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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-11-13 · 9 (13.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
9 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seue i' GKMEINDERLATT DER ISRAELITISCHEN RRLI01ONSGEMEINDE, LEIPZIG jähr vollendet und seit mindestens 5 Jahren ihren Wohnsitz im Oemeindebezirke haben. Gemeindebeamte sind nicht wählbar. Ple Wahl ist geheim und wird Dach dem Grundsatz der Verhältniswahl mit gebundenen I isten vorgenommen. Sie er« folgt durch persönliche Abgabe des Stimmzettels; Stimmberechtigte, die außerhalb des Stadtbezirkes von Leipzig wohnen, dürfen ihren Stimmzettel in einem von ihnen eigenhändig mit ihrem Namen zu bezeichnenden Umschlag an den Wahlausschuß (Leip> zit:. I QhrstraBe 10) unmittelbar einsenden. Die Stimmzettel müssen etwa 23 cm zu 14 cm groß, von ungefärbtem Papier sein, sie dürfen im Äußeren kein Kennzeichen tragen und sind von dem Wähler in einem undurchsichtigen Umschlag, der ihm im Wahlraum zu Ubergeben ist, zu überreichen. Gültig sind nur solche Stimm/eitel, die sieh auf einen der bekanntgemachten Wahlvorschläge beziehen und in denen keine Streichungen oder sonstigen Änderungen vorgenommen sind. Heim Wahlausschuß (Löhrstraße 10) sind spätestens am I. Jahrgang 16. Tage vor dem Wahltage, das ist Freitag, der 20. Nov. 1025, his nachmittags 4 Uhr. Wahlvorschläge einzureichen, die von mindestens 30 Wahlberechtigten unterzeichnet sein müssen und an erster Stelle nieht mehr Namen enthalten dürfen, als Ge" meindevertreter ZU wählen sind. An /weiter Stelle dürfen sie unter der Überschrift „Ersatzmänner* Namen von Ersatzmännern m höchstens gleicher Anzahl enthalten. Von jedem vorgeschlagenen Bewerber und Ersatzmann ist eine Erklärung seiner Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvoisdilay an/.uschlielkn. Jeder Bewerber und Ersatzmann kann nur auf einer liste vorgeschlagen werden. hie weiteren Bestimmungen Im die Wahl ergeben sich aus dem Gemeindestatut und der Wahlordnung, die im Gemeindeamt, Löhrstraße 10 I zur Einsicht «während der Dienststunden ausliegen. Leipzig, den 2. November 1925. Der Vorstand. Der Wahlausschuß. Zur Geschichte d!er -Juden in Leipzig Der philosophische Schriftsteller Dr. .Moritz Brasch (IM 1895) Die „Geschichte der Juden in 1 eipzig" ist noch nicht yeschrieben. Kenntnis der Vergangenheit einer Gemeinschaft ist nicht nur ii"".\eü(':^ für den Geschichtsforscher; sie ist in hohem Maße wichtig für das Bewußtsein der inneren Verbundenheit mit dieser Gemeinschaft Der iedanke an das Band, das sich von dem einzelnen Menschen zu Eltern, Großeltern und Ahnen bis hm in weit zurückliegende Z enferne schlingt, schafft das Gefühl verwandsdi ftlicher B idt und macht es um so lebendiger je mehr von Leben und i ler Früheren in der Erinnerung erhallen werde. Li gleichem Maße kettet den Einzelnen die Kenntnis der Geschid e Gemeinde an ihre Gesamtheit. Sie verleih! ein sen S:o!z. Man fühlt sich an den Leistungen der Früheren mit beteiligt; man rechnet ein Stück ihrer Verdienste mit zu den eigenen; dem Großen und Bedeutenden der eigenen Gemeinde fühlt man sieh näher. Und so schärlt solche Kenn n s det \ inj heil auch das Bewußtsein -ler Verantwortlichki it i dem < ledeihen der gegenwärtigen Gemeinde, ruh zur freu an ihren Aufgaben auf. larum gehört es ■ ■ iben unseres „Gemeindeblatte-". Erinnerungen aus der Vergangenheit unserer Gemeinde wach zu erhalten odei zu I auch unter dem