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Der Sabbath · 1912-01-01 · 1 u. 2 (Januar-Februar 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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16 Öer Sabbath. gen in weiteren Kreisen zu wecken, das Gefühl der Zu- 'sammengehörigkeit zu erhalten and zu stärken und das Wohl der Vereine und ihrer Mitglieder zu fördern. Folgender Aufruf des Herrn Joseph Loebenstein- _ Hamburg ist der Leitung des Bundes gesetzestreuer jüd. .Tugrndvereinb zwecks Veröffentlichung zugegangen. Der dritte Delegiertentag des Bundes gesetzestreuer jüdischer (ugendvereine bat.im Anschluss an den Verbandstag des Verbandes der Sabbathfre^nde' am Dienstag, den 26. Dezember 1911 in Hambürg stadgefunden Die Verhandlungen und getroffenen Beschlüsse dieser Tagung werden die Mitglieder der angeschlossenen Vereine aus dem den Vereinen vom Präsidial-Verein zugehenden Verhand- . lungsbericht ersehen. Ein |ahr harter Pionierarbeit hat der Bund wieder hinter s|ch, die Klänge, die der Delcgiertentag bei den Teilnehmern hat i erschallen lassen, verhallen allmählich und wie zuvor verfallen die einzelnen Vereine einer Lethargie, die die gewaltige Arbeit, welche zu erledigen ist, dem Bundesvorstände überlässt Nicht mit Vorwürfen auf den Verbandstagen gegen die jeweilige Bundesleitking wird die Bundessache gefördert, und auch nur gar wenig durch eine noch so eifrisre Tätigkeit des Bundesvorstandes• Erspriessllche Arbeit känn nur geleistet werden, wenn alle Vereine, mögen sie noch' so/ gross oder klein sein, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dauernd mitarbeiten I Vermischte Nachrichten. Breslau, den 13. Januar 11112. Sehr geehrter Herr Redakteur! ן Zu dem in einer der letzten Kammer des ״Israelit“ veröffentlichten! Beschloss der Israel. Stellenvermittlnngs-Centrale, in Znku'ift die- , Vakanzenliste den Bewerbern nicht mehr direkt zugänglich zu machen, sondern nur dem Vorstande der Ortsgruppen Abdrücke der gemeldeten Stellen za übersenden, gestatte ich mir erg. zu bemerken, dass diese Regelung wohl häutig den gehegten b:zw. an sie gei knüpften Erwartungen nicht entsprechen dürfte. ן Wenn ich auch nicht daran zweifle, dass die Herren der Cen i trale b'stwillig bestrebt sind für die »□gemeldeten Bewerber die | richtigen d. h. nach ihrer Meinung passenden Stellen ans den ge-; meldeten Vakanzen auszawählen^so kann es doch leicht Vorkommen -■ wie ich ans eigener Erfahrung (weis,. dass mir Stellen bezw. Vakanzen auf gegeben wurden, die UMHtticincn Wünschen keinesfalls übereinstimmten — dass dieselben ausaen eingereichten Bcwerbnngspapieren nicht das richtige Bild des Stellaogsachenden sich zu bilden , vermögen, und deshalb auch nicht die (richtige) zweckentsprechende Auswahl der Vakanzen treffen könnnn. I Vor allen Dingen ist es die Pflicht sämtlicher angeschlossenen Vereine, einen - eingehenden Jahresbericht, einen Lehrplan, sowie einen Bericht über die Art und Weise des Lehrens!und Lern s dem Bundesvorstände zu übersenden Der Jahresbericht muss eine getreue Wiedergabe der Vereinstätigkeit enthalten Aus ihm muss die öäjtehschnittsbesuchszahl der Mitglieder zu ersehen sein, und müsljjjv!Gründe darin angegeben werden, warum die Besuchszahl bej 'jlem einen Schiur gross, bei einem andern zufriedenstellend pder gar mangelhaft ist. ob der Ort. die Zeit, das gewählte Thema, die Art des Vortrages oder der Vortragende u 's w die gegeben^ Veranlassung sind Der Bundesvorstand wird dann'ln der Lage sein, die Sache unparteiisch zu prüfen und dem betreffenden• Vereine "Ratschläge zu erteilen, sowie andern Vereinen die gesämmelteft Erfahrungen zu nutze zu bringen Jeder Verein hat dem Bundesvorstaod aufzugeben, in welchen Städten, Dörfern oder Flecken seiner weiteren L’mgegend gesetzestreue Juden wohnen, oh und wie daselbst gelernt wird, und welche Mittel zur Bildung eines Schiurs oder zur Abhaltung religiöser Vorträge daselbst zu 2 ergreifen sind. Jeder Verein hat diejenigen Rabbiner, Lehrer und Mitglieder dem Bundes-Verein namhaft zu machen, welche befähigt sind, religiöse Vorträge, für welche der Bundes-Verein evtl. Material zur Verfügung geteilt, zu halten Deratiige Berichte sind vierteljährlich dem Bundes-Vorstand cinzusenden Ohne das Selbstbe- •stimmungsrecht der einzelnen Vereine zu beeinträchtigen, erscheint cs ratsam, bei׳ wichtigen Fragen, besonders wenn sie über die lokale Bedeutung hiiausgehen, den Bundes-Vorstand um seine Ansicht zu befragen, da letzten Endes d>-r Bund für jeden Fehler der angeschlossenen Vereine moralisch aufzukommen hat Prinzipielle Fragen, sowie