Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912)
- Date
- 1912-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Der Sabbath. los über gmuh sein wird, durch eine Commission sachkundigster KauqPne einige Candid&ten aasgewählt werden,denen eine Subvention von etwa 1500 Mk. zunächst für ein Jahr behufs Ausbildung im Engrosgeschäft im Inlande oder im Auslande zugebilligt werden -soll. Durch Auskünfte ihrer Chefs und unserer Vertrauensmänner werden wir darüber unterrichtet wer Jen, ob unsere Pflegebefohlenen in religiöser1 Hinsicht unseren Erwartungen entsprechen und in kaufmännischer die Aussicht eröffnen, später einmal als Pioniere für die Ideen, die uns vorschweben, in den erwerbstätigen Kreisen zu wirken. Je nachdem, werden wir ihnen ,,ode^lndernfalls anderen, geeigneteren Jünglingen dieselb&^Beihilfe für ein weiteres Jahr gewähren; wobei wir detsicheren Hoffnung leben, dass, wenn das Projekt erst ^Jinmal die Feuerprobe der Kritik bestanden und sich als' realisierbar erwiesen hat, uns dann in den folgendeii Jahren die Mittel zur Fortsetzung des Experiments reichlicher und leichtflüssiger zur Verfügung gestellt werden dürften. Ein Experiment — darüber sind auch wir uns klar — und nicht mehr ist es freilich vorerst, was wir mit dem A. F:?beginnen wollen. Und wir verkennen gewiss die ungeheure^ Schwierigkeiten, Bedenken aller Art nnd Möglichkeitenieines Fehlschlags nicht, die sich ihm, namentlieh im Anfang entgegenstellen werden. Aber wir hoffen auf die Unterstützung durch die Verheissungtdes Talmuds הנא לצה־ דם־־ע־ן לו, Wir kommen לצה־, wegzuräumen die schweren <5'צנש״ל aus dem Wege unseres שבת השם, zu bahnen den "Weg den zahlreichen Brüdern und Schwestern, die schweren Herzens nach einem Lichtstrahl ausblicken, der ihnen bei der Berufswahl ihrer Kinder voranleuobten soll, zu bringen על־ לד.—פה für die schwerste Krankheit unserer Zeit, Für den הלול שנת, der בעדה immer weitere Kreise ergreift.... Für soviele Studienzwecke und Studiengesellschaften fliessen die Mittel schnell und reichlich herbei: und für die Erforschung dieses Pols des Judentums sollten* wenige tausend Mark nicht aufzubringen sein?! Auf eine Discussion dieser Bedenken, die auch auf dem letzten,De1egiertentag schon ihren beredten Ausdruck fanden, sq)l darum hier nicht eingegangen, sondern an dem alten?Wahrwort fesfgehalten werden, dass probieren über studieren geht. Nur ein Einwurf, der allzu sehr; sich aufdrärigt, sei darum hier geprüft und zurückgewiesen; nämlich der: Was bedeutet selbst bei bestem Gelingen j de» Experiments diese lächerlich kleine Zahl 4 von für den j Exportnnd Engros-Handel Ausgebildeten gegenüber dem! grossen Notstand, gegenüber der grossen Zahl von jungen Menschen, die vor die Frage der Berufswahl gestellt, ־sich dem Kaufmannsstande widmen? Erinnert das nicht an den krebsenden Berg, dem ein lächerliches Mäuslein entschlüpfir1• Nun; auch wir sind wahrlich nicht soweitfremd und so unheilbar in Pbantasmagorien eingesponnen,; um die Richtigkeit dieses Exempels aus dem Ein-Mal-EiDS nicht einzusehen. Aber wir hoffen und rechnen aftf die Macht des Beispiels, das ermutigend und anregend genug wirken soll, um weite Kreise für den Gedanken, den wir verfechten: Los vom Detailhandel! zu gewinnen; und wir hoffen und rechnen darauf, dass die Erfahrungen, ,die wir samipeln werden. Anderen zugute kommen Sollen, damit sie unser' Experiment wiederholen können,! ohne ׳ erst teures Lehrgeld zu zahlen und durch Misserfolge , entmutigt zu werden. A. F. sei darum das Panier! Möchten die ernsten ,^:w-Tage, iq die wir jetzt einzutreten uns anscl^icken, die das Gefühl-der religiösen Gemeinbürgschaft in!Israel waefazurufen so geeignet sind, die Herzen unserer' Bitte öffnen, die Gabefreudigkeit unserer Mitglieder und Freunde anregen, damit wir über unsere Pläne hinaus in der Lage sind, jungen, in das Leben eintretenden Menschen den Weg zu ebnen zur פרנסה בכבוד im Schatten der Taurob! Sonntagsruhe. Man schreibt uns : Nachdem der angekündigt gewesene Gesetzentwurf anscheinend einstweilen wieder zurückgezogen ist,, beginnen jetzt einzelne Orte, die bislang damit gezögert hatten, in ihren Bezirken durch Ortsstatut eine verstärkte Sonntagsruhe einzuführen. Fast jede Nummer der Gehülfenverbandsblätter bringt derartige Mitteilungen, wie erst in letzter Zeit aus Halle, Nürnberg etc. etc.; meistens wird den Engrosgeschäften die Arbeit überhaupt verboten oder nur 1 — 2 «Stunden gestattet. Es ist aber bei keiner Gelegenheit bisher bekannt geworden, dass die am Orte ansässigen jüdischen Geschäfte, welche Schabbos geschlossen haben, oder gar die Ortsgruppen rechtzeitig ihre InteresseÄ^ewahrt hätten, um eventl. I—2 Stunden ArbeitszePPtesp. Mehrarbeitszeit herauszuholen; darauf möchte ich sie einmal hinweisen. Es wäre doch eine verhängnisvolle Täuschung jetzt die Hände in den Schoss zu legen und auf das kommende Reichsgesetz zu warten, das eventuell eine bessere Lösung für uns bringen kann. So sehr wir hoffen und wünschen, dass der § 4 dem Reichstag vorgelegt und daselbst auch angenommen wird, so ist das durchaus nicht sicher. Jedenfalls wird das Reichsgesetz für die Allgemeinheit eine Verschärfung der Sonntagsruhe bringen, und es wird späterhin sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, da wo vollständige Ruhe jetzt schon ohne Widerstand der jüdischen Interessenten eingeführt ist, späterhin Arbeitszeit dafür zu erwirken. Andererseits ist es eine besonders grosse und wichtige Sache, wenn es an einem Orte gelänge, unter Berufung auf das vorgeschlagene Reicbsgesetz und dessen § 4, eine ähnliebe locale Lösung irgendwo schon jetzt zu erwirken, wo Veränderungen mittelst Ortsstatut geplant sind. Es ergeht also die dringende Bitte zunächst an unsere Ortsgruppen und auch an die Einzelmitglieder, überall en vedette zu sein und, sowie eine Veränderung der Sonntagsruhe am Orte geplant wird, nachdrücklichst unsere Interessen wahrzunebmen. Jeder arbeitet damit gleichzeitig dem Ganzen vor! וה׳ יצליה אני־ר. (Nach unseren Informationen ist der Gesetzentwurf keineswegs zurückgezogen, und es erscheint sehr fraglich, ob es opportum wäre, gegenwärtig lokale Kämpfe um die Sonntagsruhe zu entfesselh. D. Red.) Aus dem Leben für das Leben. Von Arthur Mayer-Gelnhausen. Häufig liest man Annoncen in jüdischen Zeitungen, nach welchen unter Hinweis, dass das Geschäft שבת וייט geschlossen ist, ein Lehrling oder ein Lehrmädchen gesucht wird, von solchen Firmen aufgegeben, die wohl officiell an diesen Tagen ihr Geschäft geschlossen halten, aber die Kunden nicht abweisen, wenn dieselben zum Einkauf vorsprechen. Da an kleineren und mittleren Plätzen das Personal, von wenigen Ausnahmen abgesehen, volle Pension im Hause der Prinzipalität erhält, 80 ist es naheliegend, dass dasselbe zur Bedienung der שכת וי׳ט Kundschaft häufig herangezogen wird. Aber selbst wenn dies nicht geschieht, wird, durch das schlechte Beispiel veranlasst, in vielen Fällen .auch der religiös