, diese Materialien zur Darstellung zu bringen. Mit nicht geringer Spannung sehen wir dieser neuen „Geschichte der Juden in Spanien" entgegen. G.G. D.-d. G.-B. und Reichsverband Am 23. Januar 1921 hat das deutsche Judentum die Umwandlung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes zum öffentlichen Reichsverband beschlossen. Nachdem die Gründung des Preußischen Landesverbandes die Durchführung des Beschlusses zeitweilig unterbrochen hatte, hat der Ausschuß des D. J.O.B, nach der Konstituierung des Preußen-Verbandes die Arbeiten wieder aufgenommen. Er hat gemeinsam mit dem Preußischen Landesverband Vertreter der anderen Verbände für den 3. Januar 1926 zu einer Aussprache nach München geladen. Das Ergebnis der Tagung war eine Resolution, die mit den Sätzen begann: „Der Reichsverband soll baldmöglichst ins Leben gerufen werden. Zu diesem Zweck treten die bereits bestehenden Landesorganisationen mit dem D. J.G.B, zusammen mit dem Ziel, alle deutschen Juden der Reichsorganisation anzugliedern." Wenn die Angelegenheit in München sachlich nicht weiter gekommen ist, so lag dies daran, daß die Verhandlungen, wie so häufig vorher, sich in der Hauptsache mit Tragen formaler und juristischer Natur beschäftigton, vor allem mit der, ob es möglich sei, auf dem vom 15. Gemeindetag beschlossenen Weg über den l). J.G.B, weiterzukommen. Von der einen Seite wurde die Frage bejaht, von der anderen zwar anerkannt, daß der Weg über den D.J.G.B, an sich wünschenswert sei, dieser jedoch für ungangbar erklärt, weil die rechtlichen Schwierigkeiten unüberwindlich seien. Sachliche Bedenken gegen die Umwandlung des D. J.G.B, wurden nicht erhoben, dagegen wurden wichtigste Gründe für den D. J. G. B. angeführt; die geschichtliche Kontinuität, der Wille des deutschen Judentums, wie er in den Beschlüssen des 13. Gemeindetages seinen Ausdruck gefunden, wesentliche vermögensrechtliche Vorteile, praktische Erfahrung, de - eingespielte Apparat, vor allem aber der folgende umstand: Wird auf dem Wege fortgeschritte.i, den der 15. Genieindetag gewiesen hat, so hat der Reichsverband eine Verfassung, die von der Vertretung des deutschen Judentums nahezu einstimmig beschlossen und von einer Autoritär getragen ist, wie sie ein zweites Mal kaum wieder erwartet werden kann. Aenderungen der Verfassung, die vorgenommen werden müssen, hindern nicht, daß der Verbi.nd so "ort ins Leben tritt. Sie können auf dem vorgesehenen Wege von dem ersten Reichsverbandstage beschlossen werden. Geht man jedoch den Weg eines neuen Zusammenschlusses der Landesverbände, so muß eine neue Verfassung aufgestellt und von den zuständigen Körperschaften sämtlicher Landesverbände angenommen werden, die ganze Arbeit von Jahren beginnt von neuem, und das Ludu ist unabsehbar. Dazu kommt, daß zur Zeit überhaupt nur in einem Teil der Länder die Gemeinden zu Verbänden zusammengeschlossen sind, und ein Zusammenschluß, der sich lediglich auf die Verbände beschränken würde, demzufolge zur Zeit nur einen Torso bedeuten könnte. Bei dieser Sachlage hielt der Ausschuß des D. J.G.B, es für seine Pflicht, vor dem Zusammentritt des in München beschlossenen neuen Ausschusses, wenn irgend möglich, unbedingt Klarheit über die wichtigste Vorfrage zu schaffen, nämlich ob es möglich sei, die vom 15. Gemeindetag beschlossene Umwandlung des D. J.G.B, durchzuführen oder nicht. Denn es bestand sonst die Gefahr, daß die erneuten Beratungen wiederum ergebnislos verlaufen, weil das Für und Wider der Ansichten von der Versammlung doch nicht geklärt werden kann, die Entscheidung vielmehr an anderer Stelle, nämlich bei der Rcichsrcgierung liegt. Der Ausschuß des D. J. G. B. hat sich deshalb mit dem Reichsministerium des Innern, das bereits vor der Münchener Tagung die Anerkennung des D. J.ü.B. als Reichsverband in Aussicht gestellt hatte, mit der Anfrage gewandt: 1. Ob entsprechend den seiner Zeit abgegebenen Erklärungen das Ministcriun bereit sei, den D. J.G.B, auf Grund der vom 15. Gemeindetag beschlossenen Verfassung als öffentlich rechtlichen Reichsverband von Reichs wegen auzucrkei.nen. 2. Ob die Möglichkeit besteht, die Anerkennung so zu beschleunigen, daß sie bereits vor dem für den 25. April in Aussieht genommenen Zusammentritt des in München beschlossenen Ausschusses vorliege. Die Vertreter des Reichsinnenministeriums haben beide Fragen bejaht. Sie haben die Bereitwilligkeit der Reichsregientng ausgesprochen, die Anerkennung des D. J. G. B. a'.s Reichsverband zu erklären, sobald gewisse redaktionelle Aenderungen der Verfassung, die das Ministerium bei den JBBBH^^ LÖTTIE W4MLF- B ö L L Ii\ U dipl. Lehrerin der Mensendieck-Gy mnastik Autbau — Atmung — Gestaltung beginnt mit neuen Kursen für Erwachsene und Kinder PÖH'/KL L A 1\ -P A LA IS. RlTTERSTB. »6 Kcke UoethestraUe — Ruf 41170 Die neugegründefe Kreditgemeinschaft Deutscher Pianofabriken bietet die Möglichkeit der Anschaffung eines Markenflügels oder Pianos zu bequemen Monatsraten. Wir sind der Kreditgemeinschaft angeschlossen und bitten alle Reflektanten, zwanglos Offerte bei uns einzuholen. GEBR. GROTRIAN-STEINWEG Leipzig, Dittrichring 18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.