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Der Sabbath · 1912-07-01 · 7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912)
Date
1912-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Sabbath, 53 fürchteten, die Prinzipale haben fast überall, wo sie bisher zu Worte kamen, ihr Einverständnis mit § 4 erklärt, müssen also eine Schädigung ihrer Interessen für nicht vorliegend erachtet haben, deshalb hefürchtet man jetzt böse Stimmungen. Nun da ist es ja söhr leicht, die Probe auf das Exempel zu machen. An jedem Sonnabend kommen christliche Geschäfte ihren jüdischen Concurrenten mit Offerten, Anfragen u. s. w. einen Tag zuvor, nnch nie aber haben wir vernommen, dass dadurch intolerante Stimmungen hervorgerufen wurden. Und. sicher würden solche ebensowenig bervortreten, wenn -durch das geplante Gesetz es wirklich einmal möglich sein würde, dass ein jüdischer Geschäftsmann Briefe einige Stunden früher binausschickt, als sein christlicher Concurrent. Dann werden noch die Adventisten als Scbreckgespenst herbeigeholtt Nun uns soll’s recht sein, wenn ihnen, die auch sicher von der Wahrheit ihrer Anschauungen durchdrungen sind, entsprechende Erleichterungen gewährt werden, dadurch wird Deutschland auch nicht zusammenstürzen. Sind so alle gegnerischen Argumente nicht stichhaltig, so dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, dass ebenso wie der tolerante Abg. Dr; Günther auch die tolerante Reichsregierung ihren Gesetzentwurf verteidigen und mit Hilfe ebenso einsichtsvoller und toleranter Reichstagsmitglieder auch durcbbringen wird. Das walte Gott. ■ M. )acobsen. . ן Eine Moralpredigt+). In einem zionistischen Blatte ist vor Kurzem unter dem Titel: ״Die Sabbathbeobachtung und die Orthodxie*! an Hand des Jahresberichts des ״Israelitischen j Stellenvermittlungs- und Versicherungsj *) Aus Nr. 2G des ״Israelit“. I Vereins“ der deutschen Orthodoxie und insbesondere dem ״Verbände der Sabbathfreunde“ eine Moralpredigt gehalten worden, die im Interesse einer wahrhaftigen Erkenntnis der Dinge nicht unwidersprochen bleiben darf. Der Verfasser geht von der' These aus, dass die Orthodoxie (jedenfalls soweit sie sich noch nicht zum Zionismus emporgeschwungen hat) auf der ״Oberfläche“ der Dinge hafte und jedes ״produktiven geistigen Schaffens“ unfähig sei. Als Beweis für diese These wird die erschütternde Tatsache mitgeteilt, dass von 155 Kommisstellen, die der ״Israelitische Stellenvermittliingsverein ‘ im Jahre 1911 besetzt hat, 96 mit einem Jahreseinkommen von 1C00 Mk. und darunter verbunden waren. Ein solches Einkommen sei bei zahlreichen jungen Leuten ein ״ständiger Mahner“ zum Abfall, und die Prinzipale, die so schlecht zahlen, müssten, wenn ihnen ihr Judentum Herzenssache wäre, lieber ״an sich sparen“, als dass sie auf solche Weise durch ihre Schuld junge Leute zur Sabbathentweihung veranlassten. Da dies nicht geschieht, so sei bewiesen, dass unsere Orthodoxie gar nicht mehr ״innerlich“ mit dem Judentum verwachsen und — dass es überhaupt fraglich sei, ob sich im Goluth eine solche Vertiefung des Judentums erreichen lasse. Diese ingeniöse Beweisführungen Guristen einer bestimmten Partei und auf Kosten des überlieferten Judentums haftet so sehr an der ״Oberfläche“ der hier besprochenen Dinge, dass man den Spiess leicht umdrehen und statt des alten Judentums den Zionismus als den Erzieher zum oberflächlichen Denken denunzieren