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Der Sabbath · 1912-01-01 · 1 u. 2 (Januar-Februar 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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10 Der Sabbath. p Umlage von Uli 1.— pro Kopf unserer Mitglieder ungefahr Mk. 5Ö0<|/— erhalten würden, könnten wir junge j Leute, die Aach» dem Urteil Sachverständiger befähigt 1 sind, in Gesclftftjn unterbringen, wo sie als Volontäre 1—2 Jahre arb^tfn *das Auslandsgeschäft kennenlernen, um dann selbst.ל ernan Engroshandel zu organisieren. Das sind nur diel Umrisse unseres Planes, die Einzelheiten müssten natüjriielf sachverständiger Leitung unterliegen. Gelingt un8 ünse*• Vorhaben in einem Jahr, dann wird es später noch leichter möglich sein. Der Gedanke muss sich weiter entwickeln, damit in Zukunft ein Stamm sabbath treuer, Elemente für den Grosshandel ausgerüstet sind und dann auch Nachfolger finden. Dr. Kahn-Mergentheim : Man kann nur eine Umlage erheben, wenn die Fundamente feste sind. In der vorgeschlagenen Form wird es uns nicht gelingen. Unsere gebefreudigen Kreise sind stark belastet. Meines Erachtens genügt auch zum Exporthandel nicht die Geschäftskenntnis, dazu gehört grosses Kapital. Wenn wir den jungen Leuten Stipendien geben, müssen wir ihnen auch eine Aufsicht setzen, dass sie nicht zu Sabbathentweihern werden. Ict^ schlage vor, von einem Beschluss abzusehen und vorerst für den Fonds, einen Aufruf im ״Sabbath“ zu erlassen. Plessner-Posen. Da es sich um eine finanzielle Belastung unserer Mitglieder handelt, erscheint der Kreis der anwesenden Delegierten für viel zu klein, denn wir tragen eine zu grosse Verantwortung. Ich pflichte den Anregungen des Vorredners 1m Uebrigen bei. Gradenwitz (Gesch.-Aussch.) Da wir sehen, dass einer Umlage Bedenken entgegensteheD, ändern wir den Ausdruck um in ״einmalige freiwillige Umlage“. J acobsen־Ha!nburg führt aus, dass in Hamburg schon zu viele junge Leute ins’Export-Geschäft strebten; das Weiterkommen sei ohne grosses Kapital sehr erschwebt. Auerbach-Hamburg hält als Inhaber eines Engros- und Exportgeschäftes den Antrag für praktisch undurchführbar. Besser wäre es, die jungen Leute für das Export-Agenturengeschüft zu erziehen. Auch komme das religiöse Moment in Frage, da ein Aufenthalt in den Uebersee-Lär^lern mit grossen Gefahren für die religiöse Standhaftigkeit verknüpft sei. Er bittet um Zurücknahme des Antrags.! Rosenheim, Ich bin mit den Vorrednern damit einverstanden, dass der Antrag, so wie er vorliegt, aicht verwendet werden kann. Es sind Dinge zusammengeworfen, die man trennen kann. Lesen Sie den Antrag einmal nur bis zu den Worten .... ״während ihrer Ausbildung. Es ist den Leuten auf dem Lande häufig sehr schwer ihre Kiuder in Stellen zu bringen, wo sie ein Fortkommen finden und in der Stadt fällt es den Kaufleuten Schwer, sabbathaltende Lehrlinge zu bekommen. Das liegt daran, dass Leute vom Lande vielfach ihre Kinder in der Stadt nicht uaterbringen können. Lehrlingsheime fehlen ja leider immer noch in den Handels- Zentren. Jedenfalls wäre die Anlegung eines Fonds zu unterstützen, der Lehrlingen während der Ausbilduugszeit Stipendien gewährt. Ich würde sehr dafür sein, den Antrag anzunehmen und die Gelder zu dem geschilderten Zwecke zu verwenden. Was nun das Exportgeschäht anbelangt, so hat Herr Moritz A. Loeb schon bei ־ der Begründung des Verbandes entwickelt, dass gegenüber anderen Geschäftssparten das Exportgeschäft hinsichtlich der Erleichterung des Schabboshaltens sehr im