Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 2 (25.9.1925)
- Date
- 1925-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968769-5968865--0052-4876593- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 •Inst ietzt. Die älteste Nachricht über .luden in Leipzig. Über den Aufenthalt von Juden in dei Umgebung Leipzigs, in Merseburg und Halle, besitzen wir aus jüdischen und nichtjüdischen Quellen Nachrichten, die bis in das 10. Jahrhundert hinabreichen. Wann sich Juden in Leipzig zuerst niedergelassen haben, ist unbekannt. Aus einer Anfrage, die an den berühmten Wiener Rabbiner Isak b. Mose, Verfasser des ()r sarua, aus Leipzig gerichtet wurde, ist aber zu ersehen, daß in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Leipzig eine jüdische Gemeinde hat e. Ein Waisenjüngling war nach Leipzig gekommen, um sich vorübergehend dort aufzuhalten. Er betrieb keine eigenen Geschäfte, sondern lernte dort und wollte den Aufenthalt benutzen, um Forderungen, die sein Vater an Ritter der Umgegend hatte, einzutreiben. Unter großen Schwierigkeiten bewirkte er die Anerkennung seiner Forderungen, mußte aber den Schuldnern Aufschub gewähren, wofür Zinsen vereinbart wurden. Es sollte nun entschieden werden, ob der Jüngling zur Steuerzahlung verpflichte! sei. Aus der Anfrage gehl hervor, daß in Leipzig eine wohlorganisierte Gemeinde bestand, die ein Bethaus besaß, und daß man dem Talmudstudium oblag. Da die Anfrage zu einer Zeit erfolgte, in der R. Isak schon hochbetagt war, R. Isak um 1250 gestorben ist, darf angenommen werden, daß spätestens gegen Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts die Ansiedlung von Juden in Leipzig erfolgt ist. Alfons .lacobson-Kiiulerheim Diirrenberg. Am 15. September kehrte die 3. und letzte Golonie aus Dürrenberg zurück, und nun schließen sich die gastlichen Pforten unseres Heims bis zum nächsten Frühling. Mit dem Resultat dieses Sommers können wir zufrieden sein. 100 Kinder haben durch die Solbäder, die heilkräftige Luft an der Saline. Stärkung und Erholung gefunden. Jede Colonie verbrachte, unter der Obhut einer Aulsichtsdamc und einer geprüften Kindergärtnerin, 4 Wochen in Dürrenberg. Die Gewichtszunahme ging bis auf 7 Pfd. Im Durchschnitt können wir 4 Pfd. als Körperzunahme verzeichnen. Ein gutes Obstjahr machte es uns möglich, den Kindern reichlich Obst, Erzeugnisse des eigenen Gartens, zu verabreichen. Wer Gelegenheit hatte, die Kinder so fröhlich und glücklich an der Saline oder auf der Spielwiese vor dem Hause zu beobachten, nahm den Lindruck mit, daß dieses I leim ein Segen für die Gemeinde, für unsere Leipziger Jugend ist. Allen denen, die es uns durch ihre Opferfreudi.nkeit ermöglicht haben, dieses segensreiche Werk durchzuführen, sei an dieser Stelle noch der herzlichste Dank ausgesprochen. Es sind Ansichtskarten von unserem Heim hergestellt worden. (Zu haben in der Buchhandlung Kaufmann, Brühl 8.) Der Vorstand des Ist*. Wohltätiglcsitsvereins zu Leipzig. Abt.: Kinderheim Dürrenberg. Aus dem Freistaat Sachsen Vereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen. Am Sonntag, den (i. September 1925 fand im Gemeindeamt zu Dresden unter Leitung des Vorsitzenden Professor Dr. Winter, Dresden) eine Sitzung des sächsischen Rabbi nerverbandes statt, der alle sächsischen Gtemeindterabbiner beiwohnten. Es wurden in erster Reihe Btandesfragen besprfchen; sodann wandte man sich dem Problem der Jüdischen Schule zu und behandelte Insbesondere die katastrophale finanzielle Lage der höheren Israelitischen S'hule zn T.eip/.i«. DieVercinigung l>esehloss dem allgemeinen Rabbinervfirband in Deutschland beizutreten und auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung vornehmlich organisatorische und sachliche Fragen des Religionsunterrichts zu setzen. Als Vorsitzender wird Professor Hr. Winter, Dresden, ols Schriftführer Rabbiner l>r. Goldmnnn, Leipzig bestätigt. Zur Beachtung! Wir richten an unsre Gemeindemitglieder die Bitte, im eigenen Interesse diesem Teil, sowie den amtlichen Bekannt« machungen auf der ersten Seite besondere Beachtung zu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Oemeinde-Satzung anderes bestimmt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Feiertagsruhe. Wir werden um Aufnahme folgender N )tiz gebeten: Feiertagsruhe: Es wird von allen maßgebenden Sehen besonderer Wert darauf uelee,t, (laß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben, damit nicht radaulustige Elemente in die Versuchung geführt werden, die Ruhe zu stören. Iis ist ausschließlich Sache der Leser, sieh über die religionsgesetzliche Zuverlässigkeit der im Inseratenteil angepriesenen Lebensmittel und dgL zu vergewissern. Gemeindeamt: Löhrstraße 10 :: Fernsprecher 23602. Erdgeschoß: Fürsorgeabteilung. Geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von II—1 Uhr. — Mittwoch lind Sonntag nur für Durchreisende ('2—1 Uhr). I.Stock: Vorstand und Verwaltung. Geöffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9 — 1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 50533 Leipzig. Verwaltungsdirektor: Gustav Kai/enstein (Sprechzeit 9—11 Uhr). Gemeindevorsteher: Carl Goldschmidt \ zu sprechen nach telet stellv. Gemeindevorsteher: S. Hodes [ Anmeld.(Nr.23602) ii: Dezernent der FUrsorgeabtlg: S. Gottlieb) d.-r Mittagszeit Liberales Rabbinat: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Pelix Ooldmann, König Johann-Str. I7f Pernspr. Nr. 21667. Sprechstunde 9,30 -11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Vers äiidigung auch zu andrer Zeit. Montag u. Donnerstag nur in dringenden Fällen. Fi ermann fö o r r m a n fD ■» «SHBiHBaaMnaBHmaBBBBBHaHaaaBawMi - - Uhren^pejiaf-^escfiüff — — Sefentfr. 2 i§fec*ner 'Durchgang] / gegr. 18S8/3tuf 27734 «mpfiefift m Staftn, [eri in ^ofd, §>i(6er » ßigene IL'erksfaff für sofide 9leparafur.