Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 13 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGJONSGEMEINDE, LEIPZIG I. Jahrgang Hindernisse aller Arten hinwegzuräumen, sie grenzen fast an das Wunderbare, es ist fast eine Wiederholung des Chanukah- Wunders. Denn Iiier — es ist auch das hei der Notwendigkeit dieser Anstalt beinahe ein Wunder — gab und gibt es überhaupt nichts anderes als Schwierigkeilen und Hindernisse. Die Festesstiinmung des Tages soll nicht unter der Aufzählung dieser leidigen Hemmungen getrübt werden, aber, daß hier ein Mann zäh /u seinem Werke steht, daß alle Stürme ihn nicht wankend machen können, daß alle Bitternisse und finttäuschungen, von undankbarer Seite bereitet, seine heilige Liebe für die große Sache nicht haben mindern können: das weist auf das unerschütterliche G'ttvertrauen hin, das den verehrungswürdigen Junik r erfüllt, das deutet auch auf das grenzenlose Maß seiner Liebe für die Jugend hin, die in ihm ihren geliebten und hochgeachteten Lehrer und Führer erblickt. Ks ist hier auch nicht der Ort, von der so edlen Persönlichkeit unseres Rabbiners ein Bild zu entwerfen. Jedes Lob wäre hier eine Vermessenheit. Dem Wissenden ist es bekannt, welche Wärme und welche liebenswürdige Freundlichkeit einem jeden Besucher seines gastfreund'lchen Hauses von ihm und seiner gleichgestimmten Gemahlin entgegengebracht wird. Hier folgt der Sohn nur den Traditionen des ehrwürdigen väterlichen Hauses, der vornehme und ecfii jüdische Geist des Lübecker Raw ^"St hat auch im Hause dieses seiner ihm ebenbürtigen Söhne und Töchter eine Stätte gefunden. Seinen Vertrauten und Mitarbeitern ist der Gefeierte väterlicher Berater. Aber eins soll hier öffentlich gewürdigt ' werden, weil er, die Öffentlichkeit angeht: seine Friedensliebe. Niemand fürchtet Streit und Kampf mit ihren so haß-. liehen Folgen mehr als unser Jubilar. Fs ist ein hartes Geschick, das gerade diesen Mann schon mehrmals hat einen Kampf führen lassen, der ihm in innerster Seele zuwider ist, und nur seine nähere Umgebung weiß, wieviel innere Wehmut ihn in solchen Tagen erfüll!, wie gern er auch die Streitaxt niederlegt, worin nur eine Möglichkeit dazu bestellt. In seiner Friedensliebe, die mancher schon vielleicht als zu weitgehend empfunden haben mag, erweist sich Dr. Garlebach als echter Schüler des friedenliebenden Priesters Aron Noch mancher Zug wäre diesem Bilde unseres Führers hinzuzufügen, wir müssen uns in dieser kurzen Würdigung auf das Wesentliche beschränken. Wir haben nur noch den Wunsch auszusprechen, daß es mit g'ttlieher Güte unserem verehrten Gemeinde - Rabbiner Dr. Carlebach vergönnt sein möge, in weiteren 25 Jahren zum Heile und' Wohle der Gesamtheit in unserem engeren Kreise, aber auch draußen in der jüdischen Welt, zu wirken; möge sich die Treue, die er sich, seinem Werke und seinem Gemeindekreise in so vorbildlicher Weise gehalten hat. umsetzen in Anhänglichkeit und Liebe der Leipziger Juden für ihren Kaw und Führer! W"Vö"y Möge auch der Talmud-Thora-Vercin, der auf eine so tatenreiche und ruhmvolle Vergangenheit zurückblicken kann, in der Gegenwart neu erblühen, um segensreiche Zukunftsarbeit für die Orthodoxen innerhalb unserer Gemeinde zu leisten. H.....n. Das Judentum als Kulturfaktor Vor etwa 600 Personen, welche dem Rufe des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Leipzig gefolgt waren und im großen Festsaale des Centraitheaters sich eingefunden hatten, sprach am Montag, den 30. November der Professor für Soziologie an der Universität Frankfurt a. M. Professor Dr. Erik Nölttttg über das Thema: „Das Judentum als K u 11 u r f a k t o r". In lebendiger SCHIRME REPARATUREN STÖCKE BEZÜGE GUSTAV HAMPEL, hainstr. 31 Weise, die Zuhörer ungemein fesselnd, führte er etwa folgendes aus: Unter den Kulturen gibt es solche, die im Aufblühen sind, und andere zerfallende. Sobald Zersetzungserscheinungen bemerkbar sind, such! man eine Ursache, und zwar eder gewöhnlich in dem, was ihm unsympathisch ist. Der eine im Kapitalismus, der andere im Kommunismus, in der Achtung! Neueröffnung!;k lamepreis!__ Nur echtes BleiKriSlalU M. Bowlen . . Wein Römer 6.— Likör-Römer 3.25 Karaffen 16.— Bonbonieren 8.50 etc. Qualität reich u. kunstvoll geschliffen Zur Einführung an-! M. seresneueröffneten nufsätze . 43.— Geschäftes verkau- . _ji_L,_« fen wir noch kurze J^^ren Zeit zu Salat.eren *» 1 i Teller . . Reklame" Vasen . . preisen etc. 950 9.50 6.- 5.50 Q. m b. R.' Neustädter Bleikristall- und Porzellanvertrieb Leipzig, Promenadenstraße 16 Henniger&Co. G. m. b. H. Leipzig Grimmaische Str. 16 Schwer versilberte Besteche und Taleigeräte Vornehmster Geschmack! Beste Ausführung! Voller Ersatz für echtes Silber Preislisten mit Abbildungen stehen zur Verfügung