Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Okbober-November 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 84 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Der Sabbath Ein ri6uer Zweig sozialer Tätigkeit wurde dem V. d. S. durcheilen folgenden Beschloss des V. Delegiertentags eröffnet.*. Der Beschluss lautet: „Es soliton je lern Mitgliede eine freiwillige Extraumlage In Höhe von mindestens einer Mark zur Schaffung [eines Rpnds zur Unterstützung junger Kaufleute während .imnr Ausbildung (vornehmlich im Engros- und Exportgeschäft) entrichtet werden.“ Bisher konnte die Sammeltätigkeit für dieses segenverheissende Unternehmen erst begonnen werden, der Ausbildungs-Fonds soll jedoch nicht aufgespart, sondern baldmöglichst verausgabt werden, sobald er eine Höhe erreicht hat, die seiner Verwendune entspricht. Auch für die Ausführung",dieses Planes wird vom VI. Delegiertentag eine nachdrückliche Mithilfe erwartet.“ Das Mitglied des Geschäftsfübrenden Ausschusses, Herr Gradenwitz erstattet hierauf den nachfolgenden Cassenbericht: Aktiva Cagsa-Conto Julius Plachta^ Darmst. Hank' Darlehen ,f * Effekten t\’, * M. lOi 0.— 3fJj&o Meinicg. Hypoth. BanL^rtiakf, a.3I. 915.75 Mk. 1.96 141.90 129.50 1201.80 Passiva 2390.91 Verluste (Ausgaben) 31. Gewinne (Einnahmen) 31. Verwaltungskosten Beiträge in<-|. (Gehälter, 31rete, Reise- Bestand 2077.24 spesc n, Darlehn, Dele- Bücher gienentag,Drucksachen) 4752.37 Spenden A F. Verwaltungskusen an Z nsen Ortsgruppen Anteile 388.13 Verlust Sabbat!) (Druck u. Vers.) 2589.54 Bücher u. Kalender 1936.95 Stip"ndien^|ind Unterstützungen. 1035.50 10.1.2 40 ✓ J Mk. 5.— Schomre Schabbos Frankf Stellenverm.-Verein 1173 75 117S.75 Vermögen 1.7. 11. 1203.45 unberücksichtigt gelassene Darieh, aus 1910/11 674,25 1877.70 Verlust 1911/12 Köft.54 1212.16 2390.91 9468.95 40.50 75 — 52.50 665.54 10702 40 pie Bücher sind von den Kassierern, Herren Plachta und liwan Salomon nach amerikanischem System eingeriebwf'worden, wofür Berichterstatter namens des GeschäffSf. Ausschusses den Genannten besonderen Dank votiq^F Jtfer Obmann der Mandatsprüfungskommission, Referendar Möller berichtet, dass 81 Ortsgruppen durch 40 Delegierte vertreten seien, die Mandate seien ordnungsmiissig befanden worden. . Rabb. Dr. Mannes-Schwab&ch regt hierzu an, dass künftig vorgedruckte Formulare für die Ernennung der Delegierten an die Ortsgruppen gesandt werden möchten, wodurch die Prüfung sehr erleichtert würde. Nunmehr wjrl der Bericht zur Diskussion gestellt. Rabb. Dr. Kahn-Mergentheim fragt an. ob in Sachen der Sonntagsruhe für die Detail-Geschafte etwas geschehen sei. Dr. Biberfetd: Gerade mit diesem Punkt haben wir uns speziell beschäftigt und das Möglichste veranlasst. In dem jetzigen Stadiim besteht unsere Hauptaufgabe •arm, Ren Eifer zu dämpfen. Wir haben zusammen mit ► .freien Vereinigung“ eine Kommission eingesetzt, > Sinne unseres Programmes wirkt. ’ ess ne r-Posen führt den Rückgang der Mitgljeder- Hauptsache auf das ungenügende Funktionieren •nitf$ungscentrale zurück uod sucht, diese b Beispiele zu beweisen. L ö wy-Rawitsch berichtet als Commissionsmitglied ausführlich über den jetzigen Stand der Sonntagsruheangelegenheit. Die Versammlung quittiert seine Ausführungen mitlebhaftem