Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Okbober-November 1912)
- Date
- 1912-12-01
- Page
- Seite 83 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Sabbath. 83 forderangen aufzuklären, die für die Heranbildung der Jagend im Sinne der Sabbathheiligung gestellt werden müssen. Der Verfasser dieser Schrift hat als treffliche^ Kenner der Jagendseele besonderen Nachdruck auf . die Ausbildung der •schulentlassenen Jugend im Geiste der / ISabbatbidee gelegt. Jeder Einsichtige k*ann ihm in seinen/ Urteilen nur beistimmen, besonders auch darin, dass da/ jüdische Haus, ,die Schabbosstube“ von grösster Einwirkung auf das religionstreue Verhalten und die jüdischsittliche Führung der jüdischen Jünglinge sein kann. Dagegen hat der Verband der Sabbathfreunde schon seit vielen Jahren aus den tatsächlichen Verhältnissen die Erkenntnis geschöpft, dass in den meisten Fällen jungen Leuten, besonders in den Großstä lten, die jüdischen Familien, in denen sie am Sabbath Förderung erfahren könnten, leider nicht zugängig sind. Es müsste daher nach einem Mittel gesucht werden, diesen jungen Leuten eine Sammelstätte zu schaffen, an der sie das entbehrte Elternhaus in einer sie willkommen heissenden Form wiederfinden. Dieser Sammelpunkt wurde ihnen denn auch in mehreren Großstädten auf Anregung aus dem Verband der Sabbathfreunde geschaffen. So hat der Ver• band der Sabbathfreunde sich auch in diesem Jahre wieder finanziell beteiligt u. A. au dem Mekor Chajim Verein, München, Jünglingsverein, Fulda, und mehreren Chewraus ''jn kleineren Ortsgruppen. N; Mit bosonderer Genugtuung sei verzeichnet, dass in Langenselbold seit einigen Jahren auf die im ,Sabbath“ gegebene Anregung hin unter Leitung des dortigen Lehrers,י Herrn E h r e n re i c h, ein Schiur der Ortsgruppe am * Scbabbos eingerichtet ist, in dem nunmehr der קיצור שלחץ ערוך beendet worden ist. Es wäre sehr wünschenswert, dass die obigen Beispiele in recht vielen Ortsgruppen Nachahmung und auch noch Erweiterung finden möchten. So wären mit gutem Erfolg ähnliche Veranstaltungen auch für junge Mädchen, die in der Woche erwerbstätig sind, und die bei Vergeudung der Mußezeit am Schabbos ernstlichen Gefahren hinsichtlich ihrer Ueberzeugungstreue ausgesetzt sind, zu schaffen. » Bei gerechter Würdigung dieser Gesichtspunkte würden alle über Beschäftigungslosigkeit klagenden Orts- | gruppen reichlichst Beschäftigung finden. Die benötigten Geldmittel könnten natargemäss nur zu einem kleinen Teil aus der Verbandskasse fliessen, würden aber ohne Zweifel an den meisten Plätzen unschwer zu beschaffen sein. Der geschäftsführende Ausschuss ist gemäss Beschluss des V. Delegiertentags um 2 Mitglieder, die Herren Moritz A. Loeb und Iwan Salomon, verstärkt worden. Er hielt während des Jahres 10 Sitzungen ab. Ausserdem beteiligte sich ein Delegierter an der Couferenz betr. Stellenvermittlung in Frankfurt a. M. und ferner tagte unter seiner Leitung die Statutenkommission, die den schon auf dem V. Delegiertentag vorgelegten Statuten-Entwurf einer nochmaligen Revision unterzog. In dieser letzten Gestalt ist der Entwurf für den VI. Delegiertentag zur Beschlussfassung vorbereitet worden. Die Journaleingänge betrugen -494, die Ausgänge 1163 Nummern. Zur Klärung der zahlreichen Streitpunkte zwischen den lokalen Stellen-Vermittlungävereinen und der Frankfurter Centrale berief der Frankfurter Verein auf den 30. Juni v. J. eine Conferenz nach Frankfurt, an der Delegierte des geschäftsf. Ausschusses des V. d. S. und der