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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-01-08 · 2 (8.1.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
2 (8.1.1926)
Date
1926-01-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 Seite 3 Der Wahl geht eine Aussprache voraus, in der Herr Wolf die Bildung einer neuen Fraktion anzeigt, die sich orthodoxe Fraktion nennt und vorläufig aus 3 Mitgliedern besteht. Der Ältestenausschuß soll demnächst dazu Stellung nehmen, welche Mindestzahl für die Bildung einer Fraktion erforderlich ist. Der ständige Ausschuß für das G e m e i n d e b 1 a 11 bleibt in der alten Zusammensetzung bestehen: Gemeindesyndikus Justizrat Lebrecht, Direktor Grosz und Schick; als Stellvertreter der beiden letzteren: Fein und Tumpowsky. Zur Wahl des Fürsorgeausschusses werden verschiedene Vorschläge gemacht; sie soll erst durch den Ältestenausschuß vorbereitet werden. Herr Dubiner wünscht, daß der Ausschuß durch Zuwahl von Vertretern der wohltätigen Vereine eine Neugestaltung erfährt, die mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse notwendig sei. Fs schließt sich noch eine kurze Aussprache an, an der sich die Herren Gottlieb, Pelz, Lustig und Rosenfelder beteiligen Der Finanzausschuß wird aus den Herren Gutmann, Emil Joske, Schick, Ury, Eitingon, Stein, Grosz und Tumpowsky gebildet. Die Wahl des Unterrichts- und Erziehungsausschusses sowie des Ausschusses zur Verwaltung der Darlehenskasse sollen durch den Ältestenausschuß vorbereitet werden. Der Ausschuß für den neuen Friedhof verbleibt in der alten Zusammensetzung, das sind Frau Dr. Carlebach, Frau Hedwig Oppc und die Herren Isidor Felsenstein, Gelberg, Jacob Hahn, Justizrat Dr. Löwenstein, Georg Markendorf, G. Nathansen, I. B. Sachs, Meier Strauss. Dr. Wohrizek, J. Wolf. Der Steuerberufungsausschuß wird aus den Herren Dubiner, Dr. Wohrizek, Israel Fngländer, Sigmund Felsenstein und M. Schisdia bestehen. In der Stiftung Israelitisches Krankenhaus wird die Gemeinde wie bisher durch die Herren Goldschmidt und Hodes vertreten sein. Damit sind die Wahlen beendet. Das Hauptinteresse des Abends wendet sich dem nächsten Punkt der Tagesordnung: Arbeitslosenfürsorge zu. Hierzu hatte sich eine ungewöhnlich große Zahl von Zuhörern eingefunden, sodaß der Sitzungssaal überfüllt war und nicht alle Erschienenen Einlaß finden konnten. Der Vorsitzende berichtet, daß sich Vertretungen der Arbeitslosen in zwei ausführlichen Eingaben an die Gemeinde gewandt und verschiedene Anträge gestellt haben. Sie wünschen, daß ihre Vertreter in der Sitzung gehört werden. Die Herren Tumpowsky und Kestenbaum wollen dem entsprechen. Herr Dr. Goldschmidt empfindet tief die große Not der Gesuchsteller, hält aber die Zulassung von Außenstehenden für allen parlamentarischen Gepflogenheiten zuwiderlaufend. Fr glaubt auch, daß es nicht notwendig sei, die Antragsteller zu hören, weil wohl niemand da sei, der die Not nicht anerkennt und nicht gewillt ist, ihr nach Möglichkeit zu steuern. Da jedenfalls ein besonderer Ausschuß für die sachliche Beratung der Angelegenheit eingesetzt werden müsse, so könnten darin die Arbeitslosen zu Worte kommen. Der Vorsitzende teilt die von Herrn Dr. Goldschmidt geäußerten Bedenken, während Herrn Dubiner daran gelegen ist, daß die Vertreter der Arbeitslosen gehört werden. Es werden zunächst die Eingaben der Arbeitslosen und der jüdischen Arbeitergeineinschaft, die diese Sache zu der ihrigen gemacht hat, verlesen. Darin wird ausführlich die katastrophale Lage der Betroffenen dargestellt, und ihre Wünsche und Forderungen werden vorgebracht. Sie stellen im wesentlichen folgende Anträge: 1) Erhöhung der bisherigen Unterstützungen, 2) Schaffung eines Arbeitsnachweises, 3) Gewährung einer einmaligen Winterbeihilfe, 4) Krankenversicherung bei der Aligemeinen Ortskrankenkasse auf Kosten der Gemeinde. Herr Direktor Grosz glaubt, daß diese ausführlichen Eingaben die Lage nach allen Richtungen hin klar erkennen lassen. Die große Sensation wird unser Montag, den 11. Januar 1926 beginnender, großer Inventur- Ausverkauf! Warten Sie - so sparen Siel Wir lösen unser Versprechen ein und bringen eine unerreichte Leistung hinsichtlich Preis e Auswahl Qualität Seidenhaus Jacoby

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