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Der Sabbath · 1912-07-01 · 7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
7, 8 u. 9 (Juli-August-Septbr. 1912)
Date
1912-07-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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50 Der Sabbath. tragens von Gegensynden aus dem Einzelbesitz in den Gemeinbesitz oder umgekehrt uns zu veranschaulichen suchte, uns damit den Grund und die Ursache dieser göttliches Willensäusserung stillschweigend: kund gebend, und erblickten wir darin den Willen Gottes an den Menschen alles und jegliches Ding am Gottestage zu heiligen, so belehren u^s ’unsere Weisen, dass auch die Lagerstätte eines Gottesstammes■ in der Wüste, dessen Ansehen und Aussehen, durch die wahrhafte Erfüllung der Gottesgebote, einem grossen Gottesheiligtum glich, dass auch dieses “ש־כן לשבטיו., .,dieses Ruhen in Stämme gesondert“ für das Gehen des Menschen am Sabbattasje, um ausserhalb seines kleinen Kreises Anschluss an die menschliche Ge- Seilschaft zu suchen, massgebend sein soll3). Wie aber innerhalb eines solchen Stammesheiligtums der Wille oder der Befehl Gottes die einzigen Faktoren waren, die das menschliche Leben beherrschten, so der Jehudi; so jeder Isroel; sein Bewegen am Sabbat sei nur, um innerhalb der Grenzen, die am Ende der 2000 Ellen gezogen sind, den Willen Gottes zu erfüllen, den Befehl Gottes auszuführen, sein Anschluss an die Gesellschaft daher nur innerhalb eines solchen Stamaiesheiligtums. Jedoch, wie^dieses zwei Tausend Ellen umfassende Stammesheiligtum sich in der Wüste befand, also ausserhalb einer dauernden menschlichen Niederlassung, wo sowohl die Einzelnen, wie auch die Gesellschaft nur ein geistiges Band umgab, so sind auch die zwei Tausend Ellen, die für das Gehen und Fortbewegen des Menschen gesetzt sind, nur ausserhalb eines dauernden menschlichen Kreises zu fassen und zu verstehen4). Haben sich dagegen *1 Sollte doch dieses Bleiben und Verweilen im Stamme hinweisen, dass am Sabbat dem Einzelnen möglich sei, im Kreise' seiner Mitstreiter und Mitkämpfer zu verbleiben, dass alle die in der Woche .Ziehenden־ und Kämpfenden am Sabbat geeint und friedlich zusaipmenzuleben vermögen. 4) Dehn kein Tag in der Woche ist Isroel so ,v::־ pr*, so jeder bei seinem Stamme, jeder in seiner Familie ruhend, wie gerade der Sabbat. Durch 'das Unterlassen aller Arbeiten, die Mebicherihände am Heiligtum vollbrachten, also der 39 Hauptarbeiten./sollte!7euillefon Sabbath Nachmittag auf dem Lande. Von M. K. in M. ' •:Fortsetzung) ..Also höre. Beim Tragen des Schirmes kommen zwei verbotene Werkverrichtungen, oder mit dem technischen Ausdrucke ,,Melocbaus“ in Betracht. Einmal das .,Tragen“ selber, das ausserhalb des Eruw verboten ist. Lat über hast Du ja im ״Sabbath“ eine sehr interessante Abhandlung gelesen, und zweitens das Aufspannen des Schirmes. Dieser wird, da er eine ״Decke“ bildet und der schiiig abfallende Teil gewissern.assen die ״Wand“ vorstellt und das Ganze eine gewisse Ausdehnung besitzt, als ,.Zelt“ angesehen. Das Aufspaunen ־eines Zeltes oder die l'eberdeckfcfljt der Zeltwände gilt aber als Melochob, WerkverrlBtttög.! ״Du sprichst ja wie ein Rabbiner, der Dr. ■P isL^ gab Bertha halb bewundernd, halb spottend zuriwQ ״Wenn ich aber nun den Schirm von meinem DienMg^lchen aufspannen lasse, so kann ich ihn doch innerlyj^^les Eruws tragen?