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Der Sabbath · 1912-01-01 · 1 u. 2 (Januar-Februar 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der Küchenchef einer der grössten Berliner Stadtktichen, der der Adventistengemeinde beigetreten ist, erklärte, Samstags nicht mehr arbeiten zn wollen. Die Firma, die ihn nicht gern verlieren wollte, gab ihm einen Monat Bedenkzeit, doch der Küchenchef blieb der .Allgemeinen Fleischerzeitang“ zufolge bei seinem Entschluss nnd gab lieber seinen Posten anf, der ihm 8000 Mark jährlich ein- ׳ brachte, als dass er den Vorschriften der Sekte zuwider handelte. « * * Es ist doch eigentlich 80 erfreulich als merkwürdig, dass 80 viele spezifisch jüdische Institutionen in letzter Zeit, sei cs aus hygienischen oder sonstigen Gründen nachgeahmt oder angewandt werden. So gebt es auch mit dem früher ausschliesslich von Juden benutzten Enthaarungspulver, denn heute wird das Rasiermesser wie auch die Rasiersalons als Herd ansteckender Krankheiten, be- < sonders in Amerika und England bereits gemieden und ap seine; Stelle ist in vielen Fällen das Rasierpulvcr getreten. Es nimmt dies auch kein Wunder,, wenn ein Rasierpulver existiert, mit allen Anforderungen die man an ein modernes Präparat stellen kann. Gemeint ist das schon seit einer Reihe von Jahren in den Handel komagnide 1 Pulver der Firma S. B. v. Maarszen Frankfurt a. M. 48, welche ihre Fabrikationsräame, sowie Versandabteilung za grosser Ausdehf nung wegen nach Fischerfeldstrasse 6 verlegen musste, worauf wir besonders hinweisen. Das Pulver wird heute, wie uns versichert j wird, nach allen Gegenden exportiert, ja, splbst ans Canada kommen I Ordres in diesem Artikel, weshalb wir auch dasselbe besonders emp- < fehlen. Auch wird zur Reclame die erste Qualität bis zum Ende März zn Mk. 2.50 geliefert, [statt Mk. 3.50], um jedem Gelegenheit zu geben, einmal einen Versuch mit diesem hervorragenden Pulver zu machen. 7־,;V Anträge der Ortsgruppen für den Delegiertentag j in Hamburg.! 1. Berlin, a) Der Verbani der Sabbathfreunde Wolle dafür Sorge tragen, dass durch Prämien oder andere Unterstützungen möglichst viele Lehrlinge dem Handwerk zugeführt werden. : b) Der Delegiertentag wolle Erhebungen veranlassen, wie es j ermöglicht werden kann, dass mehr Knaben zur Landwirtschaft herj angezogen werden können.! Durch die stärkere Heranziehung der Juden zum Ackerbau I werden die Landgemeinden gekräftigt, resp. erhalten. Ein neuer; Berufszweig würde entstehen, zu dessen Betrieb nur kleinere Mittel erford.rlich wären, und der die Sabbithheiligung gestattet. Durch I genossenschaftlichen Zusammenschluss können gesicherte Existenzen ׳ geschaffen werden. c) Der Delegiertentag wolle die Ortsgruppen in Städten über j 50000 Einwohnern beauftragen, innerhalb des nächsten Vereinsjahres i ia ihrem Bezirke Arbeitsstätten für ungelernte gesetzestreue Arbeiter ' zu schaffen. 2. Rogasen. Der Delegiertentag wolle den Ausschuss verj Anlassen, des Otfteren Wanderredner zur Propaganda in die kleineren Ortsgruppen zu entsenden. 3. Nürnberg. Der nächste Delegiertentag soll in Nürnberg stattfinden. 4. Köln. . Der Delegiertentag wolle za der Frage Stellung nehmen, ob es opportun ist, mit Inhabern jüdischer Geschäfte, die am Samstag und an Feiertagen nicht geschlossen sind, in Verbindung zu treten, um in derartigen Geschäften junge Leute nnd speziell . Lehrlinge unterzubringen, die am Sabbath nicht arbeiten sollen. 1 5. Frankfurt a. M. üm das Gewissen der gesetzestreuen Firmeninhaber hinsichtlich der ausschliesslichen Anstellung«solcher; Gehilfen, die auf den Sabbath Wert legen, zu schärfen, wolle der gesch&ftsführende Ausschuss nicht nur durch Artikel im ״Sabbath“ sondern auch durch Rundschreiben an alle in Betracht kommenden Chefs von Zeit zu Zeit auf die schwierige Situation der sabbathtreuen Handlungsgehilfen hinweisen und die religiöse und moralische Ver- Pachtung der Prinzipale in dieser Beziehung nachdrücklich betonen. 