Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912)
- Date
- 1912-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Der Sabbath, wider wurde der ’Antrag der Handelskammer mit 19 gegen die 8 Stimmen der Angestelltenaas schösse angenommen. Hamburg, Juli 1912. Ganz anerwartet and für alle Teile der Bevölkerung überraschend brachte der 8enat knrz vor Schluss der Session noch ein^p Antrag an die Bürgerschaft, in welchem er die seitens der letzteren seit langem geforderte Neuregelung der 80nntagsruhe in folgender Form Vorschlag: 3 ständige Arbeitszeit für Engros and Detailgeschäfte von 7—.10 Uhr Morgens. Einige Branchen von Detailgeschäften dürfen auch von 12—l1/* Uhr offen halten. Ferner dürfen auch Rhedereiea und Speditqjre von 12—1 */> Uhr arbeiten, desgleichen die Procuristen anderer Handlungshäuser! Wie man sieht, ein Sammelsurium von Bestimmungen, die durch Ausnahme wieder illusorisch wird. Die gewohnte Arbeitszeit liegt für alle Branchen in Hamburg so unglücklich wie möglich und einem Arbeitsverbot gleich, da man in Hamburg an Wochentagen in den Engrosgeschäften meistens erst um 9 Uhr beginnt; am schwer- 8ten würde dieseSeit die jüdischen Geschäfte treffen; wie 8011 es möglich sein, irriv'Winter um 7 Uhr mit der Arbeit anfangen zu können, wo עדרית r^cr pi um 71/* Uhr beginnt I Die Geschäfte würden dann..anserdem gezwungen sein, um 8 Uhr Abends am בוצאי עבת schoqVtafgnhüren, fia das Gesetz eine II ständige Nachtruhe für das Personal vorschreibt, es würde also Ccnflicte und Verstösse gegen das Gesetzauf allen Seiten geben. Wie oben bemerkt, kam der Gesetzentwurf vollständig überraschend, sodass unsere Ortsgruppe keinerlei Veranlassung genommen hatte, den massgebenden __ Kreisen unsere Wünsche vorher zur Kenntnis zu bringen; die Beratnng war für die allernächsten Tage schon angesetzt, sodass wir auch darin machtlep waren, noch nachträglich für unsere Interessen einzutreten; glücklicherweise waren die Widersprüche, die sich sofort in allen jüdischen Kreisen geltend machten, 80 stark, dass die Beratung bis zum Herbst vertagt wurde. Die Hoffnung, dass der Entwurf wie vorliegend angenommen werde, ist sehr gering, den Handlnngsgehilfen gebt er nicht weit genug, den Chefs der Engrosgeschäfte liegt die Zeit zu ungünstig, die Detaillisten sind auch mit der ihnen gewährten Verkaufszeit nicht zufrieden, sodass das Schicksal des Entwürfs noch nicht abzuseben ist. Hoffentlich kommt dabei etwas heraus, was euch unsere Interessen mitberücksichtigt, wir sind natürlich auf dem Posten, um alles Nötige zn veranlassen, es bedarf hei den vielen Widerständen nnr der Hülfe von השי׳ת, die uns Loffentlich zu Teil wirft בי׳ר«. 1 Hamburg, 10. Mi. Die diesjährige ordentliche Generalver- Sammlung des i 1/rael. S t e 11 e n v 4 r m i 111 u n g s v e r e i n s zu Hamburg fand am 4. Juni 1912 bnter Vorsitz des Herrn 11. Jacobsen statt; dieselbe war, wie gewöhnlich schwach besucht. Der Vorsitzende wies in seinem Bericht auf die in Anlage II erzielten Resultate der nunmehr nur örtlich beschränkten Stellenvermittlung hin, welche gegen das Vorjahr eine Besserung nm 6 Besetzungen erfahren hat, und meint, ״dass bei intensiverer Unterstützung seitens der Hamhurger Firmen, sowie, falls sieb mehr nnd bessere Bewerber melden würden, ein noch erheblich höheres Resultat zn erzielen sein würde. Die meisten Vakanzen konnten ans Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzt werden. Die Kasse weist einen grösseren Ausfall auf; infolge längerer Abwesenheit des Kassierers konnte mit dem Inkasso erst spät begönnen werden, sodass bei Jihresabschluss noch nicht alle Quittungen eingegangen waren; es stehen vielmehr noch ca. M. 200.