Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Okbober-November 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 87 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath. 87 freit und es genügt, wenn Ihr hin und wieder Eurer Synagoge eine Visite abstattet“. Gegen solche Sophisterei müssen wir aufs energischste protestieren Njnd das hat man allenthalben auch empfunden. P 1 e s s n e r •Posen > Die Tatsache, dass unser Verband besteht., ist der lebendigste Protest gegen die Riehtlinien und ihre Urheber. . Schw a b-Frankfurt wünscht Versammlungen großen Stiles in Verbindung mit gleichgesinnten Korporationen um in schärfster Form zu protestieren. Neuberger -Berlin. Unser Antrag wollte eigentlieh veranlassen, dass unsere Orts-Gruppen speziell vom Standpunkt, unseres Verbandes aus *und zum eignen Nutzen sich mit den ^Richtlinien beschäftigen sollten. Sie sollten sich über die immense Gefahr klar werden, die unsere heilige Sache bedroht und die Vergegenwärtigung dieser Gesichtspunkte erscheint geeignet, die Indolenz, die leider in den meisten Ortsgruppen konstatiert werden muss, zu verscheuchen. Würde das erreicht «erden, dann würde uns aus der fluchwürdigen Akliqn der Richtlinien reichster Segen erblühen. Nach Repliken der Herren Möller, Dr. U ח ח a - Mannheim, Posen- Berlin, Dr. N e u.w i r t h - Mainz, Wolf, B a s s f r e u n fl-Pinne, Dr. Cra m er-Schwabach, Wagner, Plessner wird der Antrag Berlin 2 mit dem Zusatze: ״Zu Protestversammliingen gegen die Richtlinien sollen Vertreter des V. d. S. entsendet werden“, einstimmig angenommen. Auf Antrag Posen *Berlin wird folgende Resolut ion einstimmig angenommen : ,.Der Delegiertentag des Verbandes der Sabbathfreunde protestiert entschieden gegen die in den Richtlinien der .liberalen Vereinigung enthaltene * Behauptung, dass ir. der heutigen Zeit e^ie volle Heiligung des Sabbath nicht me״lieh sei. Den Gegenbeweis gegen diese Behauptung bildet die Existenz des Verbands der Sabbathfreunde mit seinen viele Tausende zählenden Anhängern“. Ein weiterer Antrag: ,.Der V. d. S. soll ein populär gehaltenes Flugblatt; etwa unter dpm Titel ״Die Richtlinien und der Sabbath“ herausgegeben und in möglichst großen Massen durch seine Ortsgruppen verbreiten“ wird debattenlos genehmigt. /י Der Vorsitzende hebty-uia/Legendenbildungen vorzubeugen, hervor, dass die^e, von so vielen Ortsgruppen verlangte Stellungnahme zu den Richtlinien spontane Aeusserungeu der in weitesten Kreisen durch dieselben hervorgerufenen Erregung seien! Hierauf hält Rabb. Dr. Neuwirtt) aus Mainz ein Referat: Das soziale Moment in de!• biblischen Gesetzgebung. Redner zieht Parallelen zwischen der modernen sozialen Fürsorge und den biblischen Institutionen und weist insbesondere nach, wie weit entfernt die Bestrebungen für die Sonntagsruhe von den ethischen Gedanken' des Sabbath sind. In fast zweistündiger Beratung wird alsdann nach einem eingehenden Referate des Obmannes der Statutenkommission, Referendar Möller-Altona der vorliegende Statutenentwurf dürchgesprochen und mit geringen Ab- Änderungen genehmigt. Abänderungen sind zu verzeichnen : § 8Schlussatz: Wenn 10 Ortsgruppen, die mindestens 1/io der Mitglieder der Verbands vertreten, einen dahingebenden Antrag stellen. In § 16 wird § 15־. •als Satz II eingeschoben: ״Scbriltliche Wahl ist zulässig“. (Fällt in § 18 weg.) Jetziger § 16 früher 15, eibält als Satz 2 den Zu?