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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-02-26 · 9 (26.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
9 (26.2.1926)
Date
1926-02-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAKUTISCHKN liF.UHloNStiKMKINDK. LEIPZIG 2. Jahrgang d) B a c k w a i ■ n i Solomon Lotrowski, Berliner Stiulie ry Leopold Schmeidler, Ranstädter Steinweg 28 32. Filialen: Ranaiädter Steinweg 45, Noraatraß« 26. Selii; Srlu-inottii/, 1 hmilioliltstraße 25 Für Schokolade besieht kelue Aufsicht! e) Speieehäuaer: Chmeinitzky, Reichsatraße 22. Gottlieb, Plauensche Passage. Mandls, Plauenache Passage fi Gemüse- und Obatkonaerven, Marko ..S.ikofa", berge stellt von der Sachs. Konservenfabrik A.-i;., vorm. Paul Augustin in Leiprig. Einxelverkaul durch die Kolonialwarengeachäfte- Uas Rabbinat trägt die Verantwortung nur dann für «las Kaschrus, wenn auf drin DosendeckeJ d.i^ Wort HOB singestanxt ist, und die Dose von einem Papierstreifen umgeben ist. der den Aufdruck tragt: .."WS Hergestellt unter Rabbinatsaufsichl der israelitischen Religionsgememde zu Leipzig "IC?5\ g, die K 0 lonial w arengetchäfte, die zum Peasachfeate unter Aufsicht genommen »erden, «erden besonders bekanntgegeben. Ii Mazzosfabrik Leopold Si hnn-idler. L-Gohlis, PlanitastraBe 13. Personenstandsnachrichlen a) Geburten 11. Februar 1026 Manuel Fritz und Don geb. Lopate, Wettinerstr. 30 pt., einen Sohn „Martin Max" 12. Februar 1826 Cbaim Meier Hecht und Dobi geb. Seiler, LeibnizstralSe 7. einen Sohn „Leo" 13. Februar 1926 Wolt Rosenbaum und Chtja geh. Topermann, BöttdierglSM 3 1. einen Sohn ,Hermann Leo" b) Trauungen Am Sonntag, den 21. l-'ebruar 1928, 5,30 Uhr nachmittags, Fräulein Jetti Peppi Kreier mit Herrn Tratel Haar. Herlin. in der Wohnung, Leipzig. Mttnzgasse 3 c) Barmizwa 6. März 1S26 Immanuel Chamitzer, Sohn des Herrn Dr. Raphael (,'hamitzer und Frau Ella geb. Schwarz.. Itismarckstraik- 22 8. März 1826 Leon Müller, Sohn des Herrn Martin Müller und Frau Henriette geb. Neander. Marienstralie 15 6. März 1026 Max Reiter. Sohn des Herrn Isidor Reiler und Frau Emma neb. Krummbein, Brühl 11 ti. März 1926 Günther Steinhaus. Sohn des Herrn Oskar Steinhaus und t rau Margarete geb. Niclat, Frommannstraße 3. Sprechsaal Wedekind und sein Rabbi Frank Wedekind, „Frei'-Wedekind schläft wenigstens in der darstellenden Kunst. Trotz der Parteien Haß und (in ist. Da kommt seine Tochter daher, hierher nach klein-Paris. Pamela ist ihr Name. Sie will dem schlafenden Genius aufhelfen und liesi aus Franks Werken. Die Zeitungen, die Hüterinnen des ewigen Feuers der Literatur, loben ihr Tun und ihr Wollen. Schon. Was hat das mit der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, was mit diesen Blättern zu tun? . . . Doch halt! Pamela Wedekind las auch die Novelle »Rabbi risra", Das war scheinbar die Veranlassung für Herrn I.äsziö Kampl, von jenem Abend im Feuridisaal zu berichten. Und also laßt er sieh über diese Erzählung und ihren Vortrag aus: „Sie (Pamela Wedekind) hätte gerade diese packende, V >m Dichter echt jüdisch empfundene, leinsinnige Erzählung lieber nicht vorlesen sollen; denn wer den ..Rabbi Esra* von I udwig I lardl gehOrt hat, der in schlichter Art. das typisch Jüdischerotische sanft betonend, diese packende Meisternovelle zu einem Kabinettstück ersten Ranges werden läßt, den wird kaum entgangen sein. daß Pamela Wedekinds Auffassung das Ganze zerriß und verblassen ließ". Iis mag zunächst der Kritik des Lesers anheimgestellt werden, inwiefern Pamela Wedekinds