— aus, deren s. Eingang sicher zu erwarten ist. Der Bericht, sowie der Kassetbericht werden genehmigt und Decharge erteilt. Die austretenden Vorstandsmitglieder: M. Heimann, M. Jacobsen, E. Löbenstein werden per Akklamation wiedergewählt. Ein Antrag des Herrn F. zur bc>chaffung eines andern Vereinslokals wird dem Vorstande zur weiteren Erwägung überwiesen. Ein Mitglied bringt noch die bedauerliche Tatsache zur Sprache, dass ein Teil der jüdisch^ unter Aufsicht stehenden Schlachter, Wein- und Kolonialwarenhändler in ihren Kontoren nnd Läden Personal beschäftigen, denen ander Befreiung v n Arbeit am Sabbath nichts liegen kann, und bittet, hiergegen Schritte zn unternehmen. Der Vorsitzende erwidert; dass dieses bereits mit Hilfe des Herrn Oberrabbiners geschehen sei, und dass einige Schlachter sich bereit erklärt hätten, den güänsserten Wünschen nachzukommen. Der Vorstand behält die Sache im Auge. Ifit einem Dank an die Erschienenen wird die Versammlung geschlossen I j Israel. Stellenvermittlungsverciin zu Hamburg. Abrechnung per 1911112. Einnahmen Beiträge der ordentliehen a. aasserordentliehen Mitglieder - M. 445.— Spenden abzügl. Incasso 32 ״.— Zinsen der Sparcasse - 39.99 ״ Defizit .161.50 ״ M. 678.29 Vermogens-Bestam Bestand am 1.4.1912 M. 1280.01 Defizit 1911/12 , 161.30 M. 1118.71 Hamburg, 31. März 1912. Salair u. Porti Drucksachen Inserate Diverse Ausgaben Bureaumiete M. 443.20 9609 ״ 108 ״ •JJ0 . 25.75 , 4.75 M. 678.29 am 1. April 1912. Sparcasa!.M. 992.75 Bar i. Bureau 116.46 b. Capsierer 9.50 125.96 M, 1118.71 Der Vorstand. Stellenvermittlung 191112־. 1. Vakanzen: Hamburg Commis 14 . Lehrlinge ' 16 Damen 10 Auswärts 20 1 1 Zusammen 34 17 11 unerled. 1.4.12 10 9 3 Total 40 22 62 22 2. Bewerber: Commis 13 21 39 18 Lehrlinge 7 1 8 4 Damen 13 3 16 8. Total 38 25 63 30 3. Besetzungen: Commis 4 5 9 Lehrlinge 6 1 7 Damen 6 — 6 Diverse 5 2 7 (6Ve rt re ter n. 2 A rbeit er) Tttal 21 8 29 Wien, 18. August. Wir wurden, so schreibt Dr. Bloche Wochenschrift, von befreundeter Seite darauf aufmerksam gemacht, dass die Leipziger Michaelimesse, welche am Mitwocb, den 11. September abgehalten wird, mit einem hohen jüdischen Feiertag zusammenfällt, mit dem Neujahr, und da man der Befürchtnng Ausdruck verlieh, dass die Beteiligung an der Messe geriDg wenden dürfte, weil maneher Besucher des Feiertags wegen von einer Reise nach Leipzig Abstand nehmen dürfte, so haben wir die Angelegenheit Herrn Kornmerzienrat Snsamann, dem 1. Vorsitzenden der Ledermesabörse zn Leipzig, vorgetragen. Herr Kommerzienrat Snssmann schreibt nns hente wie folgt. Der Brief gelangt zam Abdruck, weil er über die Frage Klarheit bringt: ״Die von Ihnen angeregte Frage bezüglich der Verleguug der bevorstehenden Leipziger Micbaelismesse, in Bück* sicht auf das jüdische Neujahrsfest, ist bereits vor längerer Zeit verhandelt worden, nnd ist man zn dem Entschloss gekommen, die Ledermessbörse diesmal ans- 11 a 11 m 8 w e i s e zeitiger, nnd zwar von 2—4 Uhr, stattfinden za lassen, Mittwoch, 11. September. Gern hätte man den Messtag verlegt, doch ergab sich''dies als nntnnlich infolge der zwischen den Frankfurter und Leipziger Stadtverwaltungen seinerzeit festgeiegten Vereinbarungen. Die Frankfurter Messe ist am 9. nnd 10. September, nnd nan hätte man entweder 8 Tage zeitiger oder 14 Tage später den Leipziger Lcdermesstag ansetzen müssen, beide Termine erachtete man als ungeeignet. Ich gebe Ihnen diese Aasfttbmneen nnd slt Ile es Ihnen frei, davon Gebrauch za machen. Mit freundlichem Gross Kommerzienrat Sassmaun, 1. Vorsitzender der Ledermessbörse za Leipzig“. Auf diese famose Erledigung hin raten wir den jüdischen Interessenten sich vom Besuche der Messe fernznhalten — die sie nnr unter Uehertretnng eines besonders hohen Festes besuchen können, — um auf diose Art den Leipziger Machthabern, für die Zukunft die I