Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbath, Es kommt uns iu der Centrale vor, dass ein junger Mann einen ganz entrüsteten Brief schreibt, er habe ,sich an eineu aus der V.-L. in Erfahrung gebrachten Chef gewandt und der habe ihm geantwortet, die Stelle sei besetzt. Wir sind solchen Fällen nacbgegangen und der betreffende Prinzipal schrieb uns, die Stelle sei noch vakant, er bitte um weitere Bewegungen. Der junge Mann, der direkt an ihn schrieb, sage ihm nicht zu und er wolle überhaupt nicht von einzelnen Bewerbern belästigt werden, sondern die Freiheit haben, sich aus dem Material der Centrale den Geeigneten auszuwählen. Es kann auch Vorkommen, dass die Stelle in der Tat besetzt' wurde, ohne dass der Geschäftsinhaber es meldete, worüber die Centrale häufig zu klagen hat. Zu beachten ist doch auch, dass die Angaben in der Vakanzenliste nur ganz allgemein gehalten sein können, wenn dagegen dem Chef ein eingehendes Bewerbungsschreiben vorliegt, macht das einen ganz anderen Eindruck. Eine richtige Vermittlung, die beide Teile befriedigt, kann also nur erfolgen, wenn die Be werbung in der Central e vorliegt. Die Centrale muss die Ueberzeugung haben können, dass alle in Betracht kommenden Bewerber sich auch gemeldet haben. Sie weiden nun fragen, welchen Wert hat dann überhaupt die Vakanzenliste 1■׳ Sie soll den Bewerbern zeigen, es sind Stellen vorhanden, die wir Euch vermitteln können. Dagegen hat sie keinen individuellen Zweck, auf einzelne Stellen soll sie nicht — wie das leider immer wieder gemeint wird — aufmerksam machen. Nun habe ich mich beim vorigen Delegiertentag als Vorstandsmitglied der Stellenvermittlungszentrale bereit erklärt, bei meinen Vorstandskollegen dafür zu plädieren, dass alle 14 Tage an die grösseren Ortsgruppen Abzüge der Vakanzenliste versendet werden. Der Antrag ist denn auch in unserem Vorstande gestellt wordeu. Meine Kollegen jedoch, die praktisch in der Stellenvermittlung tätig sind und tagtäglich für die Stellenbesetzung arbeiten, haben es abgelehnt, sich neue Schwierigkeiten schallen zu lassen und neue Missverständnisse hervorzurufen. Falls der Verband der Sabbathfreunde die Arbeit und die Kosten übernehmen würde, wären die Herren vielleicht doch noch dafür zu gewinnen, ich rate Ihnen aber diesen Antrag abzulehnen und glaube Ihnen nie Gefahren deutlich genug vorgeführt zu haben. Für viel wirksamer würde ich es halteh, wenn die Ortsgruppen mit dem ganzen System der Stellenvermittlung besser vertraut gemacht würden. Die Stellenvermittlung leidet an dem Mangel an Bewerbungen. Es müssten für jede Vakanz 4 bis 5 Bewerbungen vorliegen, damit die Chefs Auswahl haben und hierdurch Vertrauen zu uns gewinnen. Eine Stellenvermittlung kann überhaupt nur richtig funktionieren, wenn die Zahl der Bewerber grösser als die Zahl der Vakanzen ist. Unser hauptsächliches Bestreben muss darauf gerichtet (!sein, die jungen Leute zur rechtzeitigen Einreichung ihrer Bewerbung zu veranlassen. Dr. Rothschild -Halberstadt: Ich kaiin meinem Vorredner nur zustimmen. Mir sagte erst kürzlich ein Chef, so oft er eine Vakanz bei der Centrale anmelde, höre er, es sei kein geeigneter Bewerber vorhanden, sobald er dann aber ein Inserat aufgebe, erhalte er stets Bewerbungen. Er wollte dataus folgern, dass es nicht an am שגת geschlossenen Stellen, sondern an שנת haltenden jungen Leuten mangele. Gerade in diesem Punkte müssen die jungen Leute aufgeklärt werden. Auerbach - Hamburg: Angebot und Nachfrage decken sich nicht in genügender Weise, das kanu ich auch aus Erfahrung sagen. Es sollten Branchelisten angefer- -tigt werden und sobald ein Bewerber vorhanden ist, für .den gerade keine Vacanz offen ist, sollte an alle Firmen aus der Branche eine Anfrage gerichtet werden, ob für Betreffenden Verwendung möglich ist. Häufig wird durch eine solche Anfrage das Interesse des Chefs angeregt und er sieht sich den Bewerber einmal näher an. Eckstein-Nürnberg: Ict habe einen gleichen Antrag vor zwei Jahren gestellt und kann nur bestätigen, was mein Vorredner ausgeführt. Ja cobse n - Hamburg: Auf Erfahrung kann ich die Ausführungen des Herrn Rosenheim unterschreiben. Es fehlen ipns auch hier in Hambürg geeignete Bewerber. Aber belehrt werden, damit sie nicht. passenden Bewerber nicht bekommen, nicht enttäuscht sind und sich trotzdem bei Bedarf Leider werden wir von den Chefs müsste einmal eine durchgreifende Vortrag oder eine Veröffentlichung ich kann Herrn Rosen- Ich stelle den Antrag, dass die Stellenvermittlungszentrale sich in einem ausführlichen Artikel im ״Sabbath־‘ über die ganze Materie ausspricht. Dr. Kahn - Esslingen : Auch heim nur voll und ganz zustimmer und bin für Vcröffentltchung seiner Ausführungen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Vakanzliste öfter irscbeinen soll, denn 1. trägt sich mancher junger Mann jnit dem Gedanken, zu wechseln und wirdj wenn er die ]Aste sieht, eher darauf aufmerksam, 2. glauben viele Lei te, es gäbe nur sehr wenige Stellen, in denen ihre ■Kimier den ,שב־ Halten können und verzweifeln daran ihren Findern den .שני erhalten zu können. Wenn die Liste regelmässig in ihre Hände gelangt, ,wird der Mut der Eltern gehoben und auch die Grund zwanzigjähriger auch die Chefs sollten wenn sie einmal den wieder an uns wenden, wenig unterstüzt. Fis Aufklärung durch einen im ״Sabbatb“ erfolgen. Rabbiner und Lehrer können an liinweisen, dass jeder den ובה vorhanden sind. Hand der Liste darauf!alten kann, da Stellen Rosenheim-Frankfurt : Die Vakanzenliste“ trägt jetzt schon den Aufdruck: ״Auskunft erfolgt nur an die Mitglieder der dem Verbände a:!geschlossenen Vereine, die bei der Centrale als stelhsucheud gemeldet sind und deren Offerten dort vörliegen.“ Wenn der Antrag־, die Stellenvermittlungszentrale zu veranlassen, die Vakanzliste häufiger zu verschicken, angenommen wird, muss in einem Zusatz deutlich gesag.t werden : Es liegt im Interesse der jungen Leute, dass alle Bewerbungen, schnellstens der Centrale zugehen. Untier dieser Voraussetzung würde ich den• Antrag meinen Kollegen erneut empfehlen, allmonatlich die Vakanzenliste nn die Ortsgruppen zu versenden. Redner wendet sich gegen die häufig unge- : bührlichen Anforderungen mangelhaft vorgebildeter Bewerber, die, wenn sie keine Stelle erlangen, dann andere gegen die Centrale aufheC&Jn. Es müsste ein F'uxen- : unterricht über die Stolienvefmittlung in den Kreisen der jungen Leute erteilt werden, damit nicht bei jeder Ent- | täuschung der Stab über die Ceitrale gebrochen werde. I Die Anregung des Herrn Auerbt ch wurde bisher schon in einzelnen Fällen befolgt. Redner will 1befürworten, j dass in Zukunft diese Rundfragen zn ständiger Praxis j werden. Es ist ein Anltag Hei ksch er-Hamburg auf j Schluss der Debatte eingelaufen. | Vors. Dr Biberfeld bittet um Zurücknahme des Antrags. Ich glaube nicht, das! sich noch Anregungen ergeben werden, aber weil die S üellenvermittlung das hervorragendste Moment bei der שמידת ת נת ist und־ uns alle , lebhaft beschäftigt, möchte ich vermeiden, dass dem Aus- : tausch der Meinungen ein Schluss bereitet wird. Der ן Antragsteller zieht seinen Antrag zurück. | Lazarus - Bernn hält die Propaganda der Zentrale für zu gering. Es musste in ständigen Anzeigen in den Tagesblättern auf ihrenVirksait keit hinge wiesen werden.