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Der Sabbath · 1912-03-01 · 3 u. 4 (März-April 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
3 u. 4 (März-April 1912)
Date
1912-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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20 Der Sabbath. Heim Und in die eigne Wohnung bestimmt und festgesetzt. Am Gottestage aber soll und muss das in der Woche Erstrittene, Erworbene und Eingesammelte geweiht, geheiligt und verklärt werden. Nichts soll aus dem Haus- Heiligtum des Jehudi am göttlichen Weihetage, das : kleinste f>ing nicht aus seinem Besitz getragen werden, um es j wieder dept allgemeinen oder nur zu des Nächsten Besitz j 2(1 nähern, heranzutragen. Vielmehr soll im eignen Haus-! (Heiligtum alles geheiligt und geweiht werden. Aber auch von j aussen her trage er zu dem in sechs Tagen Eingeheimsi ten, in seinen Besitz Gebrachten nichts zu, bevor das in; sechs Arbeitstagen Erworbene seine Weihe und Heiligung empfangen, erhalten vom Gottestage, vom Segen und j Heiligung des siebten Tages. j Wie der Schöpfer des Alls, der Bildner aller physisehen Ginge erst durch das Segnen und Heiligen am ersten Hrfiligungstage allen Dingen und Werken, Seinen göttlidieh Stempel aufgedrückt, dieselben erst dadurch vergeistigt und veredelt hat, ja nur durch diese beiden Weiheakte, selbst Himmel und Erde erst דלאנתד Sein Werk genannt, alles in sechs Tagen Erschaffene erst durch den Segen und das Weihen am siebten Tage, als Zeugeif von der Schöpfung Gottes dastand, von der Ebenbildlichkeit Gottes in der Schöpfung uns zeugte, so dass die heilige Schrift uns von dieser göttlichen Tat berichtet: ״Und Gott vollendete am siebten Tag seine Arbeit“ die wirkliche und zwar die geistige Vollendung der physischen Welt, sie hat Gott' durch Seinen Segen und Sein Heiligen am siebten Tage vollendet und ins Dasein gerufen; so der Mensch alles, was er sich aus der physischen Welt in den sechs Arbeitstagen erworben und; erkämpft hat, an diesem arbeite er am Sabbath, um es zu vergeistigen und zu verklären; der Mensch nenne das Erworbepe erst dann sein Eigentum, sein Besitztum, wenn es erst‘ die Sabbathweihe und die Sabbatheiligung empfangen. So führt denn das Verbot von ,־!c:r.T דדצאזז am Sabbath zu demselben Ziele und Zwecke wie das ,־.וצאו־ ו־־בנסד■. von dem Sefer Thora; beide suchen und streben ' das menschliche Leben zu veredeln und zu vergeistigen. Erst so begreifen wir, warum unsere Weisen das Tragenverbot als Einleitung zu den Sabbath Vorschriften gewählt haben. Versuchen wir nun den Grundgedanken aus den mehrfachen Aeusserungen in der Thauro und bei den Propheten über das Tragen verbot zu erfassen und abzulauschen; die oben skizzierte Ursache, den obigen Grund für dies Gebot tindet man klar und deutlich wieder. Schon die erste Erwähnung dieses Verbotes in der Thora, der ganze Zusammenhang, wo und in welcher Weise dies geschieht, wie das. Verbot veranschaulicht wird, lässt auf den obigen Gedanken schliessen. In der Erziehungsschule Israels, in der Wüste, wo der himmlische Vater das physisch be-; freite Volk auch geistig und sittlich erziehen wollte, lässt! Er nun ihnen tagtäglich ein Mass Manna für jedes Haupt regnen. Tagtäglich qmpfing jeder einzelne das Nötige und Unentbehrliche, jeder war der himmlischen Gabe uni Gnade sicher. Am siebten Tag? jedoch blieb der Manna aus, hielt ,Gott seine Gabe zurück. Und der Grund dieser ‘ Enthaltung, war einzig und allein, wie die Thora uns selbst berichtet, damit Israel nicht aus dem Gemeinbesitzturne, der Wüste, in den Einzelbesitz den Manna trage; wegen des Tragenverbots blieb die himmlische Speise aus (vgl. Erubin 17b -א־* יצא ■ . אי* יוציא ק ,). Hier nun bei richtet uns das Gottes wort, zu welchem Zweck und zu welchem Ende dieses Verbot erlassen. Denn das Ausbleiben der Gottesgabe am Sabbath wird damit begründeti• *Jeder bleibe doch, wo er ist, keiner gehe ״aus seinem Orte“ (מםקומו) Ex. 10, 29. Nun wird das Tragenverbot hier mit ,אל ןצא■ niemand gehe und nicht .