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Der Sabbath · 1912-01-01 · 1 u. 2 (Januar-Februar 1912) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der Sabbath Antrag Nürnberg 1 wird von Eckstein begründet, der besonders den Einfluss einer Propaganda auf die Jugend hoch anscblägt. Nach kurzen Aeusserungen hierzu seitens Plessner- Posen und Dr. Roths ch ild-Halberstadt wird der Antrag auf Empfehlung Rosenheims dem G. A. überwiesen. Antrag Nürnberg 2. wird zurückgestellt bis zum Bericht der Statutenkommission. Antrag Nürnberg 3. wird zurückgestellt bis zum Schluss. Antrag 4. Ci) 1 n. Gradenwitz erklärt namens des G. A., dass eine prinzipielle Entscheidung nicht getroffen werden könne und von Fall zu Fall im Einvernehmen mit dem zuständigen Rabbiner vorgegangen werden müsse. Nach Aeusserungen von Lazarus- Berlin und Pels-Emden gelangt folgende Resolution Rosenheim zur Annahme: Der Delegiertentag ist nicht in der Lage generell den Versuch einer Unterbringung von Lehrlingen und Gehilfen in am שכת geöffneten Geschäften zu empfehlen. Er empfiehlt vielmehr den Ortsgruppen unter Würdigung eines jeden einzelnen Falles eventuell in Fühlung mit dem Ortsrabbiner vorzugehen. Antrag 5. Frankfurt a. AI. 1. Rosen hei in. Obwohl der aktuelle Fall Nürnberg, der zu unserem Antrage die Grundlage gegeben hat, durch eine von mir mit Herrn Eckstein gepflogene Beratung erledigt ist, möchte ich die Annahme unseres Antrags empfehlen, da wir Vorbeugen möchten, dass nicht irgendwo anders eine | derartige Sonder-Stellenvermittlung entstehe. Plessner - Posen. Wenn Nürnberg eine besondere Stellenvermittlung eingerichtet hat, so muss doch : eine Notwendigkeit Vorgelegen haben. Auch wir in der Provinz Posen wollten eine Vermittlung begründen und wir können nicht in jedem Fall nach Frankfurt schreiben, sondern müssen sehen, die Stellen direkt zu besetzen. Der Antrag bindet die Ortsgruppen so sehr, dass er garnicht in der Praxis aufrecht erhalten werden kann. Kober-Breslau bittet, nachdem der Fall Nürnberg erledigt, um Zurückziehung des Antrags. Lazarus schlägt als Zusatz vor die Worte : otliziell einzurichtende. Rosenheim. Es handelt sich natürlich nur um ״offizielle“ Stellenvermittlung, die private Vermittlung kann und wird kein Mensch verwehren. Was Plessner ausgeführt hat und was von Nürnberg aus geschehen ist, ist vollständig verschieden. Wenn jemand auf Privatwegen eine Stelle nachweisen kann, so ist dagegen nichts eiuzuwenden. Hier aber ist gemeint, es darf eine Ortsgruppe nicht einen Betrieb einrichten, Formulare mit eigener Firma hinaussenden wie in Nürnberg mit dem Kopfe ״Bayrische Stellenvermittlung“. Auf diese Weise würde das ganze Elend der Kleinstaaterei eiDgeführt und unsere Centrale ist damit begraben. Diesem Missstand soll unser Antrag begegnen. Ich betrachte die Nürnberger Einrichtung wie sie ursprünglich geplant war, für einen schweren Schlag gegen die Vereinheitlichung, die wir mit grosser Mühe in der Centrale erzielt haben, und man wird dort einsehen müssen, dass man sich nicht genützt, der Sache aber geschadet hat. Nach Repliken von Plessner-Posen und L e v y- Berlin schlägt Meyer-Gelnhausen vor das , Wort ״zukünftig“ (dass es keiner Ortsgruppe zukünftig) einzufügen, wodurch die Schärfe gegen Nürnberg und Posen genommen sei. Rosen heim erklärt sich mit Zusatz Lazarus einverstanden. Schluss der Debatte. Persönliche Bemerkungen von Eckstein, Kober. Nach einem Schlusswort Rosenheims wird der Antrag Frankfurt a. M. 1 mit Einfügung des Wortes .,offizielle“ Vermittlung) angenommen. Antrag Frankfurt a. M). nehmigt. Hierauf wird Antrag des Beratung gestellt Begründung und übergrebt den Dieser Punkt ist wohl der jfes-cii.