Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 15 (25.12.1925)
- Date
- 1925-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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IMr. 15 GEMEINDEBLATT . DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Freilich kann man sich der Wahrheit nicht verschließen, daß die Verwirklichung des Nationalismus mit Menschlichem- All/umenschlichem beschwert ist. Trotzdem muß man sich zu ihm bekennen, also auch — so führte der Redner weiterhin aus — zum jüdischen Nationalismus und zu diesem besonders, bei der anormalen Lage des jüdischen Volkes. Das Bekenntnis zum jüdischen Nationalismus, der das Glück habe, rein und unbeschwert verwirklicht werden zu können (?), führe zum Zionismus. Der tiefschürfende Vortrag löste eine lebhafte Diskussion aus. die der hohen Geistigkeit des Referats durchaus ebenbürtig war. Herr Rabbiner Dr. Goldmann stellt in seinem fast als Korreferat anzusprechenden Nachwort dem Schicksalsnationalisimis des Referenten einen Nationalismus der Macht und des Milieus gegenüber, der zu anderen Schlußfolgerungen führe als die Be^riffsauffassung des Referenten. Ein Diskussionsredner glaubte aus den Ausführungen des Referenten folgern zu sollen, daß dieser die Idee der „Menschheit" als Utopie betrachte und alle Bemühungen um dieses Ziel, wie beispielsweise die Arbeit des Wiener Pazifisten Freud als vergeblich ansehe. Diesen Irrtum wie auch alle anderen Fragen und Einwendungen wußte der Referent in seinem ausgezeichneten Schlußwort aufzuklären und zu behandeln. M. J. Konzert Oberkantor Stern Das Konzert, das Herr Oberkantor Stern am 12. Dezember im Rathaussaale gab, konnte sich eines leidlichen Besuches erfreuen. Der Konzertgeber, der über eine schöne Tenorstimme verfügt, sein reiches Material aber noch allzusehr mehr in den Dienst des Ileldenhaft-Kräflijgen als des Lyrisch-Weichen stellt, hatte mit Synagogengesängen, den Arien aus „Die Jüdin", „Toska" und „Troubadour", dem russisdien Lied „Die Lerche" von Glinka, einer „Elegie* von Massenet (mit Begleitung von Violine und Klavier), sowie mit den am Schlüsse gesungenen jüdischen Volksliedern, welch letztere er mit bemerkenswert musikalischem Feingefühl zum Vortrage brachte, großen Erfolg. Besonders hervorzuheben ist auch die vortreffliche Wiedergabe der Toska-Arie. Wir hoffen den Sänger, der, wie wir hörten, noch fleißigen Studien obliegen will, später wieder begegnen zu können. — Der mitwirkende, beim hiesigen jüdischen Publikum bereits gut bekannte Violinist Jascha Meirowitz bewährte sich in Stücken von Corelli „La Folia" und Hubay „Hulanuo balaton" als tüchtiger, sattelfester Spieler seines Instruments und erntete ebenfalls reichen Beifall. — Die Begleitung an Harmonium und Klavier wurde vui Herr;i Siegfried Weinberger in künstlerisch gediegener Weise ausgeführt. R. Neueröffnung? 0 Besichtigung ohne Kaufzwang! — Echte Bleikristalle — prima Qualität, prachtvoll ges^tilirren Q m, b. n. sehr preiswert. 'W Neustädter Bleikristall- und Porzellanvertrieb Leipzig, Promenadenstraße 16 SCHIRME REPARATUREN STÖCKE BEZÜGE GUSTAV HAMPEL, hainstr. 13 Zur Beachtung Herr M. Tager bittet davon Kenntnis zu nehmen, daß er künftighin in seiner Privatwohnung für hiesige und auswärtige Hilfesuchende in keinem Falle zu sprechen sein wird. Für Durchwanderer wird Herr Tager zu sprechen sein: Täglich, außer Freitags, abends 7—8 Uhr im Büro des Vereins „Linas Hazedck" (Gerberstraße 10), Freitag abend im Anschluß an den Gottesdienst in der Synagoge, Keilstraße 4. In Angelegenheiten derNot Stands hilfe oder anderen Hilfsangelegenheiten ist Sprechzeit taglich (außer Sabbath) 10—11 Uhr in der Geschäftsstelle: Kl. Fleischergasse 2. Nachrichten aus dem Gemeindeamt Gemeindeamt: Löhrstralie 10 :: Fernsprecher 23602. Erdgeschoß: Kürsorgeabteilung. Geöffnet: Montau. Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11—1 Uhr. — Mittwoch und Sonntag nur für Durchreisende (12 1 Uhr). 1. Stock: Vorstand und Verwaltung. Geöffnet iür den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9 1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 90533 Leipzig, Verwaltungsdirektor: Gustav Katzenstein (Sprechzeit 9 — 11 Uhr). Gemeinevorsteher: Carl Goldschmidt | zu sprechen nach tclef. stellv. Gemeindevorsteher: s. llodes! Anmelduni; (Nr. 23602) Dezernent d. FUrsorgeabtlg.: S. Gottlieb J In der Mittagszeit. Liberales Rabbinat: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Felix Goldmann. König Johann-Str. 17, Fernsprecher Nr. 21(51)7. Sprechstunde U.3l —11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Verständigung auch zu andrer Zeit. Montag und Donnerstag nur in dringenden hallen. Gemeinde-Rabbiner: Gustav Golm. Karlstr. 5. Fernsprecher Nr. 29541. Sprechstunde 10 -11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Verständigung auch zu anderer Zeit. Orthodoxes Rabbinat: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Ephraim Carlebach, Nikiscbplatz 1. Kernsprecher Nr. 10225. Sprechstueden 9—10 Uhr vormittags in der Höh. Isr Schule, Gustav Adoif-Str. 7, 4 -5 Uhr nachmittags in der Wohnung. Gemeinde-Dajan: Rabbiner Rogosnitzky, Salomonstr. 25b. Fernsprecher Nr. 10211. Sprechzeit: Montags. Mittwochs, Donnerstags und Sonntags 10 12,3t) Uhr vormittags. Dienstags 4—7 Uhr nachmittags. Freitags 10-2 Uhr mittags. Außerhalb der Sprechzeit in der Wohnung. Friedhofs- und Bestallungswesen (Gemeindetriedhoi, Berliner Straße 123) Jeder Sterbefall ist unverzüglich dem Gemeindeamt, wenn dieses geschlossen ist, dem Synagogeninspektor Hermann Isaaksohn. Gottschedstraße 28 (Synagoge), l emspr. 11290, oder dem stellvertretenden Hestattungsordner Paul PietrkOWSki, Lindenau. HenriciStraBe 40. Kernsprecher 42752, zu melden. Sonnabends und an den israelitischen Feiertagen ist der Friedhol geschlossen. Jüdischer Theaterverein Jüdischer Jutfcndbund zu Leipzig. Donnerstag, den 31. Dez. d. j. in den Kammermusiksälen des Centrai-Theaters Gr. Gesellschaftsabend lirstklassijje Darbietungen, diverse Überraschungen, und beste Tanzmusik (Kapelle B1 a ck - W h i 1 e) verbürgen einen stimmungsvollen Abend. eginn 8 Uhr. Gesellschaftsan: n Ende 5 Uhr. eng sehr erbeten.