Vorteil ist. Es wäre daher immerhin wunschenhwert, dass wohl juage Leute im überseeischen Exporthandel ausgebildet werden. Die Bedenken des Herrn Auerbach teile ich nicht, Gerade die Gefahren für die religiöse Lebensweise sprechen dafür, dass der Verband der Sabbathfreunde die Ausbildung in die Hände nimmt. Ferner ist es sicher, dass, wenn ein junger Mann erst geschäftstüchtig ist, er auch das nötige Kapital findet. Gewiss, wenn sonst ein junger Mann mit 17 Jahren in die Welt hinausgeht, ist er sehr gefährdet. Anders aber, wenn der V. d. S. die Mittel in der Hand hat und sich die jungen Leute auswählt, dann werden solche jungen Leute draussen als gehämmerte Jehudim einen Kidusch haschem machen. Ich würde empfehlen den Antrag unter Weglassung der letzten Worte ״im Engros- und Export- Geschäft“ anzunehmen. - Dr. Biberfeld. ÖTe Herren Kaufleute haben hier meine mangelnde Sachkenntnis unterstrichen. Sie verstehen gewiss mehr von Handelsdingen als ich, aber ich habe diesen Vorschlag gemacht in dem Bewusstsein, dass wrir hier auf jeden Fall etwas positives zustande bringen müssen. Es ist eingewendet worden, dass zu einem derartigen Geschäft grosse Geldmittel gehören. Zur Etablierung eines jeden Geschäfts gehört Kapital; nur ist der Unterschied der, dass einem Kleinhändler es viel schwerer wird das Geld zu erhalten, als einem tüchtigen, fachkundigen, ausgebildeten Menschen. Wir sagen ja nicht, dass die jungen Leute Geschäfte gründen müssen, sie können ja als Vertreter sich irgendwo festsetzen. Sie haben gesagt, wer garantiert uns denn, dass der junge Mann im Auslände den Sabbath nicht entweiht. Ja, wenn Sie von, Garantien relen, wer garantiert Ihnen denn dafür, dass ein junger Mensch, der aus der Provinz nach Berlin kommt, sich religiös hält. Wir würden uns doch wenigstens unsere Leute ansehen. Redner geht auf die Schwuerigkeiten bei der Stellenbesetzung ein. Der Vorschlag des Herrn Rosenheira enthält eine eminente Gefahr. Denken Sie sich, wir schreiben eine freiwillige Umlage aus, mit dem Zwecke Lehrlingen Ausbildungsstipendien zu erteilen. Glauben Sie, es gäbe eine einzige Ortsgruppe, jdie uns nicht einige junge Leute präsentieren würde, die auf Verbandskosten ausgebildet werden sollen? Da sie selbst ihre Beiträge gegeben haben, Hesse sich das nicht zurückw'eisen, das gäbe einen ständigen Herd für Mißstimmung und Unbefriedigung, dem sich der Verband nicht äussetzen darf. Eckstein Nbg. schlägt vorläufige Zurückstellung vor, bis die Delegierten mit den Ortsgruppen darüber ן verhandelt haben. Grade witz weist diesen Vorschlag prinzipiell zurück. Dr. Schlesinger-Marburg äussert Bedenken auch gegen die Rosenheimscbe Fassung. Referendar Cohn -Altona bittet um Einschaltung des Worte ״vorzugsweise“ (vorzugsw. im Engros etc.) Nach kurzen Aeusserungen von Lazarus-Berlin, Meyer-Gelnhausen, Birkenruth-Fulda wird der Antrag mit Amendements GradelwAtz (״freiwilligen‘־) und Cohn (vorzugsweise im Engros etc.) zur Abstimmung gestellt. Es wurden von 25 Delegierten 29 Stimmen dafür und 23 dagegen abgegeben. Der Antrag ist ür der rektifizierten Fassung angenommen. Sch lass der ßeratang von Montag, abends 7'h Uhr. * * * Bericht über das Festbankett im Logenheim, Hartungstr. 9-10 am Montag, den 251. Dezember, abends 8 Uhr. Es hatten etwa 350 Personen der Einladung der Ortsgruppe Hamburg-Altona zum Festbankett Folge geleitet. Der weite Saal bot einen imposanten Anblick, besonders sah man einen Kranz von Thoragelehrten, wie

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