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Der Sabbath · 1912-05-01 · 3 u. 4 (März-April 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
3 u. 4 (März-April 1912)
Date
1912-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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44 Der Sabbath DarcJ :OTS* T binde Von einem Vorsprung deiyjjttschen Prinzipale vor den christlichen könne keine Rede sein, da wneiner 58tündischen Arbeitszeit in einem grossen Betrieb( nur die notwendigste über Sonnabend eingelaafene Post erledigt «Alrden könne, wie Verladung, Weitergabe von Zahlongsayisen et«^(ras der Redner an einem für Hnmbnrger Verhält* nisse in FrageAqmmenden Fall darch ein Beispiel ans der Praxis erläuterte. Dass /e^wa am Sonntag eingehende Anfragen am selben Tage friedigt werden können, ist int den Oewerbe- und Kaufmannsbetiieb• gusgeschlpssen, da die hierzu notwendigen Informationen am Sonntag nicht zu ■erhalten sind. Der Hinweis des Referenten auf die völlige Sonntagsruhe in Frankfurt a. M. sollte als warnendes Bei• spiel dienen, da nier in den Sonnabend geschlossenen Geschäften das Personal nach Sonnabendausgang d. b. nach einer 24 ständigen Rnhezeit oft bis in^.die späte Naeht hinein arbeiten müsse, was vom hygienischen Sgdnj^unkte keineswegs gntgeheiisen werden kann. Durch Anmeldung der Sonnabend geschlossenen Geschäfte bei der üzeibebörde, sowie durch Kontrolle seitens der zuständigen Behörde, geler etwa zu Ögfnrchtöade Missbrauch dieser Ausnahme, zu rerbindern. Auch yne es keinem rechtlich denkenden Israeliten einfallen, eine ihm pwvährte Vergünstigung za missbrauchen, Süllen die jüdischen Angestellten ein auskömmliches Gebalt erhalten, dass sie im Stande sind, ausser ihrer religiösen Sabbatruhe auch die Senntagsiube zu ihrer geistigen und körperlichen Ausbildung zu verwerten, so nehmen Sic ihnen nicht die Arbeitsgelegenheit und bringen Sie dieselben nicht in Konflikt mit ihrem Gewissen. Reicher Beifall wurde diesen Ausführungen zu Teil. Die Ver- Sammlung war nur von Nichtjuden besucht, und die beifällige Aufnähme zeigte, dass die grosse .Mehrheit der Versammlung in Bezug auf Bekämpfung der Ausnahmebestimnung für die jüdischen Geschäfte anscheinend einer toleranteren Ansicht huldigte als der Referent Herr Schaper. Die sachlichen und vornehmen Ausführungen des •Herrn Anerbach in einer Versammlung von ca. 1500 Nichtjuden waren ein Kidusch Haschern im des Wortes wahrster Bedeu'nng. : Hamburg, ״jtfsr.Handelsstand'‘, das officielle Organ des Vereins ,iür ^fandlangg-Cftnnp von 1818, in Hamburg brachte in seiner Nr. 8 die Nach rieht*•'dass der Central-Verein deutscher Staatsbürger juil. Glaubens, glei^j, genanntem Verein gegen jede Ausnahme für jüdische Geschäfte — wie im § 4 des Entwurfs des Sonntagsruhegesetzes vorgesehen — wäre. Der Central-Verein gab mit dem aus. drücklichen Ersuchen der weitmöglichsten Verbreitung die Erklärung ah ״dass der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens niemals irgend welchen Schritt getan und nietpsls daran gedacht hat, irgend etwas zu unternehmen, das die gänzlich unrichtige Notiz in der No. י־ des Handelsstand rechtfertigen könnte“, Ueber das sonstige Verhalten des Vereins für Handlungs-Commis in Sachen der Sonntagsruhe-Bestimmungen bezw. des- § 4 etc. wird später noch zu berichten •sein. Posen. Die-Handelskammer für den Regierungs-Bezirk Posen hat nach einem Referat ihres Mitgliedes, des Bankier Loewy-Kawitsch und einem Correferat ihres Syndikus I)r. Hampke-Posen einstimmig beschlossen, wegen Entwurfes eines Gesetzes betraftend Sonntagsruhe im Handelsgewerbe gleichls utende Schreiben an den preussischen Minister für Handel und Gewerbe, den Staats-Sekretär des Reicbsamts des Innern and den Präsidenten des Deutschen Handelstages zu richten, worin es u. A. wörtlich heisst : Die Bestimmung in § 4, wonach in Betriebet^ des Handelsgewerbes, die am Sabbath und an jüdischen Feiertagen gänzlich j ruhen, Angestellte jüdischen Glaubens an Sonn- und Festtagen bis zur Dauer von 5 Standen mit der Hassgabe beschäftigt , werden dürfen, dass die Geschäftsräume für den