Gesichtspunkte, Materiaii r di noch zu schreibende Geschichte zusammenzutragen, aber noch mehr, um das Interesse seiner l.esi ür das jüdische it L - in früheren Zeilen anzuregen. Vlil Stolz darf die Leipziger |udenheit auf ihre Verhältnismäß junge Gesch ilicken I in< Einrichtung wie der Dei i-Israelitisch |äh :ehnte hindurch so B leutungsvolles lür die gesamte Judenheil Deutschlands gele hat. ist von aus . ■ Waffen und lange Zeit hin ' dun-: on hier aus irden Iiier lebte und wirkte eine -.liehe Zahl jü lischer M inner und Frauen, deren Nnne der -inheit zum R ne ger« di sei es durch die Leistungen für ildischc G ndel i und außerhalb Leipzigs es durch 5 Geistes; Philanthropen, Ort; uoren, Fors Sch Iis Gelehrte, Musiker u.a. In /.. <loser i ' dien Ei terungen dieser Art (»clcbi wer — nn diese Rei . ert :r Erinnerung an Dr. Moritz Bra• i. einen Schi iiier, eröffnet wird, dessen Nai:i iur ein . Kreist nnl ist su geschieht dies in erster Reihe d Ib ■ l zum dreißigsten Male sein i -lesta« ge hat. soll gera le a di< sem Beispi» gezeigt w< wer - st, sich in I Geschichte zu versenken. Wir stofl da i lanche Persönlichkeit, deren Schaffer als bedeutu svoll les dien zu wer in verdient. ob\\ eine k Nachwelt ur wenig von ihm eiß. Moni/ Brasch war LS4.i in rempelburg W. I'r. geboren Nach Abso v erum,' seiner Schulzeit widmete er sich dem Studium der Philosophie und Literatur und trat bald nach dem Abschlüsse seiner Studien literarisch hervor. Sein Streben war ursprünglich auf die Laufbahn eines Universitä'slehrers gerichtet. Seine Veröffentlichungen aber mißfielen wegen ei,.es politischen Kulikalismus den ausschlaggebenden Universitätsbehörden, so daß seine Habilitation vereitelt wurde. Dieser Versuch, zur Dozentur zugelassen zu werden, fiel allerdings unglücklicherweise in die Zeit, da der Antisemitismus im Aufstieg bebrüten war. s'i daß Wohl auch seine Zugehörigkeil zum Judentume, dem er bis an sein Ende in Treue angehörte, dabei mitgesprochen hat Seine Liehe zur Wissenschaft wurde aber dadurch nicht geschmälert; er hat sie auf dem arbeitsvollen und dornenreichen Rade eines freien Schriftstellers bewährt. Nur etwa fünl Jahre genoß er die Sicherheit einer festen Stellung: von 1H74 7(.) arbeitete er als Mitredakteur an der 12. Auflage des Brockhaus'schen Lexikons. Es war der eil iraktertstischc Zim jener Jahrzehnte, daß die gemeinfaßliche geschichtliche Darstellung der Ergebniese wissenschaftliche! Forschung auch auf die philosophische Disziplin ausgedehnt wurde, die früher das ausschließliche Eigentum weniger auserlesener Ocisler war. Brasch hat in dieser Richtung seine Aufgabe als Gelehrter erblickt. Kein Wunder, daß er seinen Auagang von dem großen jüdischen Aufklärer Moses Mendelssohn genommen hat; 1K75 veröffentlichte er „Lichtstrahlen aus Moses Mendelssohn's Schriften", mit einer biographischen Einleitung. Und noch einmal, fünf Jahre später, galt sein Interesse diesem großen Denker, dessen „philosophische Schriften" er in einer auch heine noch geschätzten zweibändigen Ausgabe mit einer sehr beachtenswerten „historisch^- biographischen Charakteristik" veröffentlichte. Ihm lau daran, den Oebildelen dievBeschäftigung mit der Philosophie zu erotinen. Sie sollten aus den Schritten dieses Aufklärers, der z zi :^J'm iiiii es meinem Kinde? Antwort: Etwa so: L ebes K nd, da'nit du einen g ten Gang bekommst und dei e bübschen F. Beben gesund erhältst, trage nur Nordheime -Schuhe.

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