Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 3 u. 4 (März-April 1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Der Sabbath. *die Bedrückung unverkennbar den Stempel aufgedrückt; doch der ,jüdische Sabbath“ erhielt sich im Laufe der Zeiten in seiner ursprünglichen Heiligkeit und Bedeutung, unbekümmert um Zeitströmuneen und bewahrt von der schädlichen Zersetzung des Zeitgeistes. Der 8abbath wird vom Dichter des Sabbatjis als die von Gott Israel angetraute Braut besungen, unzertrennbar mit Israel verbunden. — Israel sollte als Zeichen seiner Gottes- Auserwähltheit das Sabbathgesetz beobachten׳ und bewahren. :ב:* וכ־ן ב:• •*ט ־א ל אזר. ־־א לעלם (II. M. 31 יי). Die Welterschöpfung war vollendet., der Mensch als Krone der göttlichen Schöpfung in s Dasein gerufen. Ihn hatte Gott in seinem Ebenbilde geschaffen; ihm vor allem das gegeben_was ihn vor allen anderen Geschöpfen auszeich'nete und ihn zum Herrscher über diese erhob: den Verstand. (Aurach-Cbajim). ' Sechs Tage hatte Gott gebraucht, um das Welten- Ganze erstehen zu lassen, in 6 Tagen hatte Gott die Welt und den Menschen in# Dasein gerufen; am 7j Tage ruhte er. Daher bestimmte er den 7. Tag als Rühetag für alle Zeiten (I 2,1-s). Das erste Menschenpaar batte von Gott die Vorschrift der Sabbath-Ruhe empfangen; dann folgten als Träger dieser göttlichen Lehre Noah, Abraham und so fort bis hin *u Jakob. ״Die Nachkommen Jakobs, aber, die B'ne Israel, vergassen ihres ihnen anvertrauten Erbes. —**• Die Kinder Israel wohnten in Aegypten; sie befanden sich in drückendster Sklaverei. Der erhabene Glaube an den einigeinzigen Gott, zu dem si«ph ihr Stammvater Abraham durchgerungen hatte, wat ihnen abhanden gekommen. Sie beteten mit den Aegyptern fremde Götter an. — Da erschien ihnen Mose! Er kündigte ihnen auf Geheiss Gottes den Anbruch einer glücklicheren Zeit an, er verhiess ihnen die langersehnte goldene Freiheit. Und dijese neue, glücklichere Zeit brach bald ai^— > ' Israel befand sich unter Moses Führung auf der Wanderung: Aegypten war verlassen;!las Schilfmeer überschritten; seine Peiniger lagen auf dem Grund des Meeres. Am Berge Sinai offenbarte sich ihnen Gott und vertraute ihnen sein Heiligstes an : -Das Zehnwort.‘׳ ס0וו0ס;ו waffenfähige Männetr verpflichteten sich dort, für . sich und alle ihm Nachkommen durch ihr einmütiges צד. •:•צדע••;: ,,Wir wollen es tun und erforschen“ zur Aufsicbtnahme der göttlichen Lehre, und zur Erfüllung aller göttlichen Gebote. Eins der wichtigsten dieser‘ Gebote ist das vierte des Zehnworts. (II 20. 8 —11 : ״Gedenke des Sabbatfatages, dass du ihn heiligest. 1; Tage darfst du arbeiten und all dein Werk verrichten, aber der 7. Tag ist ein I Ruhetag dem Herrn, deinem Gotte;''da sollst du keinerlei Arbeit verrichten; weder du, dein Sohn, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh noch der Fremdling, der in deinen Toren weilt: denn in b Tagen hat Gott den Himmel und die Erde geschaffen, das -Meer und alles, was darin ist, und ruhte am 7. Tage: darum hat Gott den Sabbathtag gesegnet und ihn geheiligt•.♦ — Gott hat hierdurch dem Sabbath erst die richtige Weihe■ gegeben, ihn zu denn von ihm bestimmten Ruhe״- tage erhoben. Das geht noch aus vielen andere^ Stellen hervor. Altar- und Tempelbau (II 31 1■י) (Sabbath bewahret und die Heiligtümer ehret III 19 30 und III 2b s) Elternverehrung und Gehorsam (״Ein jedes von Euch sollet Vater und Mutter bhrfürchten, aber auch meinen Sabbath beobachten“ III 19 müssen dem Sabbath gegenüber weichen. Der Sabbath sollte das Zeichen der ,Gottesnähe in Israels seiu, und für alle Zeiten bleiben. srlel Der 2. Tempel war zerstört; Isrkel zog ins Exil, zerstreu♦, und zersprengt nnter die Vliker! Doch eins nahm es mit sich aus der Heimat.; eins blieb sein steter Begleiter — der Sabbath. Er wurde sein Heiligtum. Sechs Tage lang plagte sich der [arme Jude; sechs Tage lang arbeitete er und kämpftej unverdrossen mit den feindlichen Elementen des Lebens, um ihnen das bischen Lebensunterhalt für sich und die. Seinen abzuringen. Aber am 7. Tage, da ruhte er], mit dem 7. Tage wurde er in seinem Hause ein Fürst, ein König in seinem Reiche! 