6. Karlsruhea. Der Delegiertentag wolle beschliessen, in die Ortsgruppen, denen es nicht möglich ist durch eigene Delegierte sich beim Delegiertentag vertreten za lassen, zum Zwecke der Agitation [Redner zu entsenden, die über” den Delegicrtentag referieren. b. Die hierfür nötigen .Mittel bereit zu stellen. Anträge des geschäftaführenden Ausschusses. a) Der Delegiertentag wolle beschliessen, eine extra Umlage in Höbe von mindestens einer Mark, die von jedem Mitglied zu erheben ist, zur Schaffung eines Fonds zur Unterstützung junger Kaufleute während ihrer Ausbildung (im Engros- und Exportgeschäft). b) Es sollen mit den geeigneten Organisationen des Auslandes \T!rbinduugeu angeknüpft, werden, behufs Austausch tüchtiger junger Kauflente, denen Stellung und entsprechender gesellschaftliche! Verkehr hüben und drüben nachgewiesen werden soll. Die Kosten sind von den Heimatsverbänden zu tragen. c) Der Delegiertentag wolle beschliessen : Die Herausgabe einer Vierteljuhrsbeilage zum Sabbath für die Jugend nnd womöglich von der Jugend zur Stärkuug und Belebung des Sabbathgedankens in der Jngend. d) Die Mitglieder sollen anf die Bestrebungen hingewiesen werden, durch Versichernngsnahme sich Unterlagen für Erweiterung' des Personalcredits zu verschallen. Anregungen der Ortsgruppen. Breslau. Mit Rücksicht darauf, dass eine Anzahl Lehrlinge die Koufectionshranchc und verwandte Branchen, sowie Detailgeschäfre bevorzugen, grössere und mittlere Betriebe in diesen Branchen aber unter den am Sabbath geschlossenen Geschäften am Platze nicht vertreten sind, in denen eine ordnungsgemässe kaufmännische Ausbildung erfolgen könnte, haben wir uns entschlossen besonders brave und religiöse Schüler in derartigen Betrieben nnterznbringon und die Chefs von-der Zahlung einer Vergütung zu entbinden, da wir selbst den jungen Mann währen! der Lehrzeit entsprechend entschädigen. Natürlich muss der betreffende junge Mann während seiner Lehrzeit dauernd unter unserer Aufsicht bleiben, dergestalt, dass er an unsere Kreise Anschluss bat nnd insbesondere an den Sabbathen regelmässig an unseren Vorträgen teilnimmt u. s. w. Es werden sich eine ganze Anzahl geeigneter Betriebe finden, die die Ausbildung solcher Lehrlinge gern übernehmen werden, da sie keine Unkosten dafür aber mehrere Jahre eine kostenlose Arbeitskraft 'haben. Wir haben den Vorteil, dass diese jungen Leute, die geeignete Vorbildung für den Kaufmannsstand gemessen werden nnd nach Beendigung der Lehrzeit leichter unterzuhringen seiu werden als solche junge Leute, deren Ausbildung in einem ungeeigneten Geschäft mangelhaft erfolgte. Anderseits wird vielleicht auch der eine oder andere Chef gern geneigt sein, den betreffenden jungen Mann auch über die Lehrzeit hinaus zu behalten und die Freigabe des Sabbaths mit in den Kanf zu nehmen, um sich die Arbeitskraft eines tüchtigen, in seinem Betriebe bereits eingerichteten jungen Mennes zu sichern. Wir hoffen, dass diese Anregung auch unseren Schwestergruppen willkommen sein wird. Resolution. Ortsgruppe Posen. Die Posener Ortsgruppe hat mit grosser• Genugtuung Kenntnis genommen von der Verbreitung geistiger Aufklärung!der Sabbathideen, insbesendere der Sabbathvor-j Schriften in volkstümlicher Darstellung .seitens des Ausschusses; sie) veimisst jedoch Massnahmen wirtschaftlicher Art, die zur Erhaltung der Schmiras Schabbos geeignet sind. _ Berichtigung. Die auf Seite 13, Spalte 2 stehende Ausführung der Stellenvermittlungs-Centrale, ist durch ein unliebsames Versehen des Metteurs dahin geraten, sie gehört, wie der Leser leicht merken wird, auf Seite 16 unter den Artikel aus Breslau. Die Redaktion. i

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