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Der Sabbath · 1912-10-01 · 10 u. 11 (Oktober-November 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
10 u. 11 (Oktober-November 1912)
Date
1912-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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70 Der Sabbath. der Tagung des Delegiertentages den Revisoren zur Pr&fnng zu übergeben. 4V. Einkünfte des Verbandes. § 31. Die Einkünfte des Verbandes bestehen aas den regelmässigen Jahresbeiträgen and den Spenden. § 32. Die Höhe des Jahresbeitrages bleibt der Selbstein• •chätznng überlassen. Er beträgt jedoch mindestens J Mark. rTL Bevisoren. § 33. Der Delegiertentag wählt zwei Revisoren zwecks Prüfung der Ordnnngsmässigkeit der Bachand Kassafbhrung des Qeschäftstührenden Aasschusses. § 34. Die Revisoren haben dem Delegiertentag Bericht za erstatten. Sie dürfen nicht Mitglieder^des Geschäftsführenden Ausschusses sein. ^TZL StatutenAnderaag. § 35. Eine Aenderung dieses Statuts kann nur vom Delegiertentag mit *8׳ Mehrheit der erschienenen Delegierten beschlossen werden. Die §§ 2 and 6 sind unabänderlich. &V1II. Auflösung des Verbandes. § 36. Die Auflösung des Verbandes kann nur mit a/s Mehrheit der erschienenen Delegierten beschlossen werden, die •/* der Verbandsmitglieder vertreten. Heber dje^verwendung des Verbandsvermög2ns beechliesst im J^&llg^der Auflösung der Delegiertentag mit einfacher Mehrfi&L Gedankensplitter über die Sabbathgebote Von Dr. A. Nsswirti in Mainz. III. Das Trag'enverbot. Wir versuchten, in unseren bisherigen Ausführungen, den Grund und die Ursache von dem Tragenverbot za erforschen; wir fanden, dass diese göttliche Bestimmung für den Jehudi tief versittlichende Gedanken enthalte, für den Bar Jisroel hohe religiöse Lehren bekunde. Gehen wir nun einen Schritt weiter und betrachten wir eine andere Seite dieser Verordnung, d. h. die Bedingungen und Bestimmungen, die das Hinaustragen von dem Privat besitz in den Gemeinbesitz und umgekehrt gestatten. ״Eine anderen Seite* des Tragverbots; diese Worte deuten uns an, dass die Erlaubnis zum Tragen an bestimmten Stellen unter gewissen Voraussetzungen, aus dem Geist des Verbot» sich ergebe und daraus folge. Beide, das Verbot und die Erlaubnis zum Tragen zusammen vermögen uns erst die ganze Sittlichkeit dieser göttlichen Verordnung darzustellen. In der Tat, wem das Tragenverbot kein totes Gesetz, wem dieses Gesetz kein menschliches Geistes- Produkt ist, wer vielmehr darin eine göttliche Willensäusserung erblickt, eine menschenbeglückende Institution gewahrt und ein Mittel zur Verwirklichung des Menschheitsideals ersieht, für den müssen auch die Bestimmungen, die das Tragen gestatten, sittliche Momente enthalten, sittliche Seiten aufzuweisen vermögen, die eben die Ideale und die Sittlichkeit, die sich bei tieferer Erkenntnis aus dem Tragenverbot ergeben, uns ersetzen können und an ihre Stelle treten dürfen. *״תורת די׳ תמימה die Lehre Gottes ist vollkommen und bleibt vollkojnmen; nicht dürfen und nicht können Umstände und Verhältnisse den vollen sittliehen Reichtum des Judentums irgendwie zu mindern und zu verringern, geschweige denn, <Jass das Judentum selbst durch eine Erleichterung dies verursachen würde. Gerade dies Bewusstsein, dass diese erleichternden Bestimmungen als Ersatz für das