allgemeinen Verkehr geschlossen bleiben, begrüssen wir auf das wärmste und ersuchen Euer Excellenz ganz ergebenst, für die Beibehaltung dieser Bestimmung, die unseres Wissens von anderer Seite angelochten wird״■ eintreten zu wollen. Sie kommt in zweckmässiger Weise aem Bedürfnisse derjenigen Geschäfte entgegen! deren Inhaber sich aus religiösen Gründen genötigt fühlen, «chon einen Tag in der Woche zu feiern und die jüdischen Angestellten mitfeiern zu lassen. . Da aus diesem Grunde die Gewährung der Sonntags-BeqjjjäJigang keine Bevorzugung dieser Geschäfte darstellt und dadurch auch die Interessen irgend welcher anderer Personen nicht geschädigt werden können, erhoffen wir im Interesse der in unserem Bezirk ansässigen und hier in Betracht kommenden jüdischen Kaufleute die Gesetzwerdung dieser Bestimmung. Vermischte Nachrichten. Hamburg. In dem letzten Bericht über die MonaUversammlung des Vereins jüdischer Handwerker and Gewerbetreibender in Hambarg, der im ״Hamburger Familienblatt* veröffentlicht wurde, heisst es: Ferner wird der Vorstand beauftragt, den Verbanisvorstand zu ersuchen, in geeigneter Weise darauf aufmerksam zu machen, dass in Hamburg noch ein Mangel an tüchtigen jüdischen Handwerkern in verschiedenen Berufszweigen herrsche. Die Tatsache ist richtig; wir können nur hinzafügen, dass für jüdische Handwerker, welche Schabbos nicht arbeiten, in verschiedenen Branchen gute Chance besteht, dass sie iu liambuig ihr gesichertes Auskommen finden. Voraussetzung ist natürlich neben Flei8s und Intelligenz eine gründliche Kenntnis des Faches und etwas Kapital, um sich einrichten und während der ersten Zeit über Wasser halten zu könhen. Die Hamburg-Alt-naer Ortsgruppe des Verbandes der Sabbathfreunde hat es von Anfang an als ihre Aufgabe betrachtet, jüdischen Handwerkern, die auf Heilighaltung des Sabbaths Wert legen, die Wege zn einer Selbständigmacbung zu ebnen, und auch schon gute Erfolge erzielt;־ die Ortsgruppe ist *auch weiterhin jederzeit bereit, auf Anfragen von Interessenten mit sachgemässen Ratschlägen und Aufklärungen zu dienen., Wien. Am 14. April fand die dritte ordentliche *Generalver- Sammlung des Vereins der Sabbathfreunde im Talmud-Thora Saale statt. Obmann Herr M. Felsen bürg begrüBst den in Vertretung der Kultasgemeinde erschienenen Herrn Rabbiner Kramer, sowie den von schwerer Krankheit genesenen eifrigen Förderer aller jüdischen Bestrebungen Herrn Professor M. Antscherl. Von der Verlesung des Rechenschaftsberichtes, als in Händen der Mitglieder befindlich, wird Abstand genommen und dem Vorstande das Absolütorium erteilf. Der Jahresbericht weist in den Einnahmen gleiche Ziffern aus; die Stellenvermittlung konnte erfreulicher Weise 98 Stellen besetzen gegen 68 im abgelaufenen Jahre. Vorsitzender spricht dem Kultusvorstande den Dank aus für die Erhöhung des Jahresbeitrages, als erfreuliches Zeichen der Anerkennung. Die Generalversammlung votiert Herrn Dr. Heinrich Haase den Dank für Ueberlassung seiner Arbeit für den Jahresbericht, dem Vorstandsmitglieds Herrn Nathan Pollak rotiert die Generalver- Sammlung den besonderen Dank für seine unermüdliche zielbewusste Arbeit im Dienste des Vereines. Die Herren Lamm und Be naa geben verschiedene Anregungen״ zur Förderung der Vereinsziele, welchen der Vorstand eingehende Würdigung zu3agt. Herr Abend beantragt die Gründung eines Kindergartens, in dem den Kindern schon im zartesten Alter die jüdischen Religionsbräuche gelehrt werden. Die Idee wird sympathisch begrüsst, jedoch als nicht eigentlich in den Rahmen der Vereinstätigkeit gehörig bezeichnet. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl der austretenden Herren: M. Felsenburg, W. Pappenheim, M. Nasch, G. Austerlitz, sowie der Revisoren Herren Ad. Rosentbal und Elias Weis 8. Aas der Carie der Angestellten wurden die Herren Ad. Breuer und H. Figdor in den Vorstand gewählt. Der Jahresbericht mit dem interessanten Aufsatz ״Ueber den Sabbath“ wird auf Verlangen jedermann gratis von der Vereinskanzlei Wien LL, kleine Schiffgasse 10, zugesanlt.

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