Ortsgruppen Nürnberg, Breslau und Cöln a. Rh. teilr nahmen. Die Ortsgruppe Strassburg i. Eisass und der Stellenvermittlungsverein Hamburg waren nicht vertreten, obwohl sie geladen worden waren. Im Anschluss an den von der Ortsgruppe Frankfurt a. M. auf dem V. Delegiertentag gestellten und zum Be- Schluss erhobenen Antrag, der wie folgt lautet, wurde .verhandelt: 1 ,Nachdem es der Israelitischen Stellenvermittlungs- Qentrale gemeinsam mit dem Verbände der Sabbathfreunde in jahrelanger miih-iamer Arbeit gelungen ist^_ der herrschenden Zersplitterung auf dem Gebiete der Stellenvermittlung abzuhellen, und eine Zentralisierung zum Wohle des Ganzen herbeizuführen,- beschliesst der Delegiertentäg, da>6 es keiner Ortsgruppe des Verbands der Sabbathfreunde zukünttig gestattet ist, eigne Stellenvermittlungen, welche über "den lokalen Kre,is der Ortsgruppe hinausgehen, ohne vorheiige Verstäh-— digung mit der Israelitischen Stellenvermitilungscentrale einzurichten.“ — Seitens des Frankfurter Vereins wurde betont, dass *die Zentralisierung unbedingt erhalten bleiben müsse. Die lokale Vermittlung sei zu begrüssen, solange sie sich auf das lokale Gebiet beschränke. Der Delegierte dws gesebäftsf. Ausschusses führre aus, dass die Versuche der Ortsgruppen, selbständig Stellen zu vermitteln, auf ganz reelle Ursachen zurückzuführen seien. Als solche seien festzustellen: 1. ) Die Bevorzugung einer persönlich individuellen Vermittlung seitens vieler Chefs uud Gehilfen. 2. ) Die Zeitverhältnisse, unter deren Druck es vielen Eltern unmöglich sei,' ihre Söhne als M1tba>treiter der Haushaltungskosten zueutbehren, weshalb Sielleu' atn Heimatsort bevorzugt werden. 3. ) Die häufig auftreieude Notwendigkeit, solche Gehilfen anzuuehmen, die mit den speziellen provinzialen Geschäftseigentümlichkeiten veriraut sin I. 4. ) Der berechtigte \Vuns»h der Ortsgruppen nach Tntensiver Mitarbeit in der Stellenvermittlung, da die Beobachtung gemacht wird, dass in maiichen Fällen seitens der Centrale kein pissender Bewerber präsentiert werden kann und dann der. betr. Posten mit einem nicht auf sabbath frei reflektierenden Gehilfen besetzt Wird, was bei Eingreifen am Platze vielleicht hätte vermieden werden können. Die hierauf gegebene Anregung zu einer Reorganisation fand ihren Ausdruck iu folgender Resolution : ,Die israelitische Stellenvermittlungscentrale übernimmt es, an alle Ortsgruppen, welchen durch den israelitischen Stellenvermittlungsuud Versicherungs-Verein in Frankfurt im Einverständnis mit dem Geschäftsf. Ausschuss des Verbands der Sabbathfreunde in Berlin, ' die lokale Vermittlung von kaufmännischen Stellen übertragen wird, von allen Vakanzen aus der betr. Stadt baldigst Kenntnis zu geben. Dagegen übernehmen es diese Ortsgruppen iuteosiv für die Stellen^ besetzung tätig zu sein und gewissenhaft alle zu ihrer Kenntnis gelangenden Vakanzen uud Bewerbungeu unverzüglich an die Zentrale zu melden und auch nach Kräften Mitglieder für den Israelitischen Stellenvermittlungs- und Versicherungsverein anzuwerhen.“ Sowohl der Geschäftsf. Ausschuss des V. d. S. als auch der Vors fand des Israelitischen Stellenvermittlungs- und Versicherungs-Vereins (Stellenvermiitlungsceutrale) traten dieser Resolution bei, die somit zum Beschlus־׳ erhoben wurde. Der VI. Delegiertentag wird Veranlassung np' diesen für die Verbesserung der Stellenvermittlung wichtigen Beschluss zu bekräftigen.- Die Peab-Inslitute haben sich entwickelt. Ein übersichtliches Bild di<- gibt die im Vereinskalender abgedruck