Vortragsweise — dieses Stückes - durch den Hinweis auf die bessere Ludwig Hardts ein absprechendes Urteil erfahren kann. Demnach dürfte keiner italienische I ieder singen, wenn er nicht ais Caruso oder Battistini vor uns tritt. Doch das ist für diese Ausführungen nebensächlich. — Audi der etwas „Altertümliche*, vor Wedekind Gewarnte, wird gern zu einer Erzählung greifen, die einen solch anziehenden Titel trägt. Rabbi Esra. Doch wie wird jeder Jude, der das Religiöse (ganz neutral gefaßt) als historischen Gehalt unseres Volkes und als das einigende Band für alle seine Kinder anerkennt, wie müßte jeder Jude von der Lektüre oder dem Vortrag dieser Novelle scheiden? Mit Empörung, wenn nicht mehr als das: mit Ekel. Ein Rabbi des (Istens. ein geistiger Führer des Volkes, warnt seinen Sohn vor den Hoffnungen in der Litne, die sich meist als trügerisdi erweisen. Zum Beweise seiner Anschauung schildert er ausführlich die Entwicklung, die die Liebe zu seiner e genen Frau, d. i. der .Mutter des Sohnes, genommen. Das alles mit jenen stark sinnlichen Ausdrücken, die Wedekinds Natur liegen, und in einem Deutsch, das durch Umstellung der Satzglieder das Jiddische imitieren will. Rein literarisch und psychologisch ist diese Schöpfung eine Unmöglichkeit. Wenn eine Schilderung natürlich sein soll, so muß sie der Gedankenwelt cer zur Darstellung kommenden Personen nahekommen. Ferner wird ein halbwegs religiös fühlender Mensch nicht von seinen eigenen j zarten Gefühlen in dieser Weise Kunde geben, erst redit nidit seinem Sohne gegenüber. Sind wieder jene Gefühle des ..Rabbi" nidit echt, will das Ganze als Karrikatur gewertet werden, so erübrigt sich jede Berichterstattung in einer jüdischen Zeitung. Über üterarisdie Qualitäten läßt sidi aber streiten. Herr Kampl mag anderer Meinung sein. Worin hat er aber gefunden, daß diese Erzählung „vom Dichter edrt jüdisdi emp- } funden" ist? Etwa weil sie , Rabbi lisra" betitelt ist? Oder weil jene eigenartigen Wiederholungen und Umgruppierungen der Worte das jiddisdie Idiom gut wiedergeben? Wohl nidit. ' Denn Herr Kampl wird sicherlich geistigen Gehalt von spradilicher Umkleidung zu sdieiden wissen. Soll vieileidit das „typisch jüdisch Erotische" als Fingerzeig dienen? Frotik ist Naturkraft, die in versdiiedenen Graden auftritt, aber sidi qualitativ-national nidit unlersdtcide'. Oder wollte wan uns auch hierin „neue Thesen anzuschlagen" haben.- Wenn, was nicht glaubhaft erscheint, dies zutrifft, so wird man billigerweise dergleichen Diskussionen aus eil,er Zeitung missen wollen, die das Organ einer jüdischen Gemeinde ist. Doch das m. F. Wichtigste ist noch zu sagen. Im Verlaufe der Sdiilderung des „Rabbi", die er von seiner Liebe gibt, läßt Wedekind ihn einen klar ausgesprodienen Fluch gegen den Herrn der Welt ausstoßen, den er mit seinem Namen IlhVIl ohne Bedenken nennt. Fs ist weitbekannte Pflicht des gesetzestreuen Juden, sfdi vor dem Ausspredren des Gotlesnamers zu hüten, ferner ist bekannt, daß die Gotteslästerung als Verbot zu den noachidischen Gesetzen zählt, daß der lalsdie Sdiwur beim Namen Golles als ein Teil des Dekalogs audi bei Nidltjuden streng verholen ist Wie beim Hinscheiden eines Angehörigen hat der Jude beim Vernehmen einer Gottes- HiElberf Frankenberg Tel. 27128 Markgrafenstraße 10 Tel. 27 128 Spezial-Maßgeschäft f. oltsgante Herrenkleidep Nur erstklassig Stolle \ Allerbeste Zutaten Individuelle Ausführung (iarderobe-Abonnements Anfertigung auch zweckmäßig eingerichtet bei Zugabe des Stolles

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