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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-02-26 · 9 (26.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
9 (26.2.1926)
Date
1926-02-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Seite 3 ausgedehnt: in Polen, Danzig, Frankreich arbeiten die verschiedenen Zweige der Organisation. Gegenwartig wird die Frage erwogen, ob nidit eine Tätigkeit der Organisation auch in Deutschland nach denselben Grundsätzen entfaltet werden soll. Gerade diese Frage bildete einen hauptsächlichen Gegenstand der Beratungen, und es wurde von Herrn Or. Bramson dem Leipziger Komitee in sichere Aussicht gestellt, daß die Zentrale eine Entwicklung nach dieser Richtung durchaus begrüßen und zweifelles nicht abgeneigt sein würde, auch in Leipzig eine Fachschule zu fördern, wenn ihre Notwendigkeit vom hiesigen Komitee festgestellt werden würde. Damit würde einer Leipziger Ortsgruppe des „Ort" eine außerordentlich wichtige Aufgabe zufallen. Sie würde aber nur gelöst werden können, wenn die Bewegung in Leipzig ein starkes Fundament erhalten würde, Es muß die Erkenntnis in immer weiiere Kreise dringen, daß die Ideen des „Ort" nicht auf die östlichen Länder begrenzt bleiben dürfen: die Organisation muß eine Welt - Organisation werden. Und auch nach dieser Richtung fällt Leipzig eine ganz bedeutsame Rolle zu. Gerade von hier aus können infolge der internationalen geschäftlichen Beziehungen Verbindungen mit Juden aller Länder angeknüpft werden, die der Ausbreitung der Bewegung außerordentlich dienlich sein werden. Auch für diese Art der Arbeit ist eine gut organisierte Ortsgruppe erforderlich. So will das Komitee Mitglieder werben, die sich für die Idee des „Ort' einsetzen. (Die Mitgliedschaft wird durch einen Jahresmindestbeitrag von 12 Mark erworben.) Eine weitere Aufgabe will das Komitee zu lösen versuchen, indem von hier aus, besonders nach den Fachschulen in den östlichen Ländern Lehrmittel, Anschauungsmaterial u. dergl. vermittelt werden sollen, wofür gerade Leipzig als Stadt des Buchverlags prädestiniert ist. — Es ist nach alledem deutlich, daß in Leipzig für die „Ort"-Bewegung außerordentlich Wesentliches geleistet werden kann, wozu nur die Erkenntnis der Richtigkeit des vom „Ort" beschrittenen Weges und ein reges Interesse für die Bewegung erforderlich ist. Daß, besonders für die Erhaltung der großen Aufgaben des Verbandes, beträchtliche Summen erforderlich sein werden, bedarf keiner Hervorhebung, und so wird auch hier das Interesse der wohlhabenden Juden geweckt werden müssen, um die Kredit-Hilfe, die für Landwirte und Handwerker gleich notwendig ist, aufzubauen und sicherzustellen. — Der Leipziger Zweig kann, wenn die „Ort"-Bewegung in rechter Weise verstanden wird, ein ganz wichtiges Glied in der großen Organisation werden. Das Komitee hat sich erweitert, um auf duses Ziel hinzusteuern. Aus unserer Gemeinde Purim-G'ttesdienst Im Interesse der Meßbesucher findet in der Keilstraße 4 am P u r i m ein dreimaliger G'ttesdienst mit Verlesen der Megilloh statt. Der erste beginnt um 6 Uhr, der zweite um 7,15 Uhr, der dritte um 10 Uhr. Personalnachrichten. Herr Rabbiner Dr. Neuhaus, der seit 1920 an der hiesigen Höheren Israelitischen Schule als Schulleiter tätig war, ist zum Gemeinderabbiner nach Mülheim a. d. Ruhr berufen worden. Dr. Neuhaus, als Pädagoge wie als Redner hochgeschätzt, hat sich um hiesige Organisationen, die Agudas Jisroel, später um die Gründung der Achduth, sowie um die Leipzig - Loge, deren Präsident er zwei Jahre hindurch gewesen ist, große Verdienste erworben und ist auch durch seine Vorträge in Nachbarorten bekannt geworden. Auch seine Gattin hat sich in rühmenswerter Weise verdient gemacht. Als Leiterin des Studenten-Mittagstisches, der später zum Mittelstands-Mittagstisch ausgebaut wurde, sowie als Vorsitzende des Schwesternbundes der Leipzig-Loge hat sie sich opferfreudig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Der Fortgang Beider von Leipzig wird in weiten Kreisen lebhaftes Bedauern hervorrufen. Synagogenkonzert Am Sonntag, den 14 März, vormittags 11 Uhr, veranstaltet der Ghor der Gemeindesynagoge in der Synagoge unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Barnet Licht, ein Konzert, bei dem Werke von Rossi (16. Jahrhunderl), Mendelssohn- Bartholdy, Jadassohn, Lewandowski, Lampel, Arnold Mendelssohn, Händel und Bach zum Vortrag kommen. Als Mitwirkende sind in Aussieht genommen: Frau Fanny Cleve (Sopran), Mitglied der Städtischen Oper, Konzertmeister Leo Schwarz (Violine), Mitglied des Gewandhausorchesters, Hauptkantor S. Lampel, Kantor Hans Hiller (Orgel). Die hohen Leistungen, die der Chor unter seinem neuen Dirigenten auiweist, lassen eine auf künstlerischer Höhe stehende Veranstaltung erwarten. Nähere Ankündigungen erfolgen in nächster Nummer. Nachrichten aus dem Gemeindeamt Wohnungswechsel Herr Gemeinderabbiner Cohn wohnt seit dem 15. Februar Löhrstraße 10 III Fernsprechanschluß (29641) und Sprechzeit bleiben unverändert Zur Beachtung! Wir richten an unsere (iemeindcmitglieder die Bitte, im eigenen Interesse diesem Teil, sowie den amtli< hen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung iu schenken, da eine Wiü(f<-ntlichung unserer Bekanntmachungen! soweit nicht die Gemeinde Satzung anderes bestimmt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Unter Aufsieht des orthodoxen Gemeinderabbiiiates stehen: a) Fleischereien: Mose-- BUd, < lerberstraße 48 50. Moses Frischer, Nordstrabe 1. Sally Löb, Packhofstraße n 13 und Ranstädter Steinweg 7. Adoll Zellner, Gerberstraße 5. Wilhelm ZeUner, Nordstraße 5. In Geflügelverk 1 u 1: Die vorgenannten Fleischereien. Moses l'Yui r, Tain harr Straße 20. C) MÜC h und Butter: J. Barthfeld, Vorkstraße 9. S. Ringelblum, (.erberstr 43. Fil Lohmühlgasse, Ecke l-.bcrhardstr. Chain] Zipser, Berliner Straße 18, IV. Tie Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als ..Koscher" gekennzeichnete Waren. *££ HERMANN HORRMRNN SXt

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