Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Okbober-November 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 86 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Der Sabbath den Gesinnung resultieren können, erscheint eine Aufklärung in den sabb&tbaltenden Kreisen dringend geboten. Es soll daher den Ortsgruppen zur Pflicht gemacht werden, sich in Verstümmlungen ftper die entstehenden Konsequenzen zu informieren. 2. In fApbetracht der Tatsache, dass das AgenturgescMft auch 'bei Heilighaltung des Sabbat gute Chancen biet^lferscheint die Schaffung einer Centralstelle, die kau(pünniscb\gut ausgebildeten Personen Vertretungen nachzuweiseätvermag, dringend geboten. Der Delegiertentag möge die: Schaffung einer solchen Informationsstelle für Vertretungen beschliesseu. Ortsgruppe Strassburg (Eisass). 1. Der Delegiertentag des Verbanies der Sabbathfreunde möge sich iib Namen der durch Delegierte vertretenen Ortsgruppen gegen die von den liberalen RabbinernDeutschlands aufgestellten .Richtlirien“ aussprechen. 2. Die Mitglieder sämtlicher Ortsgruppen der „Sabbathfreunde“ mögen,-da sie piinzipiell die Heilighaltung des Sabbaths anerkennen-und somit in einem der wichtigsten Punkte auf dem Boden der „Agudas Jisroel“ stehen, ohne Zahlung eines besonderen Beitrags als Mitglieder der „Agudas Jisroel11* angesehen werden. Zu diesem Zwecke wolle def Delegierten tag beschlossen, dass alljährlich der Verband'der Sabbathfreunde eine bestimmte Summe an dje Kasse der „Agudas Jisroel'* zu zahlen habe. II a tü b u r g - A 11 o n a - \V a n d s b e c & Die Ortsgruppen des Verbandes der Sabbatftfreuude sind verpflichtet für die ortsan -csenden junget! Leute beiderlei Ga^fthleehts specietl für s »leite, welche von auswärts stamiughd, heimatlichen Anse!;; i^s entbehren, Stätten zu gründen, #p denen sie sich am Schabbos, namentlich im.Wii.ter unter Gleichgesinnten bewegen und fortbilden können. ' ’v Ortsgruppe Halherstadt. Resolution: Die Ortsgruppe Halberstadt des Verbandes der Sabbathfreunde druckt in tiefstem Schmerz ihre Entrüstung darüber aus, dass von seiten einer Vereinigung liberaler Rabbiner ein Angritf auf den Kidusch Schabbos geschehen ist, und betrachtet es als vornehme Aufgabe des Verbands der Sabbathfreunde diesem Angriff in jeder zulässigen Weise entgegenzutreten. Halberstadt. Antrag zum Statutenentwurf. Zu § 8: vor die Worte der ersten Zeile „jedes Jahr“ ist einzufügen: in der Regel. Motive : Wenn auch anerkannt wird, dass in nächster Zeit noch für alljährliche Zusammenkünfte Veranlassung und auch Material vorliegt, so in iss doch im Statut dem geschäftsführenden Ausschuss ' die Möglichkeit geboten werden, die Delegierteuversammlung, fall) überflüssig, ausfallen zu lassen um zwecklose Ausgabe.! der grossen Kosten solcher Versammlung daun zu ersparen. Zu § 23: Die Zahl 11 zu {indem in 15 oder die Zahl 7 zu ändern in 5. Motive: Es erscheint nicht zweckmässig, den geschä&sführendcn Ausschuss durch die in Berlin wohnhaften Mitglieder ein für alle Mal zu majorisieren. Das kann leicht Verstimmungen herbeiführen, denn der Verband ist kein lokaler Verein, sondern seine Tätigkeit soll sich auf "'anz Deutschland erstrecken und deshalb müsseu alle sgruppen zur Wirksamkeit gleicbmässig gelangen können. Auf Antrag Wolf-Frankfurt a. M. ist die Redezeit outen beschränkt worden, nit dem Statut in Beziehung stehenden Anträge 'q'stadt) ‘werden zurückgestellt. Frankfurt 2 wird auf Antrag Graden- Kommission für Stellenvermittlung in 1, Strassburg 1 werden auf L a