Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 10 u. 11 (Oktober-November 1912)
- Date
- 1912-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Bcr Sabbath. Anregung für die Tätigkeit der Ortsgruppen. I(iul':i>i;kr׳it 1ier Ortsgruppen soll bestehen: Jv A. In lok-iler Wirksamkeit. '1. W.e 1 eh rim <r iib er die religiösen Pflichten m i ז ,bl :10 n de 1־ e r B erücks ich t. igung de s Sabb athsres e f z c s. a. •Kiinii ■htnng von Lehrvor trägen, besonders am l’rei'airabrnd und Sonnabend, damit die freie Zeit auj Saidiaih irut verwertet wird. b. Kinrichtm «r von Leseräumen und Bibliothekt־n. die auch am Sabbat 11 zur Benutzung freistehen. ' iJIieizu dürfte sich in kleinen Orten das Gemeindejj . ׳oder Schnllokal srut eigien). c. El״rndarauf aufniersa־« zu machen, dass ihre Kin- ' d<?r nicht gezwungen werden können, am Sabbat in der Schule zu schreiben, im Gegenteil, dass sie!►erechtiiit sind, die Dispensation vom s( 11 ul besuch auf Grund des Frlk’schen Erlasses 5״H.1 verlangen. (Näheres durch den geschäftsführen־ den Ausschuss). d. In den Gomnmlen dafür zu wirken, dass den Schulbindern, durch die Lehrer und Erzieher die Schmi- ,ras Schabbos eingeprägt wird, da vornehmlich hierdurch die Erhaltung des Judentums für die Zukauft, geschert wird. , e. Eltern jiie Ueber/eugiing beizubringen, dass derjeiiige. der den Schabbos haben will, ihn auch halten kan׳, ohne dadurch in seinem F01 (kommen behindert xn ׳!׳״im: sp ziell >011e11 die Elternrechtzeitig vor Ablauf jler Schulzeit ihres Kindes hierauf aufnu-rksaui gemacht werden. 2. Fiirsd 1 ge für Stellenvermittelung. a. (יי x häftslj ute und Gewerbetreibende zu veranlassen, in ihren Ijetrieben sabbathfreie Stellen zu schaffen, T Peuillefon. Die Schabbos-Feier und -Freude einst und jetzt Gb ii h dem Bl tz. welcher aus der grau-schwarzen Gewitterwolke helleuchtend emporsteigt, so tauchen zuweiten in vorgerückten Jahren allerlei Erinnerungen in unserem Gedächtnisse auf, die uns zurückversetzen in die einst glücklichen Tage unseres Lebensfrühlings, in das ndi'chen- und zauberhafte Paradies unserer goldenen Kindheit, woselbst wir rastlos heiter spielten, selig träumten und den ungetrübten sonnigen Himmel auf Erden hatten. Im Mittelpunkte aller Erinnerungen steht das Elternhaii' mit seinen herrlich schönen Bildern, die der Zauber die>er Zeit in uns geschaffen und hervorgerufen hat. -Keine irdische Macht und keine Zeit, mag sie noch so di^Pr oder noch so heiter sein, ist imstande, dieselben a5s uns;51t verdrängen oder zu verwischen; denn zu tief haben sich mit ihren scharfen Konturen und ihrer fl* rb׳׳npnwht iu un> eing prägt und eingelebt. Wenn wir auch in! Elteri lause licht auf Kosen gebettet waren und int Lebtifiussti aller LebeLSgenüsse schwelgten, so waren damit sie, auch wenn sie den Sabbath nicht halten, die Schmiras Schabbos fördern. b. Anstellung vornehmlich solcher Lehrlinge und Gehilfen, die auf sabbathfreie Stellen refleKtieren. c. Lehrlingen und Gehilfen (männlichen und weiblichen) Stellungen zu ve׳schaflfen, in denen sie den Sabbath halten können, und sie ev. auf die Centrale für Stellen- Vermittelung hinzuweisen. d. Aufgabe von Vakanzei) an die Centrale für Stellenverraittelung in Frankfurt a. M. 3. Förderung von Unternehmungen, die darauf hinzielen, die Heiligkeit des Sabbaths zu ermöglichen. a. Unterstützung der sabbathhaltenden Geschäftsleute und Gewerbetreibenden durch Zuwendüng von Aufträgen. b. Mitteilungen an den £eschäftsfübrenden Ausschuss, wenn ein am Sabbath geschlossenes Geschäft zu verkaufen ist. c. Mitteilungen an den geschäftsführenden Ausschuss, ob eine Neu-Etabli erung eines Geschäfts oder die Errichtung eines Gewerbebetriebes, die am Sabbath geschlossen sein könnten, Aussicht auf Erfolg hat. 4. Organisation: a. Veranstaltung von Monats- und Vierteljahrs- Versammlungen je nach Bedarf. b. Verbreitung der Ideen 1 des Verbandes durch persönliehe Agitation im Kreise Gleichgesinnter. c. Gründung weiteret Ortsgruppen. B. In iDformatOiiscber Tätigkeit. 1. Ständige Information des gesebäftsführenden Ausschusses über Vorgänge; die eine Einschränkung der Schmiras Schabbos herbeiführen können, nämlich Mitteilung so bald als möglich: wir dennoch mit den bescheidenen Darbietungen sehr zufrieden und fühlten uns tjabei sehr glücklich. Für die schmale und karge Kost und so manche Entbehrungen an den sechs Wochentagen entschädigte uns der Sabbath mit seinen aussergewöhnlictagn Speisen, die uns wie Leckerbissen mundeten, sowie mit allerlei Freuden, die er ans brachte, reichlich. In verzehrender Ungeduld zählten wir die Tage und Stunden bis zum Sabbatbeintritte, den wir mit dem sinnreichen Liede; ״Lecho dodi likras kalohl‘ (Komm, Freund, der Braut entgegen!) freudigst begrüssten. Mit diesem empfingen wir zlugleich unsern beimkebrenden Vater, welcher wegen Broterwerb die ganze Woche hindurch in der Fiemde weilte. Seine Ankunft bildete für uns ein freudiges Ereignis. Mit diesem Momente trat plötzlich im Hause ein neues, frisches und rasch pulsierendes Leben ein. Alle Hände regten und rührten sich und alles war vollauf bemüht, zur Ehre und Weihe des Schabbos der einfachen Wohnstube einen besonderen GI&dz und Schmuck zu verleiben und dieselbe in ein herrliches Gemach zu verwandeln. Zum Zeichen des Sabbatheintnttes zündete die Mutter mit freudestrahlenden Augen und in inniger Andacht die Lichter des siebenarmigen Leuchters nebst zwei Kerzen an, welche mit ihren biendenden Strahlen das Zimmbr taghell erleuchteten und in uns heilige Gefühle und eine unaussprechliche Feststimmung weckten und hervorriefen, welche sich stets steigerte nnd ihre höchste Resonanz erreichte, so wir nach dem Abendgottesdienste an der Seite der lieben Eltern an dem 1 eidlich geschmückten Tiscbe sassen und an den rituellen Vorgängen des Abends mit Gebet und Gesang den innigsten