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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-12 · 11 (12.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
11 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Salomon Rossi Zur Ergänzung der vorstehenden Abhandlung diene folgender Hinweis auf den ersten „Synagogenkomponisten". Salomon Rossi lebte am Hofe zu Mantua als Komponist — er nannte sich „Ebro" — und wurde dort hochgeschätzt. Er war ein Zeitgenosse Monteverdis, Orlando de Lasso, Eccard, Morlev. Es war die Zeit der großen Madrigalisten. Rossi schrieb Sinfonien; daneben auch Vokalmusik, wie Madrigale und Psalmen. Seine hebräischen Psalmen und Liturgien für den Sabbathgottesdienst sind wahre Perlen hebräischer Musik. Leider haben diese Kompositionen nicht die Verbreitung erfahren, die ihnen unbedingt zukommt. Das mag daran liegen, daß sich Rossi in ihnen nicht an die althergebrachten jüdischen | Weisen hielt, sondern sie im Stile Palestrinas klassisch durcharbeitete In der Musikgeschichte gewann Salomon Rossi eine bedeutende Stellung und dazu noch zu einer Zeit, in der es für Juden nicht leicht war, offene Anerkennung zu finden. Seine hebräischen Psalmen und Liturgien, vom dreistimmigen bis achtstimmigen Satz, wurden von Naumbourg (Paris) bearbeitet und verdienten, mehr gesungen zu werden, als es geschieht. Gelegentlich des Synagogenkonzertes am 14. März werden mehrere Stücke des Komponisten dargeboten werden, um zu erweisen, daß wir alle Veranlassung haben, noch heutigen Tages auf diesen Meister stolz zu sein. B. Licht Aus unserer Gemeinde Solbad-Kolonie Dürrenberg Anmeldungen werden von jetzt an jeden Freitag von 11 bis 12 Uhr Löhrstraße 10 Erdgeschoß angenommen. Frauenverein „Ruth" Am 23. Februar 1926 fand die Generalversammlung des Frauenvereins „Ruth" statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder nahmen mit regem Interesse an den Verhandlungen teil. Frau Pfefferblüth erstatiet den Jahresbericht, erwähnt auch die Sorgen des Vereins infolge der schweren wirtschaftlichen Krise und bittet um intensivste Mitarbeit aller, sodaß die an den Verein gestellten Anforderungen erfüllt werden können. Herr Rabbiner Dr. Carlebach ergreift das Wort zu einer Ansprache, will in Gegenwart so vieler jüdischer Frauen auf eine Frauengestalt hinweisen, die in der jüdischen Geschichte Bedeutung gehabt hat. Was Esther im Großen für das jüdische Volk geleistet hat, das leistet der Frauenvercin „Ruth" im Kleinen. Wir alle sollen von Esther lernen, alles als Fügung zu betrachten, und erkennen, daß der Dinge letzter Grund in uns selbst liegt. Je düsterer die Zeit, umsomehr müssen wir Einkehr halten und durch Erkenntnis unserer Fehler, durch eigene Besserung, eine Besserung der allgemeinen Lage herbeizuführen suchen. Herr Rabbiner Dr. Carlebach schließt mit einem Segenswunsch lür den Verein, der aufs Neue erblühen und einer schönen Zukunft entgegengehen möge. Frau Pfefferblüth dankt auch im Namen der Mitglieder dem hochverehrten Herrn Rabbiner für seine schönen, ergreifenden Ausführungen und bittet, eine kleine Pause eintreten zu lassen. Frau Neugasser gibt den Kassenbericht, es folgt der Bericht der Bücher- und Kassenprüferinnen und die Entlastung des Vorstandes. Die Wahl wird von einem Wahlausschuß geleitet. Es werden 96 Stimmzettel abgegeben; in den Vorstand sind gewählt: Frau Dr. Carlebach, Dubiner, Felsenstein, Menasche, Neugasser, Neumann, Dr. Nobel, Pfefferblüth, Rabinowitz, Sertürner, Strauß. Da keine Anträge gestellt werden, schließt die Vorsitzende mit herzlichen Dankesworten an die Erschienenen die Versammlung. Eindrücke aus Palästina Wir veröffentlichen nachstehenden Bericht, nachdem sein Verfasser für die Objektivität bei der Wiedergabe der Gedankengänge Chaschins die volle Verantwortung üqernommen hat. Die Schriftleitung. Über das Thema „Der Zionistentraum und die palästinensische Wirklichkeit" sprach am 20. II. in öffentlicher Versammlung auf Einladung der hiesigen Jüdischen Arbeitergemeinschaft im stark überfüllten Volkswohlsaale Alexander Chaschin, Berlin, auf Grund eigener Wahrnehmungen und Studien in Palästina. Redner, der bereits früher als Redakteur einer hebräischen Arbeiterzeitung in Palästina gelebt hat, ging von der sogenannten Grabsky-Einwanderung aus (nach dem antisemitischen polnischen Ministerpräsidenten Grabsky genannt), die er bei seinem vorjährigen Besuch Palästinas in vollem Gang fand. Diese erste Einwanderung in größerem Maßstab mußte die Probe auf das Exempel der Aufnahmefähigkeit des Landes liefern. Es ergab sich: kaum 1"„ dieser Einwanderung wandte sich produktiven Berufen zu. Der Großteil blieb gleich in Tel- Awiw, dem jüdischen Nachbarort der Hafenstadt Jaffa. Eine wilde Bauhausse, hemmungslose Spekulation in Grund und Boden, unerschwingliche Mietpreise einerseits und ein plötzliches Aufblühen der Bauindustrie andererseits waren die Folge. Spielplan für das Leipziger Schauspielhaus v* **vk** Fernsprech. 21099 fUr die Zeil vom 14.—21. März 1926: Sonnabend, den 13. März, 7,30 Uhr: Erstaufführung: „Lulu" von Frank Wedekind V», Sonntag, den 14. (A. 7,30, E. 10,30) „Lulu'- Montag, den 15. (A 8, E. 10.30) „Die leichtbekleidete Adele" Dienstag, den 16. (A. 8, E. 11) „Lulu" Mittwoch, d. 17 (A 8, E. 10.30) „Die leichtbekleidete Adele" Dunnerstag, den 18. (A. 8, E. 11) „Lulu" Freitag, den 19. (A. 8, E. 10,30) „Die leichtbekleidete Adele" Sonnabend, den 20. (A. 8, E. 11) „Lulu" Sonntag, den 21. (A. 11) Morgenfeier z. Gedenken a. d. 60jähr. R Kolland, veranst. vom Kriegsgegnerbund, Leipzig (Einheitspreise: 1 u. 2M) (A.8, E. 10,30) „Die leichtbekleidete Adele" Tafel- und Kaffeegeschirre Jedes Stück einzeln erhältlich — Billigste Preise Otto Buhlmann Petersstraße 36 Richard Poetzsch, Leipzig Kaflee-GroBrOsterel Detailverkauf: Hainstr. 16/18 - Königeplatz 13 - Grimm. Steinw. 20

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