“ ״Dies ist auch nicht angärgig/.JJiein man konmt doch gar zu leicht dazu, den Schirm abkuspannen und dann hätte man wieder eine li. Menschenkinder an einem Ort zusammengefunden, um daselbst ״dauernd“ die menschlichen Ideale zu erfüllen, die Gottesbefehle zu vollziehen, innerhalb eines solchen Raumes ist dem Gehen und Fortbewegen keine Schranke gesetzt. Denn nur, wem du über den Kreis, in den dich deine Verhältnisse versetzt, am Gottestage hinaus willst, überschreiten willst, um dir neue Beziehungen zu schaffen, neue Verhältnisse zu gestalten, da sei dir das Stammes• heiligtum vorbildlich, nur innerhalb eines solchen Kreises und wohl noch mehr nur in der Weise der Gottesstämme, schaffe dir deine Lebenslage, errichte dir deinen Lebensanker. In dem Kreise, in der Gesellschaft, im Dorfe, in der Stadt, wo du dich aufhältst, bestimme dein Haus- Heiligtum, deine dir errichtete Gotteswohnung, deine Verhältnisse, deine Beziehungen (איסור הוצאה מרשות לישרה); willst du diesen dir bestimmten Kreis verlassen, so ist es jeder )ehudi am Sabbat bezeugen, dass ihim die Welt als ein Gottesheiligtum erscheint, vollkommen und vollendet sie ihm sich zeigt, und eine Arbeit, wie sie am menschlichen Heiligtum in der Wüste notwendig und erforderlich war, am Sabbat, wo Gott Seinem Weltheiligtume das Siegel der Vollkommenheit aufgedrückt, an eben diesem Weltheiligtum vollbracht, eine Entweihung Gottes bedeutet. Durch das Unterlassen von Mannasammeln, das in der Woche über .gemeinsam“ mit ganz Israel geschah, wurde bekundet, dass das in sechs Tagen von der Welt erkämpfte, von seinen Mitmenschen erstrittene Gut, die Weihe des Sabbats empfangen müsse: in der Folge sollte dies durch das Unterlassen Von Hinaustragen von Gegenständen aus dem Einzelbesitz in den Gemeinbesitz zum Ausdruck kommen. Durch den Segen des Manna, von dem am Freitag einem jedem ein Doppeltmaass zuteil wurde, hörte am Sabbat der Kampf um das Manna auf (vgl. Ex. 16, 18 העדיף הסיבה והששעיש דא החסיר mVi) und so war es auch möglich, ein wahres jüdisches "'•״שוק :‘שבש .ein Ruhen, ein friedliches Zusammenleben in Stämme geteilt“. Und in der Zukunft sollte jeder Isroel durch das Bleiben beim Stamme, wohin ihn die Gottesbestimmung und göttliche Vorsehung gestellt בני um rn ישראד איש עד שהניע יאיש עד (Hum. 1,521 beweisen, dass die Kämpfer und Streiter von der Woche, am Gottestage friedlich und geeint Zusammenleben wollen, dass am Sabbat der Kampf aufgehört, der Existenzstreit ruht und eben daher das Weilen und Bleiben im Stamme möglich sei. Keine Sorgen und Verhältnisse zwingen ihn den Kreis seines Stammes zu verlassen, um ausserhalb, neue Be- Ziehungen anzuknüpfen, neuen Anschluss zu suchen. Melochob getan. Und es ist gar nicht zu vermeiden, dass wenn man, den Schirm in der Hand Trägt, ihn auf oder zumacht, denn man ist doch gewöhnt, ohne viel nacbzndenken, sich seines Schirmes zu bedienen“. ״Das stimmt. Jetzt weiss ich doch mal richtigen Bescheid. Aber, sag mir mal, woher weisst Du denn dies alles? Lesen Eure Professoren solche Dinge vor“? ״Das nicht, der Staat kümmert sich nicht um die jüdische Religions- Wissenschaft, er würde es auch nicht könnep und keinem recht machen. Wir Studenten haben unsere Verbindungen, in denen man sich viel mit jüdischen Studien befasst. Die ׳ Verbindung ״VJA“, der ich angehöre, ist gesetzestreu und hält wöchentlich unter der Leitung von einem tüchtigen Talmudisten mehrere Schiurim ab, und wir schöpfen : frisch aus der Quelle. Wie das Wasser aus dem sprudelnden Quell am besten mundet, so die religiösen Lehren, wenn man sie aus den obersten Urkunden schöpft, wenn man den Geist und den Tiefsinn frisch aus dein Original, in der Sprache desselben, auf sich einwirken lässt“. Inzwischen war das Paar mit der übrigen Gesellschaft in das Dunkel des Tannenwaldes gelangt. Alles liess sich auf dem schwellenden M'oosteppich nieder, weleher eine köstliche Eigentümlichkeit des Fichtenwaldes bildete. Da rief einer der jungen Herren zu Eduard hinüber: ״Erzähle urs doch mal vom Studentenleben, wie sich die Studenten schlagen, was sie treiben und wann sie studieren. Die müssen es doch gut haben, dürfen den ganzen Tag schön gekleidet umhergefcen und abends findet man sie in den Kneipen, wo sie trinken und Coamers- | lieder singen“.

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