• Ist die Zahl der Ortsgruppenmitglieder durch 50 teilbar, so ist bei einer Mindestzahl von. 10 Mitgliedern die Entsendung eines weiteren Delegierten zulässig. t? 23 Satz f . . . besteht aus 13 vom Delegiertentag. § 26. Die Mitglieder des G. A. ebenso auch Commissiousmitglieder haben. § •'8. ״der Gesamteinnahme“ fällt weg. § 35 Satz II die §§ 2 Abs 1 und 6. § 32 Satz I ״vertritt“ statt ״vertreten“. Satz II Ueber die Verwendung des Verband>ver1nög&ns und zwar im Sinnq des § 2. Damit ist die Statutenberatung abgeschlossen. Bei der Abstimmung wird das revidierte Statut einstimmig angenommen. Redaktionelle Abänderungen bleiben dem Gesch. Ausschuss übellassen. I)r. Biherfeld gedenkt in warmen Worten des dahingeschiedenetveifrigen Mitgliedes, Buclidruckereibesitzers Louis Golde in Frankfurt a. M., in dessen Officin unser ,.Sabbath“ und die Vereinsschriften erscheinen. Zu dessen Ehren erheben sich die Anwesenden von den Plätzen. S c h w a b-Frankfurt bekundet als Revisor, dass er . mit seinem Kollegen die Bücher geprüft und in mustergültiger Ordnung befunden habe. Dem G. A. wiid D?tet1arge erteilt. G r a d e n w i t z-Berlin bringt zur Kenntnis, dass die Stellenvermittlungskommission bereits einen Entwurf für eine Reorganisation ausgearbeitet habe, der in der nächsten Nummer des ״Sabbath“ veröffentlicht werden soll. Wahlen: Die bisherigen Mitglieder in Berlin mit Ausnahme von •Jaffa, der eine Wiederwahl abgelelmt, werden wiedergewählt: neu Moritz Posen, ferner _ Dr. R 0 t h s c 11 i Id-IIalberstadr, J a c 0 b s e n-Hamburg, A. Kober- Breslau, Pincus, P 1 e s s n e~r - Posen, S c 11 «־ a b ־ Frankfurt a. M. und- A. Grün bäum- Nürnberg. Zu Revisoren werden M e r z b a c h -Berlin und 1M ö 1 1 e r-Altona ernannt. Dr. Rothschild dankt dem G. A. besonders Herrn Dr. Bibprfehl für die Geschjjrftsleitiing, Dr. Biberfeld allen Teilnehmern und M. Posen der Jüdischen Gemeinde_ für die Ueberlassung der Räume. (Schluss der Tagung 1 Uhr mittag*.) ’ Eingesandt. Der Jüdische Frauenbund hat seit seinem Bestehen der Einrichtung von Stellenvermittlungen und Arbeits* nachweisen sein besonderes Augenmerk zugewendet. Um eine ausgebreitete Organisation und L'entralisation der weibl. Stellenvermittlung zu schaffen hat der Bund eine . Kommission für Stellenvermittlung eingesetzt. An! 2. Dezember im Jahre 1912 fand die 2. Sitzung der Kommission in Berlin statt. Ihr Bericht zeigt, mit welchem erfreu- Heben Verständnis man den Arbeiten der Kommission von - allen Seiten entg'egenkonnnt, wieviel in dieser kurzen Zeit geleistet wurde und was auf diesem Gebiet noch zu leisten ist. , ■ __ Die Zahl der «4eibl. jüd. Stellennachweise hat sic*• im.laufenden Jahre verdoppelt, es sind in Deutsch' jetzt über 50 jüdische Stellennachweise für »׳<•' Arbeitsuchende vorhanden, von denen die Mel־ Anregung des Jüdischen Frauenbundes gegrüi• Eine grosse Anzahl der Vermittlungss' jetzt, sclioirandauernd miteinander, für ׳’ soll ein noch weiter gehender Aust!• Xacliweisstellen or^nkiert werde׳ ״ . ,?akto*• f