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Der Sabbath · 1912-05-01 · 3 u. 4 (März-April 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
3 u. 4 (März-April 1912)
Date
1912-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Sabbath. / / Eingesandt Literarisches. / * Stargard i. Pom., 7. Mai 1912. Der jüdische Frauenbund Int, nm eines seiner wichtigsten Arbeitsgebiete, das der gemeinnütsigen Arbeitennd Stellennachweise intensiver bearbeiten za können, eine Kommission eingesetzt, die als ״Kommission für Stellennachweis des jüdischen Frauenbundes1* ihre Tätigkeit bereits aufgeoommen hat. [Jm in grosszügiger und übersichtlicher Weise auf .diesem Gebiete etwas leisten za können, hat die Kommission zunächst die Zasam men׳ fassang aller sich mit Arbeitsnachweis oder Stellenvermittlung befassenden jüdischen Vereine und Einzelpersonen beschlossen. Die Namen derselben sollen alphabetisch auf eine Tabelle geordnet, and diese Tabelle nicht nur allen mit sozialer Stellenvermittlung sich beschäftigenden Persönlichkeiten nnd Vereinen zngestellt, sondern auch den leitenden Stellen jeder Gemeinde zur möglichst breitesten Veröffentlichung unentgeltlich zngesandt werden. Zweck dieser Tabelle ist es: 1. Arbeitsuchenden nnd deren Beratern eine Anzahl Adressen möglichst überall bektnnt za geben, an die sie sich im Bedarfsfälle zu wenden haben and von denen eine gewissenhafte, auf Grund jahrelanger Erfahrung gegebene Anskauft zu erhalten ist, 2. soll die Tabelle Arbeitsuchenden und deren Beratern die Möglichkeit gewähren, mit anderen Stellennachweisen in Verbindang za treten and einen Aastausch von Arbeitsangebot und Nachfrage herbeiführen. Dadurch wird manches Engagement zustande kommen, welches sonst aas Mangel an eigenem geeigneten Material nicht erledigt werden konnte. 3. 8011 die Tabelle dazu beitragen, dass sowohl den Stellensuchenden wie den Nach<$ei88tellen Gelegenheit gegeben ist, bei Stellen nach ausserhalb vorher bei der in dem betreffenden Ort befindlichen flach weisstelle oder Vertrauonsperson Erkundigungen über die Art der Stellen und die beanspruchten Leistungen einznziehen. Durch genauere Information kann z. B. verhütet werden, was leider jetzt so häufig der Fall ist, dass junge Mädchen ohne mit genügend Geldmitteln versehen zu sein und ohne (jie heute unentbehrlichen Berafskenntnisse za besitzen, von falschen -Berichten verlockt in die Ferne abwandera nnl dann dort die erhoffte Stellung nicht finden, sondern Mangel leiden oder gar moralisch verkommen. Manche Enttäuschung oder oft sicheres Elend könnte verhütet werden, wenn wohlmeinende Berater Mittel nnl Wege besässen, sich mit Gleichgesinnten in Verbindung zu setzen. Es geht deshalb an alle unsere Glaubensgenossen die herzliche Bitte, die Kommission in ihrer sozialen Wirksamkeit za unterstützen. Alle; Vereine, Anstalten und Einzelpersonen, die sich mit Arbeitsnachweis für weibliche Personen beschäftigen, werden dringend gebeten, der Kommission für Stellenvermittlung ihre genauesten Adressen, sowie die ihrer Büros, der Büroleiter und deren Vertreterinnen zuzusenden, mit der Ermächtigung, alle diese Adressen zur erwähnten Tabelle znsäjfeaenstellen nnd der Oeffentlichkeit übergeben zu dürfen. Jede Mitt^nng wird dankbar angenommen, insbesondere anch Wert darauf gelegt, dass sich aas Dörfern (Angabe des Kreises and der Provinz ist nötig) and aus kleinen S:ädten Persönlichkeiten melden, die gewillt sind, sich in Zukunft mitegemeinntttziger Stellenvermittlung zu beschäftigen and die mit uns in Verbindung treten wollen. Arbeitssuchende, die zumeist den grösseren Orten Zuströmen, sind oft nicht dort unter, zubringen und daon sehr froh, in kleinen Orten Stellung zn finden wo Ihnen durch freie Station im Hause ihres Arbeitgebers noch 11• ben dem Gehalt ein Heim, gute Verpflegung nnd bisweilen sogar Auschloss an die Familie geboten wird. Andererseits könnte damit dem an.kleinen Plätzen so fühlbaren Mangel an Personal gesteuert werden- Die erbetenen Adressangaben sind einzaseaden an die Vorsitzende der Kommission für Stellennachweis des jüdischen FrancnbuDdes, Frau Helene Mayer, Stargard i. Pom., Jobststrasse 91 I. * Wir geben dem obigen