könnte. Wir wollen jedoch auf diese gefährliche Bahn der gegenseitigen Herabsetzung und Verkleinerung dein Verfasser nicht folgen, sondern lieber die Tatsachen ruhig and kühl ins Auge fassen. Vor allem möchten wir fragen, woher der Verfasser wejss, dass die von ihm der Gewissenlosigkeit bezichtigten Prinzjpale ״nicht an sich selbst sparen r1‘ Glaubt er Des vierten Licht und Sonn' und Mond und Stern', Sie harren schon des Sabbaths in der Fern’; Des zweiten, dritten, denk ich nicht mehr gern, Hab ich den vierten schon im Hintergrund. Simon Spira und sein Sohn. Historische Erzählung. Von Alb- Em. Brachvogel. (Fortsetzung.) Der fünfte sagt, der Freude lichter Bote: Gedulde dich zum nächsten Morgenrote; Früh Arbeit, dann Freiheit, und wenn der Tag beendet hat die Rund’, Zum Fürstentag die Ladung mir wird kund. O, wie am sechsten jeder Kummer schwindet, Da endlich, endlich sich die Ruhe findet: Wenn mir den Kranz aufs Haupt die Müsse windet. Wie werde von der Unrast ich doch da gesund! Und welche Lust ich in der Dämm’rung habe, Des ahnungsreichen Sabbath’s schönste Gabe! Bringt Früchte, bringt mir jede süsse Labe, Mit Sabbath schloss ich einen Herzensbund! Ein Freudeslied will ich dir, Sabbath, singen, Du bist das Köstlichste mir von allen Dingen! In Tafelfreuden schwelgt, wem Trost sie bringen, In Liebesküssen, wer im Herzen wund I Biogen. Hugo Adler, Lehrer der Isr. Rel.-Ges. ln diesem Augenblicke drängte sich hastig eine Herde Stiere aus dem geöffneten Thor und jeder von ihnen hatte zwischen seinen Hörnern einen roten Lappen, der ihm vor den Augen niederhing. Kaum sahen die Tiere, aus dem plötzlichen Dunkel ins Helle eilend, das grelle Rot dicht vor ihren Augen, als Angst, Wut, kurz die Horntollheit sich der Herde bemeisterte. Keinen anderen Ausweg sehend, als den Weg vor sich, stürzten sie in wildem jagen und Drängen gesenkten Hauptes auf die schwedischen Reihen, welche nicht vermuteten mit Ochsen kämpfen zu müssen. Da .Marcus Spira dem Joel, seinem Knechte und Eli ben Socheser, dem Schächter, befohlen hatte, den Tieren in der Nacht im־ Dunklen Theer-Schwamm unter die Schwänze zu binden und denselben, bevor Tier um Tier ins Freie gelassen wurde, anzuzünden, so wurden dieselben nicht blos von den Lappen gereizt, sondern auch von dem Schmerz am Schweife gepeinigt, wie rasend nach vorwärts getrieben. Kaum stürzte der letzte Stier heraus, als das Gatter wieder fiel. Eine grässliche Scene bot jetzt die Brücke dar. Zerfleischte, zertretene Schweden bedeckten den־ Boden jede Wunde, die der Feind dem rasenden Vieh, um dasselbe abzuwehren, beibrachte, machte es nur noch wütender. Die vordersten Schweden drängten entsetzt zurück, die Hintersten drängten in der Hitze des Angriffs vor, die eigenen Leute traten einander nieder, erstickten einander 1 Nach einer halben Stunde hatten die Ochsen die Schweden bis zum Kleintor Turm geworfen, auf dem mittelsten Brückenbogen aber standen die luden wieder mit gefällten Speeren, ihre Schützen hinter sich, und hinter ihren Kolonnen liess Marcus von den Steinhauern in den Bogen der Brücke Löcher brechen, tief genug, um die Pulvertonnen aufzunehmen. Noch dauerte das Entsetzen der Fliehenden, das Stöhnen der Gefallenen fort, als die Tonnen schon eingesenkt waren und der Minensack von Marcus als Leitung bis zum Turm gelegt wurde. Ein Signal rief jetzt die

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