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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-26 · 13/14 (26.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
13/14 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 14 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 erhoben werden mußten, liege daran, daß bei den Ausgaben unverantwortlich bewilligt worden sei. Andererseits entzögen sich große Schichten der Gemeinde einer ordnungsgemäßen Besteuerung, stellten aber umso größere Anforderungen. Die allcrschi'irfsten Mittel müßten angewendet werden, um die leistungsfähigen Gemeindemitglieder zu angemessenen Steuerzahlungen zu zwingen. Alle Luxusausgaben müßten aufhören, auch wohltStlgkeitsausgaben müßten zurückgestellt werden. Gemeindevorsteher Goldschmidt hat gegen den Antrag Tumpowsky's rechtliche Bedenken, die vom Syndikus Justizrat Leb recht unterstrichen werden. Dieser setzt auseinander, daß der Gemeindevot-fand verpflichtet ist, die durch die Haushaltpläne festgelegten Beschlüsse auszuführen, andernfalls er sich der Gefahr des Eingreifens der staatlichen Aufsichtsbehörde aussetzt. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des Antrags Tumpowsky's gegen 2 Stimmen. Von einer Vermehrung der Breslauer-Stiftung um M "'00 wird mit Dank Kenntnis genommen. Der Abtretung eines Streifens von dem Gelände des neuen Friedhofes zur Straßenverbreiterung wiid zugestimmt, nachdem die Stadtgemeinde eine angemessene Gegenleistung durch Überlassung von Gelände auf der entgegengesetzten Seite geboten hat. Von Arbeitslosen, die sich unter den Zuhörern befinden, wird ein Antrag eingebracht, man möge v< n neuem die Arbeitsiosenfrage auf die Tagesordnung setzen oder einen Ausschuß zur Erörterung derselben einsetzen. Da ein Antrag von außerhalb für unzulässig erklärt wird, macht T u m p o w s - ky den Antrag zu dem seinigen. Er ergreift in dieser Frage wiederholt das Wort und setzt sich dafür ein, daß der frühere Ausschuß unter Zuziehung von Vertretern drr Arbeitslosen erneut die Lage prüft. Zu der Frage Sprechen die Herren Dr. G o I d s c h m i d t, Direktor Grosz, üottlieb und M arkendor f. Es werden Bedenken gegen die Erörterung geltend gemacht. Es sähe aus, als ob ein Druck ausgeübt werden soll, der Antrag käme völlig überraschend. Auch habe es keinen Zweck, über die Frage zu I eraten, wenn kein We.n gewiesen wird, wie Mittel zu beschaffen sind, um den Arbeitslosen zu helfen, nachdem die früher bewilligten M 200«iü aufgebraucht sind. Eine Besprechung im Plenum wiid abgelehrt. Be: der Ab- Stimmung über die Frage, ob die Sache einem Ausschuß üb rwiesen werden soll, ergibt sich zunächst ein Stimmenverhältnis von 12:12. Angesichts dieser Lage wird dann doch einstimmig Überweisung an eine Kommission hescl ossen. Während der Aussprache darüber, ob zu den Kommissionsberatungen Vertreter der Arbeitslosen zuzuziehen sind, ist eine | roße Z ihl von Arbeitslosen mit Gewalt eingedrungen, und es entsteht ein Tumult, der den Vorsitzenden zwingt, die Sitzung zu unteibiechen. Eist nach geraumer Zeit gelingt es, die Ruhe wieder herzustellen und die Masse der Arbeitslosen zum Abzug zu bewegen, sodaß die Zahl der veibleibenden Zuhörer in angemessenen Gienzcn vei bleibt. Auf eine Anfrage Tumpowsky's erklärt man sich damit einverstanden, Vertreter der Arbeitslosen zur Auskunfterteilung in den Kommissionssiizungen zuzuziehen, wenn dies notwendig werden sollte. Eine Sitzung jo|I bereits am 24. März stattfinden. In den Ausschuß werden wie fiüher gewählt die Verordneten IJubilier, Schick, Dr Goldschmidt. Grosz und vom Vorstand die Herren Qo dschmidt, Breslauer und Gottlieb. Es schließt sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Aus unserer Gemeinde Solbad-Kolonie Dürrenbcrj; Anmeldungen werden von jetzt an jeden Freitag von 10 bis ll Uhr Löhrstraße 10 Erdgeschoß angenommen. Der Kinderhort Ein kurzer Bericht über die Bedeutung des „Kinderhortes *, einer Abteilung des .Israelitischen Wohltätigkeitsvereins zu Leipzig", dürfte manchem Leser des „Gemeindcblatks" vielleicht wünschenswert erscheinen. Der Hort ist im eigenen Grund- Stück des Vereins, Nordstraße 151, in luftigen, hellen Räumen ARMBANDUHREN HORRMAHH fiTCM-JTk. % - S TECK NEU PAffA CE untergebracht und wird von einer Lehrerin und ehrenamtlich tätigen Helferinnen geleitet. Der Hort nimmt sich gern der Kinder an. deren Eltern, insbesondere deren Mütter ihres Berufes wegen bis zum Abend ihrem Hause fernzubleiben genötigt sind. Diese Kinder, nach Schulschluß sich selbst Uberlassen, sind mancherlei Gefahren ausgesetzt; in erster Reihe, daß vielleicht dieses der jenes Kind, selbst wern es vom ernstesten Pflichtgefühl durchdrungen ist, nach Kinderart durch gedankenloses Herumstehen im Hause oder auf der Straße LEOPOLD LYSSOW Steckner-Pusage - Telefon 29183 Spezialgeschäft feinster Schokoladen Heller - Lindt - Marquis riamann (neuaufgenommen) Konditorei und Kaffee Blaue Hand Ä Täglich ab 5 Uhr: Die Bretri-Sfudenten Eigene Konditorei Bestellungen sofort frei Haus .;;t; ." Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig VORANZEIGE! Sonnabend, den 10. flpri1, abends 8 Uhr im VOLKSWOHL, Löhrstraße 10 Filmvortrag des Herrn Dr. k. Soloweetschik: Bekämpfung utui Verhütung der englischen Krankheit. Alle jüdischen Männer und Frauen haben freien Zutritt

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