Eingesandt, das ans mit der Bitte . jom Aufnahme aus dem Büro des jüd. Fianenbuudes in Frankfurt a. M. j J zuging, Aufnahme, ohne aber in der Lage zn sein, daza Stellung za fl nehmen, da wir und, («weit wir wissen, auch die mit der Stellenvcr- / mittlang für weibliches Personal sieh befassenden rar neic-.Vereine l seitens des jüd. Frauenbundes über die Ziele der ,,Kommission“ bis- / her weder unterrichtet, noch zur Mitarbeit aufgefordert werden sind. Die Red. In Heft 8 des VIII. Bandes (August 1911) und Heft 3 des IX, Bandes der Zeitschrift ״Die Kirche,i Zentralorgan für Bau, Einrichtung und Ausstattung von Kirchen, kirchlichen Bauwerken und Anlagen“ begegnen wir Abhandlungen die für jüdische Leser von Interesse sind. Das erstgenannte Heft fcnthält auf S. 181 — 188 einer dnreh reichen Bilderschmuck illustrirten Beschreibung der Westend-Synagoge zu Frankfurt a. M., die mit einem Kostenaufwand von 1 Million Mark nach einem preisgekrönten Entwurf des Stuttgarter Architekten Franz Röckle erbaut worden ist. Das bedeutendste Wesensmerkmal dieser Reformsynagoge ist, dass den Frauen nicht nur die Emporen, sondern die eine (linke) Seite der ganzen Synagoge zugewiesen ist, während die Mär.nei die andere einnehmen! — Heft 3 des IX. Jahrgangs giebl auf S. 49—54 eine Beschreibung der neuen Synagoge in Görlitz und auf den folgenden Seiten — S- 58 eine Abhandlung über ״moderne israelitische Kultkunst“, für die prächtige Modelle von F. Horovitz-Frankfurt a. M. sowie ein Tempel Vorhang (פדינת) von A. Grünbaum־ Kassel die Unterlagen lieferten. Die fünf Megilloth übersetzt und erläutert von ־ Dr. Raphael Breuer. I. Teil; Hoheslied. Frank• furt a. M. A. J. Hofmann. XXII u. 46 S. 8° Dieser Schrift gegenüber ist meine Kritik ohnmächtig. Denn um sie zu besprechen, müsste ich zuvor ihren Inhalt angeben •'Ich lehne es aber ab, auch nur in umschreibender Stilisirung anzudeuten, welche Bilderfolge dieses Buch als Einkleidung für die Schilderung des קדש קדשים, des Verhältnisses der ״׳כינה zu כ5פר. ישראל für angemessen erachtet. Ich habe diese Schrift, die ich nicht anders denn als Verirrung!!?zeichnen kann, mit wahrem, tiefen עגשת גפש gelesen. E. B. Simon Spira und sein Sohn. Historische Erzählung. . Von Alb- Em. Brachvogel. (Fortsetzung ן Endlich kam doch der schreckliche Augenblick, wo die schwedische Infanterie am hellen Tage im Sturm mit eingelegten Spiessen gegen die spanischen Reiter über die Brücke heranrückte : Der I. August! Ein furchtbares Raufen begann, ein Morden Mann gegen Mann! Die Schweden fochten mit Ingrimm über ihre bisherigen Niederlagen, die luden mit dem Mute der Verzweiflung und dem furchtbaren Bewusstsein dessen, was ihnen, was der ganzen Stadt bevorstand, wenn sie unterlagen. Ob auch der greise Rabbi Simon auf dem Altstädter Turm brünstig betete und den Mut seiner Glaubensgenossen durch Zurufe belebte, ob auch vom Kastell des Kreuzherren-Convents und den angrenzenden Uhrmauern die Geschütze dem andringenden Feinde schweren Schaden taten, es gelang den Schweden doch, die vorderen Linien der luden zu übermannen, * die ersten ,spanischen Reiter“ auseinander pnd in den Fluss zu werfen■ Marcus Spira mit seinen tapferen Glaubensgenossen mussten, nachdem 400 derselben gefallen waren; dem Anprall der immer durch, neue Fäbnleiri unterstützten schwedischen Linien bis hart vor den-Altstädter Turm-weichen. Im Augenblicke höchster Not aber öffnete sich - des Turmes .־weisses Tor; ,das; Fallgatter ׳ rasselte'empor, und den Grafen CpUorado nebst t(ipsky •mit blanken Degen an ihrer Spitze, machten die'Studenten von Pr$rg, die Kreuzherren, vom. Meister Sternberg und die Städtihifi^h von Czerny geführt, einen Aüs'fall. Die Juden schlossen sich ituvp an *und jauchzend wurde von Brückenpfeiler zu Pfeiler döi3;׳' 'Wefle zurückgeworfen. Mit schwerem Blutvedgiessen־ war.qocW, nmal-d.ts , östliche Prag gerettet! Während der Feind ־«ich :erscW-׳pft äuLdie.' Kleinseite, zog:-war Marcus־ Spira's erfinderischer Geist aber bereits tätig, dem Feinde eine neue Schranke entgegen zu tufmen.V Er jiess, als ihm die Niederlage 'der Schweden nicht zweifelhaft war,' aus

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