Fragen, die den Charakter des Vereines, auch wenn der Verein fernerhin den gesetzestreuen Standpunkt vertritt, betreffen, sollten jedesmal dem Bundes-Vorstand zur Prüfung vorgelegt werden Zwistigkeiten zwischen Bundesvereinen einer Stadt sollten dem Bundesvorstände zur Beilegung unterbreitet werden. Sobald der Lehr- und Lernvegein zu einem imponierenden Faktor des jüdischen Gemeinwesens seiner Stadt sich erhoben hat, sollte er darauf bedacht sein, auch einen ■Verein auf gesetzestreuer Basis zu bilden, der die Pflege der Geselligkeit und die profane Bildung zum Programm hat. und' der in innigster Verbindung mit dem Lehr- und lernvercin steht, etwa in der Art, dass nur active Mitglieder des Lehr- und Lernvereins dem Geselligkeitsverein angehörert dürfen Dieses ist nur ein Bruchteil der vom Bund im kommenden Geschäftsjahre mit G. H zu erledigenden Arbeiten. Mit weiteren Vorschlägen hervorzutreten, erscheint erst ratsam, wenn diese Arbeiten in ihrem wesentlichen Teile geleistet sind Zeige nun. Dh gesetzestreue jüdische Jugend, dass Du befähigt bist, im modernen Gewände Dich als gesetzestreuer Jude zu bewähren, auf (dass Du Dich vertiefest in das Studium unserer heiligen Lehre trhd zur Verbreitung derselben beiträgst Der wichtigste Faktor jeder Kulturbewegung ist die Religion, und daher steht auch noch heure das jüdische Volk in kultureller Hinsicht erhaben ’ über 'allen Nationen. Auf dass es diese seine Stellung zur Ehre des Höchsten wahre, ist es Pflicht eines jeden, sich gründlich mit unserer Religions-Literatur. vertraut zu machen und die Kenntnis derselben zu verbreiten. Ein weiterer Grund, der den in bester Absicht gefassten Be- Schluss ebenfalls nicht als zweckdienlich erscheinen lässt, liegt darin, dass mancher junger Mann, der bei Einreichung der Bewerbnngspapiere natürlich bestrebt ist eine möglichst gute Stellung za bekommen, nicht angiebt, dass er sich evtl, auch mit einer weniger guten Stelle zafrieden geben würde, wenn er merkt, dass die bei Einreichung der Bewerbung gestellten Ansprüche nicht erfüllt werden, äas der Vakanzenliste immer noch das nach seiner Ansicht für ihn passende aussuchen kann, während er so woeben• ja monatelang in der Ungewissheit leben muss, ob überhaupt seine Bewerbungen vorgelegt worden sind. Würde die Centrale dem Bewerber Mitteilung machen, wenn die Bewerbungsschreiben vorgelegt sind oder vorgelegt haben, dann wäre die ßelästigang der die Geschäftsinhaber durch doppelte Be- Werbung — direkte und indirekte seitens der Centrale — ausgesetzt sind, ausgeschlossen Nach meiner Meinung würde der Beschloss Vakanzenlisten nicht mehr za veröffentlichen die Stellenvermittlung nicht erleichtern, sondern erschweren. Alle grossen kaofm. Stellenvermittlnugsvereine geben Vakanzenlisten aus und erzielen damit gute Erfolge; weshalb sollte nun bei der isr. Stellenvermittlnngs- Centrale׳ das Gegenteil der Fall sein•■ Es ist allerdings bedauerlich, dass meist mehr Bewerbungen vorhanden sind als Vakanzen gemeldet sind, und liegt dies daran, dass die Inhaber der am Scbabbos gescblossenen Geschäfte meist nicht nur nichtfrommes, sondern sogar Christliebes Personal engagieren. Es wäre eine dankenswerte Aufgabe für den Verband der Sabbathfreunde seine Mitglieder — selbst Ortsgruppenvorsteher beschuftigen ausschliesslich Nichtjaden — zn veranlassen, bei Besetzung von Stellen fromme junge Leute mehy zn berücksichtigen; kann doch ein Mitglied des Verbandes der Sabbatbfrennde sein Interesse für die Bestrebungen dieses Verbandes nicht besser bekunden als dadurch, de8s er nur gesetzestreaes Personal engagiert. H. S. Kempen. (Posen). Am hiesigen Gymnasium befindet sich kein jüdischer Schüler, der am שבת schreibt. Von jeher ist man hier daran gewöhnt, und die UnteTrichtsstnndeneinteilung ist auch diesem Umstand entsprechend, so dass man, Dank der anerkenneswerten Toleranz der Schulleitung, nicht auf die geringste Schwierigkeit durch das Nichtschreibeu stösst, da es als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Das überaus anerkennenswerte Entgegenkommen der Gymnasialleitung gegenüber den jüdischen Schülern erstreckt sich auch dahin, dass nach Möglichkeit in der ersten Stunde am שבת christl* Religionsstunde ist, damit die jüdischen Schüler frühmorgens in einer תב־א am Gebet teilnebmen können. Eltern, welche ihre Kinder nach auswärts in die Höhere Schnle schicken und darauf bedacht sind, dass sie nicht am שבת schreiben, werden deshalb — jetzt vor Ostern, vor Beginn des neuen Schuljahres — auf das hiesige Gymnasium aufmerksam gemacht. '

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