Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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12 t>er Sabbath. pompösen Sclihelldampfers ,Auguste Victoria8 der Hambürg■ Amerika Linie unter sachkundiger Führung stattfajnd. Es , war schon 1 geworden, als man ganz erfüllt Von den gehabtep ^Eindrücken in der grossen Synagoge iam Bornplatz ,eiüwaf.' Nach dem Gottesdienste wurde jlas herrliche GoWteslfaus und daran anschliessend das netterhaute’Schulgebäude der Talmud-Thoraschule besichtigt. * Nachwort zum V. Delegiertentage. ,Die schönen Tage in Aranjuez sind am Ende״ — mit einer sinngemässen Variante dürfte dieses Dichterwort wohl einen jeden der Teilnehmer an dem Delegiertentag an dessen Schlüsse auf die Lippen getreten sein. Aber das Citat noch weiter fortzusetzen, dürfte keiner geneigt gewesen sein; ausnahmslos dürften vielmehr Alle, in welcher Stimmung immer sie nach Hambürg gekommen waren, bei der Abreise sich bekannt haben, dass sie es heiterer als bei der Ankunft ver- Hessen. Durften sie doch mit dem Bewusstsein scheiden, dass sie einer r־c;:, die im vollsten Sinne das Beiwort c־rr er*? verdient, angewohnt und an ihr mitgewirkt haben: durften sie doch das Bewusstsein mit sich fortnehmen, dass diese Zusammenkunft mehr gehalten, als sie versprach, dass sie ■ vielverheissende Keime für das Wachstum der Saat der rz5? r־־cr ausgesti־eut habe; und schliesslich durften sie ja auch der festlichen Veranstaltungen sich noch in der Nacherinnerung frepen, als wahrer ■טל דצ*ר• r,rzv. die noch über das Erlebnismoment hiriaks das Herz höher schlagen lassen. Dass es so kommen konnte, dass alles, wie am Schnürchen Äing, dass das grossausgedehnte Programm fast vollständig ohne Missklang absolviert werden konnte — der Dank dafür gebührt lediglich der Hamburger Ortsgruppe und den Herren, die in aufopfernder Hingäbe sich deren Vorstande für die Vorbereitung und Leitung der Veranstaltung schon wochenlang vorher zur Verfügung gestellt hatten. Es war daher nur ein Gebot pflichtschuldiger Dankbarkeit, wenn der Geschäftsf. Ausschuss in dem folgenden Schreiben diesen Empfindüngen Ausdruck gab: Sehr Beehrte Herren! Unter׳ dem Volleindruck des so erhebendenIpnd in allen Teilen so überaus wohlgelungenen Verlaufs urtseres Delegiertentages empfinden wir das innige Bedürfnis, unsern wärmsten Dank Ihnen gegenüber Ausdruck zu verleihen. Ist es doch nur der Hingabe, mit welcher Sie und die anderen Comitemitglieder Ihre Zeit und Kraft in den Dienst dieser Veranstaltung stellten, zu verdanken, dass unser Delegiertentag über den Rahmen einer inneren Angelegenheit des Verbandes der Sabbathfreunde hinaus zu einem Ereignisse der jüdischen Oeffentlichkeit sich erhoben hat. Auf keiner der bisherigen lagungen hat der Delegiertentag in auch nur annäherndem Masse-die offizielle Anerkennung der Gemeinde seines Tagungsortes und die offizielle Teilnahme ihrer Honoratioren sich so zu erringen gewusst, wie es dank ihrer Vorarbeit •und Leitung diesmal der fall gewesen ist. Die weihevolle Stimmung, die von der Eröffnungsfeier ausströmend, die ganzen Verhandlungen durchzog, hat Ihnen Recht gegeben, die, entgegen unserer anfänglichen Auffassung gerade von’-der offiziellen Teilnahme der Gemeinderabbiner und der Gemeirfleverwaltungsbehörden eine Hebung des Ansehens und damit aer Bedeutung unserer Verhandlungen Voraussagen zu dürfen glaubten. Haben wir als die verantwortliche Instanz des Verbandes somit allen'Anlass, Ihnen für diese Arbeit, die Sie für uns leisteten, unsern Dank zu sagen, so verpflichtet uns ein weiteres Moment dahin, diesen Dank noch um ein Wesentliches zu erweitern.? ■ "Aus mltncherlei Erfahrungen des Alltagsdienstes im Verbande heraus, hatte sich gerade in unserem Kreise eine resignierte Herabstimmung unserer Erwartungen von dem Erfolge der Tätigkeit unseres Verbandes herausgebildet, die