״ ־אל יוציאniemand führe“ aus seiner Wohnung, aus seinem Heim zum Ausdruck gebracht. Denn in der Tat, das Tragenverbot müsse den Jehudi dazu führen, dtss er am Sabbath ״bleibt, wo er ist, keiner geht aus seiner Wohnung“. Denn das in sechs!lagen Erworbene s011־ an diesem Tage geheiligt, uni geweiht werden. Das Verweilen im Hause; es ist nur die richtige Folge von dem Tragenverbot. Derselbe Gedanke drängt sich uns aber auch auf, wenn wir beachten, dass bei der Errichtung des ersten Heiligtums, wo ja sämtliche Arbeiten am Sabbath untersagt waren, doch alle diese Arbeiten kollektivistisch also zusammenfassend, erwähnt werden und nur das Tragenverbot und das Feueranstecken besonders angeführt werden. Sechs Tage lang sollte und durfte Israel alles Entbehrliche dem Heiligtum zuführen, zu Ehren des Ewigen darzubringen, damit eine Stätte erreicht werde, wovon dem ganzen Volke Heiligkeit und Weihe zuströmt und zufliesst. Nur am Sabbat wurde das Hinaustragen aus dem eignen Besitze verboten. Eben doch nur daher, weil der Jehudi die empfangene Heiligkeit zuhause im eigenen Heime über alles in sechs Tagen Erworbene und,r Errungene verbreite, mit ihr weihen und heiligen soll. Daher auch befiehlt Moses: Mau solle am Sabbat nicht Spenden aus eignem Besitze nehmen, um sie dem Heiligtum zuzufübren, zuzutragen. Soll das Heiligtum ein gottgefälliges und geweihtes sein, so müssen auch alle Bestandteile, jedes einzelne Stück, das dazu verwandt wurde, erst die Weihe, die Heiligkeit und den Segen des Gottes-־ tages empfangen, erst so wird djas Heiligtum würdig als Abbild und Abglanz von der in ihm ruhenden Heiligkeit betrachtet zu werden. i (Fortsetzung folgt.) / Momentbilder י. Reiseerlebnisse und Erinnerungen an den Delegiertentag. Ah, guten Morgen! Sie fa|11ren auch schon mit dem ersten Zug nach Hamburg?! Aber gewiss, ich werde njir doch nicht die Reden von zwei Oberrabbinern, eineifi Rabbiner, einem Oberparness und wer weiss wie viel anderen Parnossim entgehen lassen. Ich bin doch nun einmal so ein Nascher auf solche Sachen! Gehn Se! Was tu ich damit, meinen Sie, davon kommt wtft raus; wenn ich nictyt fahren müsste, ich wär wahrhaftig nicht um 5 Uhr aüs meinem warmen Bett gekrochen, hätte meine Frau aufgeweckt und das ganze Haus rebellisch gemacht. Nachmittags die Beratungen sind doch die Hauptsache. Ich bin kein Freund vom unnötigen Scbmussen.! Wie können Sie sagen, ujnnötiges Schmussen. Sie werden einen Genuss haben be| dem Rededuell. Rosenheim wird doch auch sprechen; Das ist doch kein unnötiges Schmussen. Im übrigen, wir werden uns doch sprechen, das hier ist unnötiges Schmussen*. Inzwischen rückten noch neue Männer zürn Delegiertentag, alle in ein Coupe, man batte schon vorher ein gemeinsames ״Oren“ verabredet, aber 0 Schreck, da naht ein blonder Jüngling *) Der schöne Verlauf der Hamburger Tagung hat einen geseb. Teilnehmer za der obigen, launigän Plauderei, die neben ihrem Humor und ihrer Satire doch um so Wirkungsvoller den ernsten Ton durchklingen lässt, begeistert Nachdem in voriger Nummer das Ergebnis der Tagung in sachlichem Sinne seine Würdigung fand, darf wohl auch dieses heitere Nachwort hier seinen Platz finden und auf die Qunst der Leser rechnen. Red.

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