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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-12-11 · 13 (11.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
13 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 13 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Ein Doppel-Jubiläum Der kommende Sabbath Chanukah steht für die Leipziper orthodoxe Judenheit unter dem Zeichen eines Doppel-Jubiläums. Wir rüsten uns, den Tag festlich zu begehen, an dem einst vor 25 Jahren unser altverehrter Raw, Herr Rabbiner Dr. Carlebach, sein hiesiges Amt antrat, mit welchem auch gleichzeitig seine Laufbahn als geistiger Führer einer jüdischen Gesamtheit begann. Fs gilt ferner, das 25jährige Bestehen des Talmud- Thora-Vereins in unserer Mitte zu feiern, Fs ist das ein Doppel- Anlaß, der trotz aller Schwere der Zeiten doch Feier und Würdigung verdient. Ist es vielleicht ein Symbol, wenn dieser Jubeltag gerade mit dem Beginn unseres so lieben Chanukahfestes zusammenfällt? Chanukah bedeutet uns ja den Sieg der Idee über die rohe Gewalt, ist uns mit seinem Lichtwunder Zeichen für die Kraft und Ausbreitung des G'ttesgedankens, wenn er auch zunächst nur einem schwachen, winzigen Lichtlein gleichen sollte! — Wer die Verhältnisse der jüdischen Gemeinde in Leipzig von früher her kennt und sie mit den heutigen Zuständen vergleicht, erkennt sofort, welche Wandlung in den letzten Jahrzehnten sich hier vollzogen hat; der Kenner der neuesten Geschichte der jüdischen Gemeinde weiß auch, wie unvergleichlich anders die Form des hiesigen Gemeindelebens sich gestaltete, ja, sich gestalten mußte als anderwärts, der gerech'e Beurteiler wird auch Verständnis dafür haben, welch ungeheures Maß von Energie, Schwierigkeiten zu überwinden, hier den Führer auszeichnen muß, um über alle Hindernisse und Trennungen kultureller und landsmannschaftlicher Art hinweg den Weg zur Verbindung und Vereinheitlichung zu linden, kurz gesagt: aus einer Fülle von untereinander zusammenhanglosen Minjonim ein Kehilloh zu schaffen. Hier Wege gewiesen und beschritten zu haben, sie immer gangbarer zu gestalten, das ist das unbestreitbare Verdienst unserer Jubilare. Man übertreibt nicht, wenn man in diesem Sinne Dr. Carlebach als den Vater der orthodoxen Kehilloh Leipzigs bezeichnet, denn niemals hat der heute zu Feiernde seine Aufgabe anders aufgefaßt, als allen denen gemeinsam zu dienen, die ja ihrer gemeinsamen Grundgesinnung nach zusammen gehören, nicht einzelnen Gruppen, sondern dem Ganzen gehören seine Oedanken, seine Arbeit H ■ •i i) d s c h tu he Krawatten Herren -Wäsche Trikotagen in größter Auswahl und erstklassiger Verarbeitungjbei soliden Preisen Liier Leipzig Reichsstraße 24 Fernruf 23635 und Fürsorge an, seinem Wirken darf man es zuschreiben, wenn heute doch ein gewisses einheitliches K'llal-Bewußtsein die in so viele Gruppen gespaltenen Mitglieder unserer Gemeinschaft erfüllt. Diesem Bestreheu ist es auch zu danken, wenn heute in Leipzig so neben den zahlreichen Gebetsstätten, die für ganz bestimmte Kreise gedacht sind, auch die beiden Synagogen desTalmud-Thora-Vereins vorhanden sind, die der Allgemeinheit der Orthodoxie Andachtsstätten sein wollen. Gerade der Talmud-Thora-Verein war es, dir diese Ziele seines geistigen Führers zu erstreben und zu erreichen wußte. Mit seinen beiden G tteshäusern in der Keilstraße und Otto Schill-Straße und ihrer sireng überlicfcrungstrcuen Führung, die dennoch nicht auf gewisse Forderungen der Ästhetik zu verzichten braucht, es wohl auch nicht einmal darf, hat er sich um die gesetzestreue Judenheit Leipzigs ein großes Verdienst erworben, hat damit auch dem Ansehen und der Würde der Orthodoxie nach außen gedient. Hier ist auch die Stelle, wo die Namen all jener eifrigen und opferwilligen Helfer, die ihrem Führer in jeder Zeit als treue Mitarbeiter zur Seite senden, nicht verschwiegen werden dürfen. Die Namen S.!<ro ch, C h. F i t i n g o n , J. B1 u m e n f e I d s. A., K. T u m p o w s k i s. A., S. Nadel, P. Gelberg, J. Badt sind zu sehr mit dem Verein verknüpft, um jemals vergessen zu werden, wenn es gilt, die Verdienste des Talmud-Thora-Vereins zu würdigen. Diese Absicht, einem großen Ganzen zu dienen, zeigt sich auch in jener zweiten großen Schöpfung, die in unseren Jubilaren ihre Meisier gefunden hat: im Aufbau des Schulwerkes. Wir besitzen heute am hiesigen Orte eine Reihe von Institutionen, die es sich zur Aufgabe stellen, Schüler in allen jüdischen Disziplinen auszubilden. Wie sali es damit aber vor 25 Jahren aus? Aller Unterricht im Jüdischen lag in den Händen von Privatlehrern, soweit sich die Fitem nicht entschließen wollten, ihre Kinder dem Gemeinde-Unterricht anzuvertrauen, der nicht immer und in allem den Forderunyen der Orthodoxie entsprach. Fs muß dem Talmud-Thora-Verein und seiner Leitung unvergessen hl iben, hier als Pionier aufgetreten zu sein, und der Initiative seines Rabbiners folgend eine Religionsschule eröffnet zu haben, in der nun Knaben und Mädchen den Grundsätzen der überlieferten Väterreligion getreu ihren Unterricht von pädagogisch geschulten Lehrkräften empfingen. Welchen Zauber dabei gerade die Persönlichkeit des jungen Rabbiners mit seinem Feuereiter für die heilige Sache und seinem außergewöhnlichem pädagogischen Geschick, die Kindes- und jUnglingsseele zu rühren, ausübte, kann man noch heute aus dem Munde der ersten Schüler dieses Institutes vernehmen. Fs muß hier ausgesprochen werden, wie vielen jüdischen Seelen Dr. Carlebach so zum Vater geworden is1, einem Worte des Talmud gemäß, das denjenigen den Vater des Kindes nennt, der es zur Thora erzieht! Wer könnte von der Tätigkeit auf pädagogischem Gebiete am Ehrentage unseres Dr. Carlebach sprechen und dabei sein Hauptwerk, die Schaffung der „Höheren Israelitischen S c h u I e", nicht erwähnen! Fs hieße „Eulen nach Athen tragen", wollten wir hier von der Bedeutung und dem Werte dieses Werkes sprechen! Nur eins sei gesagt: die Erhaltung dieser Schule, der Mut und die Energie, Erschwernisse und ■u (J> nrpf«fif< mein reicfmaliige» fayer in Juwelen, Uhi'eii, Golcls vD 11 Silberwaren, feine Kristalle für Paten Geburtstags-, Barinizwah-, Verlo ungs 5 Hocuzeitsgeschenko und Jj eTIeuanfertiaun<je i u. Umarbeitungen oon Scnmuctaeg nltanden, |oioie Steparaturen alter Art werden prompl, tauber und Hfhatt aus.efuhrl. t» c S. Erlbaum. Juwelier Reichest!*. 18-20. Telefon 16375.

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