Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Oktober-November 1912)
- Date
- 1912-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4874912-5428468-5428607--783-4875630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der -Sabbath. 67 l a. Ueber Gerichtstermine am Sabbath und an jüdischen i Feiertagen. b. Festsetzung vouJahr- und Wochenmärkten auf Sonnabend oder jüdische Feiertage. c. Schulprüfung oder Kiassenarbeiten am Sabbath und jüdischen Feiertagen. d. Sonntagsruhegesetzgebung und Ortsstatute. Statuten-Entwurf. Gemäss Beschluss des V. Delegiertentags sollte der dort vorgelegte Entwurf eines abgeänderten Statuts des Verbandes der Sabbatbfreunde einer erweiterten Statutenkommission vorgelegt, von dieser durchboraten und alsdann den Verbandsmitgltedern unterbreitet werden.’ Die Beratung der Statutenkommission hat in Gemeinscha't mit dem geschäftsführenden Ausschuss am Sonntag, den 27. October in Berlin stattgefunden. wobei der hier unten bekanntgegebene Statutenentwurf beschlossen worden ist. Wir unterbreiten hiermit den Entwurf unseren Mitgliedern mit der Bitte, dass derselbe in einer baldmöglichst stattfindenden Versammlung vorgelegt und die für den Delegiertentag zu wählenden Delegierten mit entsprechender Instruktion hinsichtlich ihrer Abstimmung bei der Statutenfestlegung versehen werden möchten. Der VI. Delegierte,ntag unseres Verbandes, der das Statut endgiltig bescbliessen soll, wird, wie auch an anderer Stelle bereits angekündigt, an den Tagen 25. und 26. Dezember in Berlin abgehalten werden. Geschäfts?. Ausschuss des Verbandes der Sabbatbfreunde Dr. C. Biberfeld, Vorsitzender. I. Name und Zweck. § 1. - Der Verein führt den Namen „Verband der Sabbath-. freunde“ und hat seinen Sitz in Berlin Er erstreckt seine Tätigkeit auf alle Länder mir jii li-clier_Bevölkening. S2 Zweck des Verbandes isi, für die Heilnrhultung des Sabbaths im Sinne der überlieferten 'schriftlichen und mündlichen Lehre einzutreten, a. durch Aufklärung über die Bedeutsamkeit des Sabbathgesetzes, _ b. durch ideelle und wirtschaftliche Unterstützung solcher Unternehmungen, die der Förderung der Sabbathruhe im Erwerbsleben diei eil. c. durch zweckmässige Bekämpfung der die Beobachtung des Sabbaths schädigenden Tendenzen. II. Mitgliedschaft. - § 3- ' j Mitglieder deserems können alle .Tud n (Jüdinnen) werden, die im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. III. Organisation A. Allgemeine Bestimmungen. § d. Die Mitglieder des Verband0«, die in einem Orte oder in mehreren benachbarten Orten wohnen, können sich zu Ortsgruppen Zusammenschlüssen. : §5. Die Gesamtleitung des Verbundes liegt. in den ITanden des Delegiertentages (Abschnitt B) und >tes Gesctiäftstührenden Ausschusses (Abschnitt V). . S6. Zu dem Delegierten!ag und in den Gesclnftsdihrerden Ausschuss sind nur solche Mitglieder wahllur. die in Gesinnung und Tat auf dein Boden des gesetze-treuen Judentums stehen. , / B. D eie g i er tje nyag. *" 8 7. I / Der Delegiertentag ist die hti.h'te gesetzgebende Körp°rschaft des Verbandes. I Anteil nahmen. Kein Maler wäre imstande, mit den richtigen Farben das Bild zu malen und kein Dichter könnte dasselbe wortgetreu schildern, welches sieh in dieser Stunde im Kreise der Tischgesellschaft entrollte Auf sämtlichen Gesichtern glühte und strahlte eine Sonne der vollsten Zufriedenheit und der höchsten Glückseligkeit, als würde der Abglanz Gottes auf ihrem Haupte ruhen. Dieses alles konnten nur wahre Frömmigkeit, religiöse Ueberzeugung und Glaubenstreue erzeugen und hervorbringen. Die Worte: „Wajeworech elohim es jom baschewii wajekadesch ausso“, die der Vater beim Kiduschgebete über den Wein mit tiefer Empfindung und nachdrucksvoller Betonung sprach, senkten sich tief in unsere Seele, woselbst sie ein gewaltiges und verständnisvolles Echo weckten. Bei gemütlichen Plaudereien und anziehenden Erzählungen des Vaters aus längst vergangenen Tagen, auf die wir mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten, verflossen in angenehmster Weise die Freitagabendstunden. In gleich vergnügter und wohlgemuter Art verstrichen der Schabbosvor- und Nachmittag, so dass man mit vollem Rechte sagen konnte: es war ein „Oneg-Scbabbosl* — Allein, wie sieht es vielfach heutzutage inMen jüdischen Häusern mit der Schabbosfeier und -Freude aus P Dieselben haben eine grosse Aehnlicbkeit mit dem Bilde eines Getreidefeldes. Entweder liegt dasselbe brach und angepflügt da, so dass von seinem vormaligen Aussehen keine Spur vorhanden ist, oder es ist bereits seines reizenden Sommerschmuckes beraubt und bietet mit seinen KJeberresten, den vertrockneten Stoppeln, einen sehr traurigen Anblick, ein Bild der Z *i.'t nun g. W nn rie.n.uls der jüdische Knabe das Eiterniims verlie-s uu I in d e weite Welt hinauszog, da rief ihm der Wer in der bangen und beweg'en Absrhiedsjdui de die bedeutungsvollen Worte zu : „Sochaur es jmu hax liabbos lekad-chp j* (Gedenke des SabbaHitages, ihn zu heiligen!) — Die-er* fromme Wunsch des Vaters fand seinen Weg in das weiche uud leicht empfängliche Herz des pietätvollen •Sohnes, woselbst er stets.eingepräut und rege blieb. Dim ivicnte er ihm den Wanderstab mit den Worten: „Es liamitehase tikaeh bejodeche asclier tuas«e bp es hoaussos! * „Nimm, mein, Sohn, diesen Stabilen grössten S.-Iiatz des Hauses, das teuerste Eibe unserer Väter, welches wir treulich im Hause bewahrt und gehütet haben-— unsere altehrwürdisohe jüdische Tradition, uii-ere unbeugsame religiöse Ueberzeugung, unser festes Gott vertrauen, unsere Hotfuung, Zuversicht und Stärke —* mit auf deinen Weg. Derselbe soll dir ein treuer Bejeiier durchs Leben sein! Wenn du dich auf denselben stützen wirst, so wirst. du_ mit demselben Wunder wirken. Mit dem>ell#ui wirst du alle bösen Triebe und wilden Leidenschaften zuriickdrä igen, alle böseu Geister der Verführung und alle dämonischen— Gewalten der Verlockung und Verleitung bekämpfet; und besiegen und dir 'den rühm- und glanzvollen Ximen „Israelit“, „Gotteskämpfer“ erringen. Diesen göttlichen Namen sollst du, mein Sohn, unverändert mit St<dz-auf dem Schilde der Eure und Reinheit hoch hal'e.i!" ..Mit deu schönsten uud besten Lehren, den n-iusieu ethischen Grundsätzen undherrlie.hsteu Bildern versehen und ausgestattet, zog der Jüugling iu die weite stürmisch bewegte I