-Aussch. a) zur. Dr. Biberf jld nimmt das Wort zur Vorsitz an liosenheim : Angelpunkt unserer heutigen Tagung. Als wir unseren II. Delegiertentag abhielten, gab Herr Kommerzienrat Feist die Anregung, wir sollten die materiellen .Mittel Damals hielt ich ihm entgegen, haben, nicht durch den Aufwand unser Ziel zu fördern, sondern spruchnahme der Gebefreudigkeit für unser Ideal Arbeit leistet stehen wir vor der Erkenntnis, dieser scharfen Formel vielleicht' nicht der richtige ge* (eigene offizielle Stellen- 3. wird debattelos gedes Verbandes kräftigen, dass wir das Bestreben grosser materieller Mittel ohne wesentliche Inandes jüdischen Publikums wollten. Heute jedoch dass unser Weg nach Ivaufmann damals weit- Idealisten. Die Anforwesen ist, und der praktische sichtiger geurteilt hat, als wii derungen au den Verband erfordert einen Aufwand grösserer Mittel, als uns augenblicklich zur Verfügung stehen. Die Delegi^rtentage geben uns weit volle Anregungen, aber sie beschäftigen sielt kaum mit der Frage, wie nun für die Verwirklichung dieser Projekte die Mittel beschafft werden sollen. Wir vom Gesell -Aussch. dürfen uns das eine Zeugnis ausstellen, dass wi immer bestrebt gewesen sind, die Geschäfte so billig als möglich zu führen. Die Regiekosten unseres Verbandes sind das Minimalste was ein Verband wie der uusrige überhaupt aufwenden kam. Wenn wir jedoch heute so w־eit sind,dass wir eine Menge guter Anregungen zurückweisen müssen, weil die Geldmittel nicht־ ausreichen, so ist nicht Sclurfd daran, dass etwa die Mehrzahl der Gelder wie anderwärts für Propaganda und Agitation ausgege ten wurde, sondern wir machen sie dem Zwecke des Ganzen dienstbar. Trtftzdem müssen wir erklären, wenn wir überhaupt an die Lösung grösserer Fragen herautreten!;ollen, so muss uns die Möglichkeit gegeben werden, da5s wir es auch wagen dürfen grössere Unternehmungei ins Werk zu setzen. Auf der einen Seite ist zweifellos, dass, wenu man Gehl von der Oeft'entlichkeit habenwill, man ihr auch mit lohnenden Objekten kommen muss. Es ist erforderlich, dass wir Unternehmungen beginnen, au d&ren Gelingen es sich daun zeigt, dass unsere Absichten der Unter- Stützung wert sind. Aber wir finden nicht den Mut, solche Unternehmungen, die den Verbandי materiell beir nicht die Sicherheit 11er Finanzkraft nicht gelasten, zu beginnen, solange w haben, dass wir ihn damit in se führden. Eine solche Aufgabe, die als eine der dringliebsten erscheint, ist die, welche Der Genius loci hier in Hamburg auf dem Kontinent ist der en gi unser Antrag behandelt, der ersten Handelsstadt os- und Au,slandshandel. Wenn wir das konstatiereil, müssen wir die Frage aufwerfen, wöran liegt es, (fass die sabbathtreuen Kaufleute sich bisher nur in ganz beschränktem Masse dem Engros- und Export-Geschäft zugewendek haben r Ich will hier nicht auf die historischen Gründe eingehen. Die Tatsache wird nicht bestritten werden |können, dass der überwiegende Teil unserer Gesinnungsgenossen sich mit dem Zwischenhandel befasst. Es handelt ״־sich nun darum, mit dieser Gepflogenheit zu btechen und diese Kreise auf andere Gebiete hinzuführetf. Dass derartige weitschauende Fragen nicht im llanjlumdrehen gelüst werden können, wissen wir, aber die Notwendigkeit ist so dringend, dass es richtig erscheint, auch in kleinem Massstabe in dieser Richtung tätig zu sein. Das ist unsere Absicht, die wir verwirklichen wollen, wenn unser Antrag Ihre Genehmigung findet. Wenn wir bei einer Durchschnitts-

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