6 Tage lang ein [schwer geplagter Sklave, am 7. Tage ein Freier, ein Mensch! — Was verlieh,- so fragt jeder Fernstehende (lein armen Juden *.die Kraft, 6 Tag•- lang sich abzuipiälen und abzujagen, und was verlieh dem 7. Tage, dem Sabbath eine solch ungeheure Grösse und Heiligkeit, das!1• er, im Hinblick auf diesen selbst das Schwerste gleichmütig ertrug? — Es war die Zauberkraft des . Sabbatlts. Solange Israol diesen besitzt, kann es nicht zu Grunde gehen; der Sabbath erhält und kräftigt es i Der Verlust des Sabbaths wäre gleichbedeutend mijt dem Untergänge Israels. i Warum ist es nun in unserer Zieit so ganz anders geworden; wanim halten wir heute!zum grössten Teil den Sabbath nicht mehr? — Ist dijes eine unbedingte; Folge der Zeitereignisse geworden? Wohl kaum! Jahrtausendelang wurde der Sabbath beobachtet nnd gehütet als heiligstes Gut uni nun sollte ef uns plötzlich verloren gehen? — Nein! Nicht am Sjabbat liegt es, der etwa nicht mehr zeitgemäss ist, sodleni an uns selber. Heute, in unsern Tagen, da man daran geht, den Smniag dem Sab’balli ähnlich zu gestalten, sollte uus tler Sabbath abhanden kommen? —; Aller seiner Güter bar wurde Israel unter die Völker ^erstreut und rettete nicliis ans seinem Schifforucli als den Sabbath und fand in ihm Trost und Entschädigung für alle seine Leiden; und nun, da es uns besser gellt, sollten wir dessen nicht “hr bedürfen? — Nein! nicht ain!Sabbath liegt es, der men etwa nicht mehr zeitgemäss ist, spndern au uns selbst. — Wir selbst sind Schuld daran. Der Sabbath ist unvergänglich, ewig! Wir selbst verübten diesen Verrat an unserem Glauben, weil unserer schuellebigen Zeit das Gefühl für dieses hehre Gottesgebot abhanden gekonfmen ist; weil wir uns nicht mehr verpflichtet fühlen, alle Thora-Gebote zu erfüllen. — Solarige wir, d. 11. unsere Vorfahren, in engen Ghetto-Mauern eingedrängt leben mussten, so lange ihnen die einfachsten Menschenrechte versagt blieben, wurde der Sabbath gehalten; unter ganz an lern Entbehrungen und Opfern, als wir heute dem Sabbath zu bringen hätten. Da nqn aber die Sonne der Freiheit, der Toleranz uus leuchtet, glauben wir dem Sabbath den Rücken kehren zu nnkssen. Doch das ist falsch. Gerade unsere ZGl und diese mehr als jede andere predigt die Rückkehr zum Glauben der Väter, um peit zu steuern, den der überhand nehmenden U11 wissen immer mehr sich ausbreitendeii Ab hindern. — Darum: Zurück zur und Verfall zu Thora!; zurück jüdischen Sabbath I — Ein Judäntum ver- , ״״״ ״״״. zum ohne Sabbath gleicht einem Körper ohne — Seele. — Der Sabbath erhält es — der Sabbath ist seine Kraft. — Doch nur ein kleines Häuftejn sind wir Getreuen, die wir den Sabbath noch halten: zagt; unser ist der Sieg! doch wir sind unver- Allwöchentlich, wann am Fieitagabend, beim Scheiden der Sonne durch unsere Gotteshäuser die feierlichen Klänge des : ושמרו בד ישראל ״ אה השנהSo sollen die Kinder Israels den Sabbath hallen“ und des :והארין וכל צכאמ und Erde vollendet waren und •״ ויכלו דישמAls Himmel äll ihr Heer* hell err klingen, wann in jüdischen Häusern die jüdischen Frauen