Tragenverbot;dienen können, weist uns Antwort. ״Nun weiss ich doch, was ich auf den so oft erhobene^ Einwand; ״das und das .hat’s zu Moses Zeit nicht gegeben, kann also nicht verboten sein“, entgegnen kann. ״Upd weiter“, rief Eduard, ״seht Ihr Alle, wie ungemein wichtig es ist, dass man lernt. Ohne lernen versteht man nichts, man kann keine Rechenschaft geben, von dem was man in religiöser Beziehung übt, und man steht geradezu beschämt da, wenn irgend ein oberfläch• lieber Schwätzer mit seinen flachen Einwendungen kommt, oder wenn der Verführer mit glatten Gründen kommt“. ״Lerne kennen, was da dem Freigeiste antworten kannst“, gab Berta dazu, die ihren Perek wohl im Kopfe hatte. ״Aber jetzt ist es Zeit zum Minchagebet, wir wollen uns ins Dorf zurückbegeben. Ich rate euch allen, das Minchagebet nicht za versäumen, denn das ist für Leute, welche das Heiraten nicht versäumen wollen, sehr wichtig. Ihr wisset aus der biblischen Geschichte, aus Kapitel 24 des I. Buches Mose, dass ״Isak ging hinaus auf das Feld zu sinnen gegen Abend, d. h. zu beten“, damals hat er, nach Erklärung unserer Weisen das Minchagebet eingesetzt, und die Fortsetzung dieses Verses lautet: er sab Rifka seine Braut, die ihm entgegengebracht wurde, und das sagt der Baal Hatturim, infolge seines Betens bekam er eine brave, gute Frau. Daher mag wohl das Sprüchwort kommen : wenn jemand eine brave Frau oder braven Mann hat, der muss gut geort (gedawnet) haben“. Alles lachte und eilte davon. (Fortsetzung folgt). 5imon Spira und sein Sohn. Historische Erzählung. Von Alb. Em. Brachvogel. (Fortsetzung). ״Sara, du weisst, was zwischen juns geschehen ist 1* Esther bedeckte ihr erglühendes Gesicht mit den Händen. ״Ich ging weg von dir im Zorn, und weit du mir prophezeiht hast und ich mich gegen dich verschwor, habe ich Richter sein lassen zwischen dir und mir, zwischen deinem Geist und meinem Geist das heilige Buch meiner Väter. Weisst du, was | gerichtet ist zwischen mir und dir Sara?!* Sie zog einen Streifen Papier aus dem Busen, ״Marcus Simon, nimm’s! Lies es, -r um — um des Sabbaths Willen!1* Marcus, der bisher regungslos (jestanden, ging zu ihr, nahm . I die Schrift und trat an die Rampe des Tisches. Als sein Blick auf die erste Zeile fiel, schrak er auf, blickte den Vater an un4 schüttelte das Haupt. ״Tu ihr den Willen. Sohnl* ״Weib voll Dünkel der Weisheit, du bist eine Närrin I Mann ohne Geist — du bist nur ein Herl Bist du ein Mann — trachte nach Wahrheit 1 Bisf du ein Weib — strebe-nach Gütel Vor allem sollt Ihr Liebe haben, sje ist das Höchste! Aus ihr quillt Weisheit und Güte,!Männliches und Weibliches, Sie hebt die Seele zum Licht, sie!schafft alle Dingel* Marcus las mit immer wankendjer werdenden Stimme. Alt er geendet hatte, entstürzten Tränen seinen Augen.fg Esther hatte während des Lesens ihr Haupt mit dem Tuchs ver'iüllt. Als der Rabbi und Sara bewegt zu ihr traten und sie berührten, riss sie es vom Gesicht, d|as weiss wie Marmor war. ״Fasst mich nicht an, ich bin nicht mphr rein! Die heilige Rolle hat das Urteil gesprochen. Ich habe j ihm gehorchen wollen und will ihm bis zum Ende gehorchen 1 )a, ich bin eine Närrin gewesen im Dunkel der Weisheit, deshalb habe ich vergraben, was mich stolz gemacht hat. Ich habe mit Täubchen Caro die Weisheit

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