Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 GEMEJMDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 laSterung erschüttert einen Riß in sein Gewand zu tun. Wir j wollen aber Herrn Kampl gar nicht mit diesen Religionsgegesetzen kommen. Hiner Begründung entbehren sie nicht; eine offenbare, alles menschliche Fühlen durchflutende Bewegung spiegeln jene Bestimmungen wider. Frank, der Freie, hat sich kaum an diese geheiligte Scheu geschert. Gönnen wir es ihm Aber ist solche Schilderung „jüdisch empfunden"? Muß dieser Umstand allein nicht jeden Juden zwingen, diese Erzählung in das Reich einer fremdjüdischen, ja überhaupt gottlosen Literatur zu verweisen, auch den Juden, der noch meint, ein solcher sein zu können, wenn er nicht mehr an den Herrn der Welt glaubt und auf ihn hofft? Wer nur wenig gläubig ist, dem wird Gottes Name ein Heiligtum sein, auch in den größten Stürmen seines Lebens. Wer ihn nicht bekennt, der flucht in ein Nichts. Es mag manchem unangebaacht erscheinen, auf die ganze Angelegenheit eingegangen zu sein. Solange aber diese Blätter als Organ der Gemeinde mit der historisch-gesetzestreuen Richtung in Verbindung stehen, können Ausführungen solcher | Art, wie sie Herr Kampl getan und die in diesem Fall den gläubigen Juden jeglicher Richtung verletzen, nicht unwidersprochen bleiben. Darüber hinaus ist es vielleicht von Wert, an einem Beispiel gezeigt zu haben, welche Aussichten sich eröffnen, wenn man unbedenklich Brücken schlägt zwischen Europa und Judentum, ohne sich über die Festigkeit ihrer Pfeiler vergewissert zu haben. Ari Wohlgemut Konzert Lisa Kummer (Gesang), Weinberger (Klavier), Freund (Violine) Entweder sind wir Juden so sehr wählerisch inbezug auf künstlerische Kräfte geworden, oder aber tragen die wirtschaftlichen Verhältnisse von heute Schuld daran — man denke, was man wolle — eines steht fest: wenn von sehen der Leipziger Judenheit der minimale Besuch der Konzerte, in denen vor allen Dingen jüdische Künstler auftreten, weiter so anhält, dann--dann glaube, wer glauben will, an Liebe und Verständnis fUr die Musik und die ausübenden Künstler in unseren Kreisen! . . . Weit und breit künden Plakate Konzerte an! Wie oft ist ohne weiteres am Namen zu erkennen, daß es sich um jüdische Künstler handelt! (Sara Bech, Eisen - berger, Maurice Eisenberg usw.) Im Konzertsaal aber findet man schwerlich einen einzigen Juden! — Auch in diesem Konzert, in dem sicn die Mitwirkenden großen Beifalls erlreuen durften, machten die jüdischen Zuhörer nur ein Drittel der gesamten Anwesenden aus. — Da man also im großen Ganzen wenig Aufmerksamkeit dem Konzert geschenkt hat, wird wohl noch weniger Interesse für die Kritik vorhanden sein. Deshalb wollen wir lieber schweigen und nichts verraten. Wenn ihr nicht dort gewesen seid, werdet ihr nur ja nichts glauben! Ein ander Mal: Gehet hin, höret, lernt und vergleicht dann eure Kritik mit der, die „schwarz am weiß" steht! Kritikus VereinsnachricfrSers. Zur Beadhtung für die Vereine. Wir weisen darauf hin, daß wir Veröffentlichungen der Vereine in der jeweiligen Nummer nur dann vornehmen können, wenn wir spätestens am Dienstag bis Mitlag im Besitze der Manuskripte sind. Die Schriltlei'.ung Reichsbund jüd- Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig Die Messeabende, die seit geraumer Zeit regelmäßig der K.J.F. am Meß- Montag veranstaltet, haben sich als beliebter Sammelpunkt aller ehemaligen jüdischen Frontsoldaten eingebürgert. Die hiesigen Mitglieder des R.J.F. treffen mit hiesigen