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Der Sabbath · 1912-05-01 · 3 u. 4 (März-April 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
3 u. 4 (März-April 1912)
Date
1912-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Dar Sabbath. 41 die Sabb&tblichter entzünden, wenn die Semiroth, (Sabbathlieder) ertönen, dann umfängt uns das Gefühl der alten Sabbathruhe, daun erfüllt uns der Gedanke der Gotteserwähltheit und Gottesnäbe, dann fühlen wir uns grestählt und gewappnet gegen alle feindlichen Anfeindungen und Angriffe. Doch nicht wir allein, die wir den Sabbath feiern, wollen uns dessen erfreuen; möge er doch bald wieder Gemeingut des ganzen Volkes Israels werden! Mögen sich die Worte Jesajas erfüllen, der einst die glückliche Zeit im Geiste erschaute, da ״mit jedem sich erneuernden Neumonde und Sabbathe alles Fleisch kommen werde, um sich zu bücken vor Gott dem Herrn!“ Felix Freund. Sabbath-Nachmittag auf dem Lande. Von M. K. in M. Es war ein herrlicher Sabbath Nachmittag, Das junge Volk der noch ansehnlichen Gemeinde* strömte ins Freie hinaus, an dem munter dahinfliessenden Bach hinauf dem Walde zu. Die jungen Damen zogen in ungezwungenen Gruppen dahin, umschwärmt von den Herren.; Neckende Worte und Witzreden flogen hin und her utid weckten heiteres Lachen. Ab und zu sonderten sich auch; einzelne Paare aus dem Haufen ab, die in angelegentlicher. Unterhaltung hinter den andern dahm schritten. Alle wussteu, dass diese mit einander versprochen waren, oder doch im Begriffe standen, sich das Wort für das Leben 1 zu gpben, und liessen sie ruhig gewähren. Nur einige zu allerlei Spässen aufgelegte Herren gesellten sich ab und zu zu jenen, um sie durch spöttische Heden zum Besten zu haben und die jungen Damen in Verlegenheit zu setzen. Aber diese verstanden es zu parieren und lachend mussten die Störenfriede zur Gesellschaft abziehen, um dort mit weniger gewandten Gegnerinnen anzuknüpfen. In der letzten Gruppe bemerken wir einen jungen Herrn, der ungefähr im Anfänge der Zwauziger sich be- ־ finden mochte. Man sah ihm an Haltung und Kleidung! an, dass er iu der Stadt lebte. Sein Angesicht war etwas bleich und liess durch seine durchgeistigten Züge lautlich i erkennen, dass sein Träger ein fleissiger Student war und ein gründlicher Denker und Arbeiter auf dem-Gebiete der; Wissenschaften. Seine Begleiterin eine stattliche. Er- 1 scheinung war seiner würdig. Auch sie ragte an Schönheit über den Durchschnitt hervor; sie war wissbegierig, las, soviel ihr das Hausgeschäft und die Führung der Geschäftsbücher ihres Vaters an Zeit übrig liessen, eifrig und dachte über das Gelesene nach. Sie wählte nicht allein Romane und Novellen in guter Auswahl, sondern auch Schriften ernsteren Charakters und tieferer Art.׳ Von den Klassikern hatte sie die hauptsächlichsten Werke gelesen zum Teile mit Eduard zusammen, der sife auf die Schönheiten der Dichtungen aufmerksam machte und auf die Perlen an Weisheit, die sich darin fanden, hin wies. Aber auch die jüdische Litteratur war ihr wohlbekannt. Schon während ihrer Schuljahre hatte sie gern Hebräisch ge: trieben, sie hatte am Chumesch-Unterrichte der Knaben teilgenommen und kam immer ganz begeistert-nach diesen Stunden, welche ein geistreicher, frommer und sehr gewissenhafter junger Lehrer erteilte, nach Hause. In der biblischen Geschichte begnügte sie sich nicht mit demjenigen Stoffe, den ihre biblische Geschichte bot, sondern sie las die Darstellungen im Originale in der Bibelüber- Setzung von Zunz, welche ihr Vater besass und liess so! das Bibelwort selbst mit seiner unerreichten Objektivität und Anschaulichkeit auf sich