Beifall. Stiftsrabbiner Dr. Craraer, Karlsruhe hält die Stagnation in der Verbandstätigkeit für einen Ausfluss zu großer Zersplitterung der Wirksamkeit. Man solle sich nur auf die Schomre-Schabbos konzentrieren, und das Recht für sich beanspruchen, was auf diesem Gebiete zu leisten sei, allein zu vollziehen. Durch das HiDzunehmen nicht in den Rahmen des Schomre-Schabbos gehörender, an sich gewiss löblicher Leistungen werde in den Augen des Publikums Verwirrung erzeugt. Der Vorsitzende übergibt das Präsidium an d9n stellvertretenden Vorsitzenden. Wolf -Frankfurt a. M. wendet sich als Vorstandsmitglied der Stellenvermittlungscentrale gegen die Ausführungen von Plessner-Posen. Die Stellen- . Vermittlung arbeite nachweisbar -mit guten Erfolgen, sie sei eiue selbständige Institution und müsse auch im Interesse der Versicherungskasse als unabhängige Einrich- : tung bestehen bleiben. Es sei absolut nicht angebracht | und entspräche auch nicht der großen Summe von Arbeit, die meistens ehrenamtlich geleistet werde, wenn auf allen Delegiertentagen die Stellenvermittlung als Prügelknabe I betrachtet werde. Man solle praktische Verbesserungs- ' Vorschläge machen, die gern . Baachtang finden würden. In der in diesem Sommer gehabten Conferenz sei man j% bereits zu reorganisatorischen Vorschlägen gekommen. Rabbiner Dr. Wreschner-Samter plaidiert für die Uebernabme der Stellenvermittlung in die Hände des Verbandes. Das Grundübel in der Verbandstätigkeit liege darin, daß meistens theoretisch gearbeitet weiden müsse. Hierauf wird das Maariv-Gebet verrichtet. Nunmehr hält Herr Dr. oec. und publ. Jacob Sega 11 sein Referat über: D i e wirtschaftliche Lage der Juden in Deutschland. In halbstündiger Rede schildert der Referent an Hand statistischer Nachweise die in den letzten 30 Jahren \ vor sich gegangene Verschiebung im Berufsleben der , Juden. Die beruflich Selbständigen seien in Abnahme und die Angestellten in der Zunahme begriffen. Als ganz neues Moment sei das hochprozentige Eindringen weiblicher Kräfte in den kaufmännischen Beruf zu konstatieren. In Verbindung mit den ständig wachsenden Anforderungen an die Lebenshaltung ergäben sieb gerade für die sabbat treuen Kreise aus diesen Feststellungen schwerwiegend Probleme, deren Lösung der V. d. S. sich zur Aufgabe machen’ müsse. Das Referat wurde unter allgemeiner Spannung angehört und der Redner wurde durch einheitlichen Beifall ausgezeichnet. Der Vorsitzende Dr. Biberfeld dankt dem Redner in herzlichen Wortan. Wolf -Frankfurt a. M. und L ö w y -Rawitsch regen i Drucklegung des\ Referates an. leo Munk -Cöln bittet I um bessere Fürsorge für Handwerkslehrlinge, die nach |'absolvierter Lehrzeit sehr leicht zum Chillul Schabbos | gelangen können. * | Lazarus -Berlin weist darauf hin, dass diese | Frage bereits im „Führer zur Berufswahl“ behandel' worden sei, aber nicht generell gelöst werden könne. Dagegen beabsichtige man, in Berlin Industriewerkstätten zu gründen, die auch in dieser Hinsicht segensreich wirken könnten. E c k s t e i n-Nürnberg bringt Klagen über die Stellenvermittlung vor. Dr. R ot b s c h i 1 d-Halberstadt hält es für sehr wichtig, einen Weg zu suchen, auf dem sich Verbindung der Stellenvermittlung mit dem V. d. S. ermöglichen lfesse.