Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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u Der Sabkath. 3. Das gilt insbesondere fär die Oehaltsfrage. In dem grossen Formular'befindet sich bekanntlich eine besondere Rabrik, in welcher der Bewerber «nzngdben bat, wie hoch sich seine Mindestfordernng beläuft |üs ist dabei ansdrücklich bemerkt, dass von der an dieser Stelle ansgefnllten Ziffer die Zentrale den Chefs gegenüber keinen fclebrauch macht, dass die Ziffer vielmehr nur zur eigenen Information der Stellenvermittlungszentrale bestimmt ist. Den Chejfs werJeUjnur die kleinen Formulare, in welchen der Bewerbe^ seinV« n 0 r 1p a 1 e n Gehaltsansprüche angibt, vorgelegt. 4. Eine Mitteilung über die Namen derjenigen Firmen, bei denen Bewerbungen vorgelegt wurden, an die Bewerber selbst ist nicht nur ans technischen Gründen schwer möglich, sondern vor allem deshalb ausgeschlossen, weil sie eine unnötige Belästigung der Geschäftsinhaber durch Rückfragen der Bewerber bedeuten würden Grade die Annehmlichkeit, ihre Entschließungen in Ruhe machen zu können, und nicht den direkten Bemühungen der Bewerber ausgesetzt zu sein, veranlasst aber die Firmen, ihre Vacanzen bei der Zentrale zu mefclen, ith Vertrauen auf deren Discretion. \ Dass, meist mehr Bewerbungen vorhanden sind als Meldüngen von Vacabzen, ist im Gegensatz zu der Meinung des Herrn Einsenders nicht nur nicht bedauerlich, sondern die absolut massgebende Vorbedingung für' jeden Erfolg der Vermittlung. Sobald die Zahl der Bewerbungen hinter derjenigen der Vacanzen zurüekbleibt, oder ,-die Zahl der Vacanzen nur unwesentlich übersteigt, ist der Erfolg der Stellenvermittlung gleich Null. Die Zahl der Besetzungen hängt ja natürlich davon ab, dass jeder eine Vacanz meldenden Firma eine Auswahl von geeigneten Bewerbern zur Verfügung gestellt werden kann. Kommen also im Durchschnitt lauf jede Vacanz nicht mindestens 2 passende Bewerbungen, sobleitt däs Vermittlungsgeschäft in der Begel resultatlos. Das punctum saliens unserer Stellenvermittlung ist dieses: Schaffet mehr passende Bewerbungen herbei! Damit soll natürlich nicht gesagt sein, dass nicht die Zahl der am rir geschlossenen Geschäfte leider einer Vermehrung dringend bedürfte — wohl aber dass der akt.u eile Mangel der Stcllenvermitlung in der geringen Zahl von Bewerbern, und nicht an der geringen Zahl der Vacanzen liegt. Was die'.letzte Anregung des oben veröffentlichte n Schreibens betrifft,-,30 wird sich der Herr Einsender ans dem I’rotiikclle des Delegiertentages überzeugen, dass die von ihm berührte Frage fortgesetzt den Gegenstand ernster Erwägunge« im Kreise de? ,Verbands der Sabbathfreunde“ bildet, und dass auch jetzt wieder »,uf Anregung der Ortsgruppe Frankfurt eine dahiagebende Action beschlossen wurde. י־ - Protokoiy^es Delegiertentages des Bundes gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine im Logenheim zu Hamburg, Hartungsstrasse, am Dienstag, den f26. Dezember 1911, nachmittags 3 Uhr. Vertreten sind: Der Bundesvorstand (durch den Vorsitzenden Pincus Plessner und den Schriftführer Dr. de Haas), ■ferner die Vereine Leschaun Limndim-Posen (durch Plessner), Montefiore-Berlin (durch Jacob Levy, Dr. Moses), Mekor Chajim-Frankfurt a. M. (durch Jacob Levyi, Machsike Thauroh-Breslau (Dr. de Haas), Mekor Chajim-Hamburg (Eliezar Loebenstein, Henry Pels, Isidor Isaac), Jüdisch ■Wissenschaftlicher Jugecdverein-Eamburg (Wolf S. Jacobson, Moses Mannheim), Chinoch Neorim- Karlsruhe (Maier Flörsheim). Herr Pincus Plessner eröffnet die Sitzung und erteilt HerrirLoebenstein das Wort. Dieser begrüsst im Namen des Mekor C’hajim die Versammlung und wünscht d||'*Perhandlungen einen gesegneten Erfolg. j Herr Pincus Plessner erteilt nunmehr Herrn Wolf S. Jacobson das Wort, welcher Namens des Jüdisch Wissenschaftlichen Jugendvereins die Delegierten bewillkommnet und ihren Arbeiten glückliches Gedeihen wünscht. Herr Plessner• Posen dankt für die Begrttssnngen und ruft auch seinerseits den Erschienenen ein herzliches ,Willkommen“ zu. Behufs Konstituierung des Büros beruft er Herrn Loebenstein-Hamburg zum Beisitzer, Herrn Jacobson• Hamburg zum Schriftführer. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird das Protokoll der letzten Tagung in Berlin durch den Schriftführer verlesen und von der Versammlung genehmigt. Der Vorsitzende geht nunmehr zur Tagesordnung über und verliest das Arbeitsprogramm, welches Ende Februar 1911 den Bundesvereinen zugeschickt wurde. Er verliest ferner ein Schreiben, dessen Zweck es war, einen innigen Zusammenbang zwischen den einzelnen Vereinen zu erzielen, und in welchem versucht werden sollte, einen ,Ueberweisungsdienst“ zwischen den einzelnen Vereinen zu erzielen, konstatiert aber zu seinem Bedauern, dass nur ein Verein (Mekor Chajim - München) auf dieses Schreiben geantwortet hat. Dr. de Haas-Posen hat sich bereit erkärt, in den einzelnen Vereinen Vorträge zu halten, ein Anerbieten, von dem leider auch nur wenig Gebrauch gemacht wurde. Plessner legt die Kassen-Abrechnung vor, welche genehmigt wird. Mai er Flörshei m-Karlsruhe bemängelt, dass auf Anfragen seines Vereines keine Ant,- worten aus Posen gekommen seien. Dr. de Haas weist darauf hin, dass die Anfragen aus Karlsruhe lediglich Tätigkeitsberichte darstellen, welche der Delegiertentagung vorzulegen sind. Isidor Isaac-Hamburg bittet die Beiträge, der mit ihren Zahlungen rückständigen ■ Vereine, möglichst bald einzukassieren. Jacob Levy- Berlin ersucht den Vorstand um Verlesung des Protokolls * der letzten ausserordentlichen Tagung, greift den Bundes- Vorstand in scharfen Worten an und betont, dass Vereine mit einer Mitgliederzahl, wie der Montefiore-Berlin, mit sich genügend zu tun haben. Er fordert nochmals eine regelmässige Veröffentlichnng der dem Bunde angeschlossenen Vereine und ihrer Lehrpläne in einem vielgelesenen, den Interessen des gesetzestreuen Judentums dienenden Blatte und bittet sich eventuell deshalb mit der ״Freien Vereinigung“ und. dem ״Sabbathverband“ in Verbindung za setzen. Plessner rügt die scharfe Aus drucks weise des Vorredners und wünscht Kritik innerhalb der Grenzen parlamentarischen Anstandes. Dr. de Haas-Posen vermisst die Grosszügigkeit im Bunde, diese darauf zurückführend, dass ein inniger Connex zwischen dem Bundes- Präsidium und den Mitgliedern der Bundesvereine fehle. Er ersucht die Vorstände,, ihre Mitglieder besser mit den Bestrebungen des Bundes vertraut zu machen, und bedauert nochmals, dass von seinem Anerbieten, Wanderreden zu halten, nur geringer Gebrauch gemacht wird. Joseph Loebenstein.wünscht im ״Sabbath“ grössere Artikel, in denen auf die Bundesarbeit wiederholt aufmerksam gemacht werden muss. Er bittet — getrennt vom Vorstände, in jedem Verein ein Mitglied zu ernennen, dessen Aufgabe es ist, die Mitglieder andauernd von den Bundeshestrebungen in Kenntnis zu setzeD. An der Debatte, betreffend das Organ, in welchem oben erwähnte Artikel erscheinen sollen, beteiligen sich Maier Flörsheim, Plessner, Louis Falle Jacob Levy-Berlin erklärt, dass der Montefiore am Bünde ein grosses Interesse habe, die Hauptarbeit müsse aber vom Präsidium geleistet werden. Das Präsidium müsse mehr von sich hören lassen. Er verliest einen Brief des von ihm vertretenen Vereins Mekor Chajim-Frankfurt a. M. und bemängelt, dass dem Berliner Montefiore-Verein auf ein langes Schreiben nach! Posen nur eine ganz kurze Aatwort eingelaufen sei.