Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 2 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4876568-5968774-5968882--0253-4876784- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Zum neuen Jahrgang <•> Den Gepflogenheiten unserer Zeitschrilten-Literatur gemäß tritt unser „Gemeindeblatt" mit dem Beginn eines neuen Kalenderjahres in einen neuen Jahrgang, seinen zweiten, ein. Die kurze Dauer seines Bestehens rechtfertigt es noch nicht, Rückschau zu halten und von dem zu sprechen, was es geleistet hat. Im Beginne seines neuen Jahrganges aber darf es noch einmal zusammenfassen, was es leisten wollte und weiterhin leisten will, um so mehr, als es damit die Hoffnung auf verständnisvolle Mitarbeit seiner l.eser verknüpft. Vorangestellt sei, was das Gemeindeblatt nicht sein wollte und will. Ks will kein Nach richten blatt sein. Darum vermeidet es, Nachrichten aus dem jüdischen Leben außerhalb Leipzigs zu bringen, wiewohl oft penug die Versuchung nahelag, wenigstens von Dingen zu berichten, die das allgemeine jüdische Interesse beschäftigten. Ks will audi kein Kampforgan sein. Darum hat es geschwiegen, als sein Erscheinen hie und da nnfreundlich aufgenommen wurde, und hat audi alle Beiträge zurückgewiesen, die geeignet gewesen wären, Aussprachen herbeizuführen, in denen sidi die parteilichen Gemüter erhitzt und damit eine Atmosphäre unangenehmen Gezänks geschaffen hätten. Versuchen wir, Aufgabe und Ziel des Gemeindeblattes auf eine kurze Formel zu bringen, so konnte sie etwa lauten: Das „Gemeindeblatt" will alle Mitglieder unserer Religionsgemeinde unterrichten über das gesamte jüdische Leben in Leipzig; aufrufen zur tätigen Anteilnahme an den jüdischen Angelegenheiten; anregen zur Beschäftigung mit allgemeinen Fragen des jüdischen Lehens in Vergangenheit und Gegenwart. Ks wäre, das sei nochmals hervorgehoben, verfrüht, heute zu fragen, inwieweit das gelungen ist. Aber nach den bisherigen Krfahrungen legen wir Wert darauf, diese Leitgedanken wiederholt zum Ausdruck zu bringen. Soll es sein Streben verwirklichen können, so bedarf das „Gemeindeblatt" der tatkräftigen Mitarbeit weiterer Kreise unserer Gemeinde. Wir vermissen noch die Mitteilungen mancher Vereine, Anstalten und Kinrichtungen über ihre Veranstaltungen, soweit sie geeignet sind, einen größeren Kreis zu interessieren. Wir möchten ein Bild des gesamten jüdischen Lebens zeichnen. Allen Vereinen jeder jüdischen Richtung religiöser oder politischer Art stehen unsere Spalten für ihre Ankündigungen offen. Gerne berichten wir auch über ihre Veranstaltungen, soweit sie durch die dabei zutage getretenen Gedanken geeignet erscheinen, auch den unbeteiligten Leser anzuregen. Zu stärkerer Mitarbeit rufen wir auch für die übrigen Teile des Gemeindeblattes auf. Innerhalb des Rahmens, den wir uns, dem Wesen unseres Blattes entsprechend, stecken müssen, möchten wir doch eine so reichhaltige Vielseitigkeit entfalten, daß kein Gemcindcmitglied das Blatt ungclcscn beiseite legt. Darum richtet sich unsere Bitte an alle, die über das Wissen und die Gewandheit verfügen, uns mit ihren Beiträgen dabei behilflich zu sein, das „Gemeindeblatt" immer mehr zu einem ungern entbehrten Gast in allen jüdisuhen Häusern Leipzigs werden zu lassen. Die Schriftleitung. *) Wegen Raummangels konnten die obigen Ausführungen in Nr. 1 nicht untergebracht werden. Bericht über die Wahlversammlung und Gemeindesitzung vom 4. Januar 1926 von Verwaltungsdirektor Katzenstein Gemeindevorsteher Goldschmidt eröffnet die Wahlversammlung, indem er die neu eingetretenen Mitglieder der Gemeindevertretung, Frau Mathias und die Herren Kitingon und Stein herzlich begrüßt. Kr schließt daran den Dank für die ausgeschiedenen Mitglieder Frau Brenner und die Herren Czaczkes und Nathansen. Der Jahreswedisel gibt dem Vorsitzenden Veranlassung, auf die außerordenllidi schweren Aufgaben hinzuweisen, die im Laufe des Jahres bewältigt werden müssen. Das sind namentlidi der Bau des neuen Friedhofes und die Fürsorge, die angesichts der wirtsdiaftlidien Lage ungeheure Anforderungen an die Gemeinde stellen wird. Die satzungsgemäß mittels Stimmzettel vorgenommenen Wahlen hatten folgendes Krgebnis: Wiederwahl des Herrn Hodes zum Stellvertreter des Gemeindevorstehers und des Herrn Breslauer zum Mitglied des Vorstandes; zum Vorsitzenden der Gemeindeverordneten für 1926 und zum stellvertretenden Vorsitzenden für 1927 wird Herr Dr. Wohrizek, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeindeverordneten für 1926 und zum Vorsitzenden für 1927 wird Herr Dr. Halbe r s t a m gewählt. Durch Zuruf wird Herr Schick zum Schriftführer, Herr Kaufmann zum stellvertretenden Schriftführer der Gemeindeverordneten bestellt. Hiermit schließt die Wahlversammlung. In der sich anschließenden Gemeindesitzung wird zunächst die Stellvertretung des Gemeindevorstehers so geordnet, daß in folgender Reihenfolge die Vorstandsmitglieder die Stellvertretung übernehmen: Breslauer, Gottlieb, Goldrei. Der Ältestenaussehuß setzt sich zusammen aus den Herren Dr. Gonrad Goldschmidt, Gutmann, Dr. Halberstarr, Kaufmann, Strauss, Tumpowski, Schick und Dr. Wohrizek. Zu Synagogenkommissaren werden wiedergewählt die Herren Kduard Baumann, Siegmund Cohn, Desider Gutmann, Max Joske, Hugo Kaufmann, Julius Lustig, Geor^ Markendorf; Leopold Müller, Hermann Pelz, Gustav Rosenth;il sen., Adolf Rotter, Adolf Tramer, Arthur Weil und Bernhard Weissmann. In die Kaschruskommission werden entsandt die Herren Isidor Felsenstein, Gelberg, Leib Merkin, G. Nathanse i, 1 Neumann, I. B. Sachs, Meier Strauss und K. Kestenbauin Nordheimer vergrößert sein Geschäft Petersstraße 48 durch Hinzunahme eines Nebenladens. Bis zur Fertigstellung dieses Baues durchgehend herabgesetzte Preise