richten. Seit Eduard, ihr Schulkamerad und Jugendfreund in der Stadt weilte, zum Besuche des Gymnasiums und später der Universität, machte er sie auch mit dem Leben und Gedanken des Rabb. Hirsch bekannt und so oft er auf Ferien in das Dorf kam, brachte er ihr eines der Werke dieses grossen Mannes mit. Im Anfang war es ihr freilich schwer gefallen, den Gedankengämren dieses überwältigenden Geistes zu folgen und in seine wuchtige Sprache sich .hineinzuleben. Aber Eduards natürlicher Lehrgabe war es gelungen, sie* in angenehmer. Art einzuführen und diese in gemeinschaftlicher Geistesarbeit verbrachten Stunden hatten sowohl sie, als auch ihn mächtig gefördert. Denn sie n^hm nicht alles so oberflächlich unbesehen hin. Sie fragte; und. forschte und trug so viel dazu bei, dass auch bei ihm das VeTständnis sich vertiefte. . : י Heute Nachmittags waren nun auch sie deni Rufe ihrer Freundinnen und Genossen gefolgt.,und der EiUladüng des wunderschönen .Sabbatlmachmittägs. Denn sie sonderten sich inkeiner Weise van ihren Schulkameraden und Gemeindegenossen abj denn ־ rii.c£cten״ sie auch an Bildung vor jenen, welche durch. Anlagen, und Beruf nicht diese Gelegenheiten zur Bereicherung .ihres Geistes be■; sassen, etwas voraus■, haben, sp';'liebten sie doch ihre', gleichaltrigen Glaubensgenossen, . mit ,welchen pid immerdar im regen Verkehre standen,‘wie. dies'in den Landgemeinden in so angenehmem erhebendem- Masse der Fall zu sein pflegt. ,, ׳ •יד ■ ־:' 4 ’. . . ־ ״ Ach, es Ist ,'doch etwas .Wumlejrschones 1 um einen' solchen־ Schabbos ,aufi’dqm Lande, Jielfc Bert:•.1■1־{׳Tief Lviuard aus. ״Morgens geht; maii in Seh*l-l,1l:t‘;m zum tScfriur-'״ vortrag, macht dann Besuche bei’ ■Keb^iVV׳ ׳LöuteiS•■ dann im, Eiternhaüse, die vorzüglich. tyr»;:; f.jr.;1'?bbath.-.׳ speisen und dunn.Nach1uittag&foit uuscaar•' nlunte'non jungen Leuten ,dieser schöne Spazieriäpg>.11.1 .Vy.iesental•' zuin Wald . liinauf, wo man sich; auf deiJV" schweifendes streut,.',* ־l(ab.eo sich :V£S ,z י׳;.: q.\c ־־..91־1 9_:־• מ Sy atlj.^.' ״1g''-;1? ei^r wer־p.' » zen.vr> ‘־i .־ . so .üVfch»(^ .v*erkt3ilichk und «׳eben ic׳!?1 •Dij Star e Jir.d V es begig: et :t' 0!;; ',uni ,■ein 'Lei bri.'ter, dem snar.Ves anmen.t, er. c;01 .t'.t.bV.lh hält ür.d'’17'ar '.kommt siel' Verein-... zeit ur.d .;rbce'h ־»*׳. Woi ’ ^'1 ־׳lye icl• mit F: miben, die fromm sau., euch .’hieia Xt.ri--tii.ch setzt eis, sabbathtreuen junger»Herren'־zmar*.r .,'n, eber 1 äs־.,׳ eben alle diese nur kurzen, •schnell vöri1ber.eil6nden L't־scheinungen besägen degen den hiesigen' Sabbath, ijn dem alle Glaubensgenossen rphend' upd feiernd tbHnehmen, wo die Strässe ׳ ein ganz .verändertes Gepräge aufweist, so feierlich, so erhaben, so verschönt und veredelt durch .Männer und Frauen in Sahbathkleidern, durch hübsche Judenmädchen im $abhathsbaat, durch Mädc]1eu und Jungens, die ihre neuen Anzüge, mit selbstgefälliger'Eitel-' keit zur Schau tragen. Und alles atmet• Lust'und. Freudigkeit Behaglichkeit und Befriedigung nach den Lasten der Woche und der Aufregung der Berufsarbeit.‘ Hier im stillen Dorfe fühle ich erst reeht die ״Wonne des Sabbaths“. Und selbst die ^Tatur, die saftigen Wiesen mit ihrem Blumenschmuck, und die üppig gedeihenden Saaten scheinen zum Schabbos sich frisch gemacht zu haben. ' Die Bäume sind mit frischem Laube bedeckt, gewiss, damit den Judenmädels die-Entbehrung des Sonnenschirms nicht so schwer fällt“. ״Hah“, unterbrach Berta ihren gelehrten Freund, ״da fällt mir ein, was ich Dich schon lange einmal fragen wollte. Warum darf man denn am Schabbos keinen Schirm tragen? Das kann ich gar

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