Freunden, vor allem aber mit den zahlreichen, anläßlich der Messe hier weilenden Mitgliedern auswärtiger Ortsgruppen zu einigen Festesstunden zusammen. Gelegentlich der bevorstehenden Frühjahrsmesse findet der Messeabend am Montag, den 1. März, in den Schloßkeller-Sälen, Dresdner Straße 50, statt. Näheres siehe Inserat. Der Vorstand des K.J.F. bittet um Beaditung folgender Richtigstellung: Die Telefonnummer von Dr. med. Adoli Stein, Menckestraße 51a, ist 1 4894, und nidit, wie Irrtümlich angegeben, 51374. —. Die Telefonnummer von Fred Urbadi, Reitzenhainer Straße ist 0 2 056, und nidit, wie irrtümlich angegeben, 20134. Verein jüdischer Reisender, Leipzig. In der am 8. Februar stattgetundenen Mitgliederversammlung hat sidi der Vorstand neu konstituiert. Die Geschäftsstelle befindet sidi zurzeit bei Herrn J. Kalter, Lortzingstraße 11, Telefon 20738, wohin sämtliche an den Vorstand zu riditende Uesudie usw. tu adressieren sind. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Heiträgen nodi im Rückstände sind, werden gebeten, dieselben unverzüglidi an die Uesdiäftsstelle ' abzuführen, damit der Vorstand in seinem Weiterarbeiten nidit gehemmt wird Nichtbefolgung dieser Aufforderung hat Streidiung aus der Mitgliederliste zur Fo.ge. Dem Ausgeschlossenen steht das Recht zur Berufung an die nachfolgende .Mitgliederversammlung zu. Wir verweisen besonders darauf, daß wir 10 Reisenderstellen zu besetzen haben und bitten Reflektanten, sidi umgehend in unserer Geschäftsstelle zu melden. Werbet Mitglieder, je stärker der Verein, desto stärker die Macht. Mitgliederversammlung am 1. März 1926 abends 8 Uhr im Heim der l'oale Zion, Löhrsraße II. Fin Sekretär des Zentralverbandes der Angestellten spricht über unseren AnsdiluB an die Gewerkschaft. — Da es sidi um eine widitige Aussprache handelt, bitten wir um zahlreiches und pünktlidies Erscheinen, Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig. Mittwodi, den 3. März, nachi.iittags 4,30 Uli', in der Lesehalle, Keilstraße 4: Arbeitsgemeinschaft ,B1 beikund e". Jüdischer Theaterverein Jüdischer Jugendbund. Sonnabend, den 27. Februar, 8 Uhr, in der Leipzig-Loge (Arndtstr. 1): Frtthlicher I'urim-Abend mit Tanz. Mittwodi, den 3. März: Vereinsabend (Thema unbestimmt). Puriiu-Fest der Z T L- Das l'utim-rest. das die Z.V. L. am Mittwodi, den 3. März, in den neuen Concordia-I'estsälen veranstaltet, verspricht durdi sein erstklassiges Programm einen genußreichen, stimmungsvollen Abend. F.s ist dem veranstaltenden Komitee gelungen, einige hervorragende Künstler zur Mitwirkung zu gewinnen: den bekannten Tenor der Berliner ineater, Herrn Eduard Lichtensteln, und Frau Tina H .Tlina-Märkle, die die Rolle dir l'eresina am Gärtner-Theater, M Indien, mit außerordentlichem Erfolg kreierte. Ferner wird das Mitglied des Staatstheaters Berlin. Herr A. Sclielasi, jüdische Rezitationen bringen.- Ihre gütige Mitwirkung haben außerdem zugesagt: Frau Helen Hepner und Fräulein Grete Tramer. Ferner wird der Bar Kochba seine beliebte Mustersdiule, Reigen und lebende Bilder, vorführen. Vorführungen der interessantesten Teile des neuen Palästina-Films eröffnen und beschließen die Darbietungen. Für Tanzstimmung wird die Original - Wenskat - Kapelle und Milonga-Band-.Meyerstein sorgen. Die l Fintrittspreise sind niedrig gillalten, sodaß mit zahlreichem Besuch geredinet werden kann. SCHIRME REPARATUREN STÖCKE BEZÜGE! GUSTAV HAMPEL, hainstr, 13 QeaenSchuppen vfjaamusfyll nur Dr. jrjC —' ~ n '* mlilj? l^^k^^föiwaMWP(^^^^< LiiPtiG omeiCHPiNü 16