z a r u s-Berlin : ighen Entwickelung ständigen jüdischen Zahl der Angeist und einer eigentuses in der Regel Die Schwierigkeit iie jungen Leuu zu ungen Laute erst an Die Anträge Frankfurt 3, Ber und Resolution Halberstadt betr. Richtlinien später zurückgestellt. Der Antrag Berlin 2 begründet Es hat sich im Laufe der Wirtschaft! herausgestellt, dass die Zahl der selb Kaufleute zurückgegangen ist und die stellten zugenommen hat. Eine Mittclposition nimmt der Agent ein. Er ist gewissermassen selbständig, teilweise auch abhängig. Nachweisbar ist es einem tüchtigen Agenten nicht schwer, den Schabbos zu halten, da er nicht an ein bestimmtes Arbeitsquantum gebunden liehen Kontrolle seines Gesehäftsh.1 rieht unterliegt. Ich glaube aber, dass die Stellenvermittlungscentrale sich gerne der Agenturceutrale angliedern würde und schlage Ueberweisung an die Stellenvermittlungs-Commission vor. Nach Aeusserung von W o 1 f - Frankfurt, Wagner und Posen -Berlin, Rusch i n - Posen wird der Vorschlag Lazarus 4nocnommen- Antrag Strassburg II wird als j undurchführbar debatlelos abgelehnt. j Den Antrag Hamburg-Altona-Wandsbeck begründet Dr. Bamberger -Waudsbeck. W o 11-Frankfurt a. M. spricht für Errichtung von Jünglingsheimen. S c h n e e b e r g e r -Berlin wejst auf die Erfolge des Fortbildungsheims in Fulda hin,| das vom V. d. S. regolihässig subventioniert wird. Rabbiner Dr. Klein -Nürnber besteht nicht nur darin, Heime für beschaffen, sondern auch darin, die den Verkehr mit religiös-gesiir ten Elementen z^Vewöhnen. Min müsste auf das Land 'hinausgejicn, uudv~schon ehe die jungen Leute die Schule verlassien, Eltern und Kinder auf die Stätten hin weisen, wo in der Stadt für die jungen Leute der richtige Kreis ist. Dann erst köunen wir hoffen, dass sie auch zu uns kommen werden. Nach weiteren Diskussionen uhter Beteiligung der Herren Z i m m t, P 1 e s s n e r, Grade nwitz, C 0 h n- Hamburg, Dr. C r a m e r-Karlsruhe wiid auf Antrag Posen-Berlin der Antrag Hamburg in folgender Form •angenommen: „Den Ortsgruppen des Verbands der Sabbathfreuuden wird empfohlen, au den Plätzen, an welchen dies nicht b£reits> durch andere Vereine geschieht, Stätten zu schaffen, an welchen sich jüdische junge Leute an den Freitag-Abenden und Sabhathen zusammenfiaden und durch angemessene Unterhaltung oder Belehrung einen Ersatz für das fehlende Heim finden“. Dr. R o t h s c h i 1 d-Halberstaidt. Ein Autrag ist fast von allen Antragstellern unabhängig von einander gebracht worden, derjenige, der dia Stellungnahme gegen die „Richtlinien“ behandelt. Wenn wir auch keine Kampforgäuisation sind, und unseren Prinzipien treu bleiben und gegen innere Kämpfe innerhalb der Judenheit keine Stellung nehmeu wollen, vielihehr einen Juden, der für die Schmirath Schabbos ein H«rz hat, gern bei uns annehmen, so müssen wiruns doch gestehen, (lass der Schritt der jetzt von Judei getan 'worden ist, uns mit tiefstem Schinerze erfüllt hat und alle Mitglieder unseres Verbands auf das Tiefste bis ins Innerste verletzt. Es ist der schwerste Augriff, der überhaupt gegen unser heiligstes Empfinden unternommen [werden konnte, indem der heilige Schabbos in gröülidhsjter Weise angetastet worden ist. Bisher haben selbst diejenigen Kreise, die Schabbos selbst nicht halten, aus pietätvoller Scheu sich vod allen Angriffen gegen ihn und di^, die ihn heiligen, ferngehalten. Jetzt aber ist es worden: „Da das Wirtschaftsleben Kraft fordert, so seid Ihr von der deutlich ausgesprochen nun einmal Eure ganze Sabbathheiligung be-