sogar auf das Ergebnis des abzuhaltenden Delegiertentages keine allzu hohen Erwartungen zu setzen wagte. Der, fast allein auf das Conto der vorzüglichen Vorarbeit und Leitung zu setzende, unerwartet schöne Erfolg hat dieser trüben Auffassung ein Ende bereitet: wir gehen aus der Stirnmung der letzten Tage heraus mit neubelebtem Mute und neugefestigtem Vertrauen an die Arbeit unseres Verbandes und zweifein nun nicht mehr daran, dass unser Verband eine Aufgabe im Dienste unserer Religion zu erfüllen hat— und erfüllen wird. Wir wissen, dass eine wertvollere Befriedigung; als unser Dank Ihnen zu geben vermag, für Sie in der Tatsache des Erfolges unserer Tagung, den Sie vollberechtigt sich zuschreiben dürfen, gegeben ist. Lassen Sie uns daher mit dem Wunsche schliessen, dass es dem Verbände vergönnt sein möge, überall, wohin er kommt, Männer Ihres Schlages zu finden, die in gleicher Weise bereit sind, alle ihre Kräfte restlos und uneigennützig in seine Dienste zu. stellen. Wir zweifeln nicht daran, dass die Empfindungen, die hier zum Ausdruck gebracht wurden, Gemeingut ausnahmslos aller Teil nehmer an der Tagung sind, und wir möchten diesen Punkt um so stärker betonen, j als in einer kritischen Beurteilung, die der Delegiertenj tag im ,,Israelit ‘ gefunden hat, Ausstellungen an dem- | selben geübt worden sind, die sein Verlauf in keiner Hinsicht gerechtfertigt hat. ln der Geschichte der Delegiertentage des ״Verbandes der Sabbathfreunde“ wird sein fünfter einen Merkstein für vorwärts und rückwärts bilden! ' sasfcßt Vakanzenlisten und ihre Bedeutung. Von M Jacobsen in Hamburg. Auf jedem der bisher stuttgekabten Deleginrtentage ist bisher von mehreren Ortsgruppen beantragt.gewesen, die im Sabbath abgedruckten Vakanzenlistcu öfters erscheinen zu lassen, sie weiter zu verbreiten und sie so möglichst mehr als anscheinend bisher der Fall war, nutzbar zu machen. Diese Wünsche entsprangen der durchaus berechtigten Ansicht, dass die kaufmännische Stellenvermittlung das .Rückgrat der gesamten Bestrebungen unseres Verbandes bildet; gehört doch nun einmal der grösste Teil unserer Glaubensgenossen in Deutschland dem Kaufmannsstande an, und ist es da eben die Stellen Vermittlung, welche uns die Jugen'd erhält. So wünschenswert und notwendig daher weiterer Ausbau und grössere Erfolge der Stellenvermittlung wären, so müssen dennoch die Anträge von seiten der Stellenvermittlungscentrale bekämpft und dann abgelchnt werden. Es hat sich dabei gezeigt, dass über die Bedeutung der Vakanzenlisten und ihre Entstehung, sowie überhaupt über die technische Seite der Stellenvermittlung eine so grosse Unkenntnis selbst in interessierten Kreisen herrscht, dass mit Freuden der Antrag begrüsst wurde, der weitesten Oeffentlichkeit durch einen Bericht im Sabbath hierüber Aufklärung zu geben, und vor allem der Meinung entgegen zu treten, dass die Jüdische Stellenvermittlungs-C'entrale durch Geheimniskrämerei über mangelhafte Einrichtungen und schlechte Resultate hinwegtäuschen, müsse. Dieser Aufklärung sollen die folgenden Zeilen dienen. Zuerst ein kurzer historischer Rückblick. Vor ca. 30 Jahren — wie auch früher bereits im Sabbath berichtet wurde, — hatte die Not der Zeit es dr׳ngend erheischt, den jungen Leuten welche als Kaulieute Stellung sachten and Schabbos halten wollten, bei ihren Bemühungen zu Hilfe zu kommen. Nach den Anregungen, welche s. Zt. von Dr. Israel Hildesheimer מד gegeben waren, griffen einige beherzte Männer in Breslau die Idee auf, indem sie den ersten Schaumre Schabbcs Verein zum Zwecke ,der Stellenvermittlung erüffneten, das technische Verfahren war ein verhältnismässig einfaches. Die angemeldeten Vakanzen wurden sämtlich den sieh meldenden Be- Werbern aufgegeben und ihnen überlassen sich nach Gutdünken bei einigen oder allen za bewerben. War nun die Gründung des Schaumre