Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 13/14 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Vorbehalt zu machen, daß die Verpflichtung der Oemeinde erlischt, wenn die Zinsen zur Bestreitung der Pflege nicht mehr ausreichen. Tumpowskl hat den Antrag auf Herabsetzung der zweiten Gemeindeanlage tar iy25 vou 15 auf 7! „"„ gestellt und begründet ihn ausführlich. Der Beschluß zur Erhebung von. 15" o sei seinerzeit nur unter der Voraussetzung des Bedarfes gefaßt worden. Das Rechnungsjahr gehe aber zu Ende, und der größte Teil der Ausgaben sei geleistet, bevor die Erhebung der /.weiten Qemeindeanlage durchgeführt ist. Wenn mch noch üeld für die nächsten Monate gebraucht wird, so sei doch ein Steuersatz von im ganzen 30" „ übermäßig hoch und angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse untragbar. Er sei es senon zur Zeit der Beschlußfassung gewesen, heute aber erst recht. Auch bei einer Herabsetzung der zweiten Qemeindeanlage von 15 auf 7Vi4/» werde der Geldbedarf für die nächsten Monae gedeckt. Gemeindevorsteher Qoldschmidt hält dem entgegen, daß die zweite Gemeindeinlage bereits ausgesctirieben und zum Teil bezahlt ist. Zu einer Rückerstattung fehlen die Mittel. Die bisher erhobenen Steuern hätten nur deshalb ausgereicht, weil große Verpflichtungen aus den Haushaltplänen. für die Rechnungsjahre 1924 und 1925, darunter besonders die Aufbringung von je M 59003, insgesamt also M 100033, für den neuen Friedhof nicit erfüllt worden sind. Für den neuen Friedn )f sei kein Pfennig da. Zwar lasse sich d irQber streiten, ob diese Posten in den Haushaltplan einzrsetzen waren oder nicht, nichdem es aber geschehen ist, müsse danach verfahren werden. Gutmann erklärt, daß die Gemünd»* in die jetzige schwierige Lage dadurch gekommen sei, diß man die Aisgaben bewilligt hätte, ohne nach der Deckung zu fragen. Nunmehr müsse aber für die entsprechenden Einnahmen gesorgt werden, wenn die Gemeinde wie ein ehrbarer Kiufmann handeln will. Selbst wenn die Möglichkeit einer Ermäßigung der Steuer bestünde, so könnte es sich im besten Fall um5"„ handeln. Ihm erscheine der Antrag als eine Geste, die dirtun soll, daß zwar alle Forderungen durchgesetzt worden sind, aber nun doch noch gespart w:rden kmn. Eine Ermäßigung der Steuer sei aber deshalb nicht .ingängig, weil für den Geldbedarf bis zum Herbst gesorgt werden muß, denn vorher könne aus technischen Grund.vi an die Steuererhebung für 1926 nicht gedacht werden. Verwaltungsdirektor Katzen stein ergänzt die *4ite<* Richard Poeftzsch, Leipzig Kaffee-Großpösterei Detailverkauf: Hainstr. 16 18 - Köm«splatz 13 - -Grimm. Steinw. 20 Angaben des Gemeindevorstehers durch Mitteilung von Zahlen, nach denen die ungedeckten Verpflichtungen aus den Haushaltplänen für 1924 und 1925 mindestens M 155000 betragen. Stein wundert sich über den Antrag Tumpowski's. Dieser hätte seine Bedenken im Finanzausschuß, der sich nur sehr schweren Herzens zur Festsetzung von 30°/o entschlossen habe, zur Geltung bringen sollen. Je'zt seien dieselben verspätet. Tumpowsky erklärt es für unmöglich, die Friedhofsanlage aus haushaltplanmäßigen Mitteln zu bestreiten. Dies müsse durch Aufnahme einer Anleihe geschehen und dem Gemeindevorstand seien hierfür mancherlei Wege gezeigt worden. Dieserhalb müsse der Gemeindevorstand sich energisch bemühen. Der Gemeindevorsteher weist nach, daß dies nach jeder Rijhtung hin geschehen ist, doch seien bis jetzt a'le Bemühungen vergeblich gewesen, sie würden aber unermüdlich fortgesetzt. Gottlieb führt dazu noch aus, daß man über die vom Vorstand unternommenen Versuche zur Geldaeschaffung in öffentlicher Sitzung keine weiteren Auskünfte geben könne, die Versammlung könne aber das Vertrauen haben, daß nichts versäumt wird. Tumpowsky begegnet dem von verschiedenen Vorrednern erhobenen Einwaud, daß bei einer Herabsetzung der zweiten Gemeindeanlage keine Mittel zur Rückzahlung überbezahlter Steuern zur Verfügung stehen, mit dem Vorschlag, man könne diese auf die Steuern für 1926 gutschreiben. Der neue Haushaltplan solle sofort aufgestellt und auf das Äußerste beschränkt werden. Nach dem Vorschlag des Herrn Hodes könne die Fürsorge herausgenommen und dadurch eine wesentliche Entlastung erzielt werden. Markendorf betont in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Chebra Kadischa, daß es keine drängendere Aufgabe gäbe, als den Bau des neuen Friedhofes, da der jetzige nur noch bis Ende des Jahres reicht. Dr. Goldschmidt vergleicht die Lage der Gemeinde mit derjenigen eines Mannes, der über seine Verhältnisse gelebt hat. Die Gemeinde mü'se aber ihren einmal übernommenen Verpflichtungen nachkommen. Die Ausgaben sind gemacht sie müssen gedeckt werden. Für die Zukunft aber müsse Klarheit darüber bestehen, daß jede Ausgabe, die nicht unbedingt sein muß, zu unterbleiben hat. Was über das Notwendige hinausgeht, solle von denen aufgebracht werden, denen das Gewünschte am Herzen liegt. Daß 30 n u Steuern Tafel- und Kaffeegeschirre Jedes Stück einzeln erhältlich Billigste Preise Otto Buhlmann Petersstraße 36 töiLjsch- und Platt anstatt Gardinenspannerei und Reinigung ohlwäscherei" INHABER M. WOHLFELD LEIPZIG, GELLERTSTRASSE 12-14 is Telephon 27994 liefert blendend weiße Wäsche ohne scharfe Mittel. — Solide Preise. — Freie Abholung und Lieferung täglich. Aus meiner Preisliste: Pfund-Wäsche, blendend weiß gewaschen und gerollt 32 Pfennig ,, ,, gewaschen und halb getrocknet 22 Pfennig Als besondere Spezialität wird sämtliche Herrenwäsche auch nur zum Plätten in meine Neuplätterei angenommen. Aut meine anerkannt btlitjen Preist jewlhre Ich dtn Mltjlltdtrn j proitnt Rabatt. =====-