Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-26 · 13/14 (26.3.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
13/14 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968774-5968897--0395-4876915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 13/14 Seite 7 Konzert Spektor (7. März) Nur selten wird uns Gelegenheit geboten, jüdische Kompositionen außerhalb der Synagoge kennen zu lernen. Auch dann ist es immer nur liturgische Musik, die dargeboten wird. P. Spektor weist der jüdischen Musik neue Wege. Kr schafft nicht mehr ausschließlich für den Gottesdienst, sondern auch für den Konzertsaal. Iis ist uns etwas Ungewohntes, von Ouvertüren zu Psalmen zu nören; aber man muß dem Tondichter Dank wissen, daß seine Arbeiten jüdische Musiker vor neue Aufgaben stellen. Der Komponist zeigte die Kraft eines großen Konnens besonders stark in der Fähigkeit, den Inhalt der von ihm vertonten Texte in plastischer Lebendigkeit zu vertonen. Hier wirkt eine edle, technisch gut entwickelte Kunst mit einem von warmer Innigkeit und reiner Gläubigkeit durchfluteten Gefühle zusammen, um die Stimmung der Psalmen echt zu malen. Wie sehr die Kunst Spektors beachtet zu werden verdient, leuchtet daraus hervor, daß sie trotz mancher Unzulänglichkeiten von Ghor und Orchester starke Wirkung übten. Wir milchten wünschen, daß Spektor hinreichendem Verständnis hegegnet, um seinen Weg zielgewiß weiter verfolgen zu können, n. *ai .Personalnachricht 80. Geburtstag. Am 1. April begeht in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit Herr Simon Markendorf (Christianstraße 29) seinen 80 Geburtstag. Der Jubilar hat 15 Jahre hindurch als Hauptkassierer im Dienste der Gemeinde gestanden. Wir wünschen dem allseitig geschätzten und wegen seiner liebenswürdigen Eigenschaften verehrten Manne noch eine Reihe schöner Jahre in voller Gesundheit im Kreise seiner Lieben. Zur Beachtung! Wir richten an unsere Gemeindemitglieder die Bitte, in» eigenen Interesse diesem Teil, sowie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung zu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung »nderes bestimmt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Fleisch für Minderbemittelte Die 5 jüdischen Heischermeister haben sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, zu den Feiertagen 8 Zentner Fleisch zu wesentlich ermäßigtem Preis an Minderbemittelte abzugeben. Die Verteilung geschieht durch Vermittlung des Gemeindeamts. Unterbringung von Pflegekindern Von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden werden wir auf folgendes aufmerksam gemacht: Nach dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz bedarf jede Anstalt und jede Familie, die ein Pflegekind aufnimmt, der vorherigen Erlaubnis des zuständigen Jugendamtes. Hierzu trifft § 29 des Gesetzes Ausnahmebestimmungen für Anstalten. Nach dieser Bestimmung kann die Erlaubnis zur Aufnahme von Kindern generell derjenigen Anstalt erteilt werden, die durch Zweck, äußere Einrichtung, die pädagogisch tätigen Kräfte eine Gewähr dafür bieten, daß die Pflege der Kinder Anforderungen pädagogischer und hygienischer Art genügt. Es fallen unter diese Bestimmung: Kinderhorte, Kindergärten, Kinderabteilungen von Krankenhäusern, Taubstummen- und Blindenanstalten, Idiotenanstalten, Erholungsheime, soweit Pflege- Qegen Schuppen vfjaamusfa// nur Dr. —■* f—* m , | ii f>M4 Dose Mk. V5 rSAMDsreweco. c.h.rh liip/ic dittpichpinc 16 kinder im Sinne von t; 19 Aufnahme finden, d. h. Kinder unter 14 Jahren dauernd oder nur für einen Teil des Tages regelmäßig gegen Bezahlung in fremder Pflege stehen, Dazu gehören nicht nur die gemeinnützigen, sondern auch die privaten Einrichtungen (Erziehungsheime, Privatpensionen, Privatkinder* gärten). Mit der Durchführung dieser Bestimmung sind gegenwärtig fast alle Länder und Provinzen beschäftigt. Der Oberpräsident von Brandenburg hat z. B. zunächst widerruflich allen Anstalten die Erlaubnis zur Aufnahme von Pflegekindern bis /um 1. IV. 1926 erteilt. Bis zu diesem Termin muß ein Antrag beim Oberpräsidenten vorliegen, um die Erlaubnis zur Aufnahme von Kindern auch in Zukunft generell zu erhalten. Die unter diese Bestimmung fallenden Einrichtungen in den anderen Ländern und Provinzen seien darauf hingewiesen, damit sie rechtzeitig eine Befreiung von der Erlaubnis zur Aufnahme von Kindern durch Vermittlung der jüdischen Wohlfahrtsämter nachsuchen. Nähere Auskunft erteilt uern die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin C 3, R.isenstraße 2-4. Gemeindeamt: Löhrstraßc lo: Fernsprecher 23602. Krdgescholi: Fürsorgeabteilung. Geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11 -t Uhr. — Mittwoch und Sonntag nur für Durchreisende (12 1 Uhr). 1. Stock: Vorstand und Verwaltung. Geöffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9 1 Uhr. Po-tscheckkonto der Gemeinde Nr. 50533 Leipzig. Verwaltungsdirektor: Gustav Katzenstein (Sprech/eit 9 -11 Uhr). Gemeindevorsteher: <"arl Goldschmidt |/.u sprechen nach telef. Stellv. (iemeindevoi-teher: S. llodes [Anmeldung (Nr. 23002) Dezernent d. Fürsorgeabtlg.: S. Gottheit I in der Mittagszeit. Dezernent für das Finanzwesen: W. Hreslauer. Dezernent für das Kasdmis: S. Ii. Goldrei. Liberales Rabbinat: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Felix Goldmann, König lohann-Sir. 17, Fernsprecher Nr. 2i<>67. Sprechstunde 9.30 11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer \ erständigung auch /u andrer Zeit. Montag und Donneistag nur in dringenden Fallen. Gemeinde-Rabbiner: Gustav Cohn. Ltthratr tu. Fernsprecher 2964t. Sprechstunde 10 ti I hr vormittags, nach votheriger telefonischer V erständigung auch zu anderer Zeit. Orthodoxes Rabbinat: Gemeinde -Rabbiner: Dr. Ephraim Carleliach. Nikischplatz 1, Fernsprecher Nr. 10225. Sprechstunden 9 10 I hr vormittags in der floh. Isr. Schule. Gustav Adoll-Str. 7. 4 5 Uhr nachmittags in der Wohnung. Gemeinde Dajan: Rabbiner Rogosnitzky, Saloraonstr. 25 b. Fernsprecher Nr. 10211. Sprechzeit: Montags, Mittwochs. Donnerstags und Sonntags 10 12.30 Uhr vormittags. Dienstags 4 7 Uhr nachmittags, Freitags 10 2 Uhr mittags. Außerhalb der Sprechzeit in der Wohnung. Herrenhüte JULIUS MÜLLER Mittlen - Fabrik Leipzigs Peters-Str. 30 u.Qohlu Halluche fm 87-89

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.