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Der Sabbath · 1912-01-01 · 1 u. 2 (Januar-Februar 1912) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
1 u. 2 (Januar-Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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b Der Sabbath. Bezüglich der 1909-10 mit M. 8737.30 aufgefübrten Mitgliederbeltr&ge ist zu erläutern, dass im Jahre 1909-10 erbebliche Kü&stände geblieben waren, die erst im Jahre 1910*11 eSnliaen. Um deD Ende 1909-10 um M. 1511.14 verminderten »Dtssenbestand wieder einigermassen auf die alte Höhe zu bringen, wurde 1910-11 durch Ausfall einer Nummer des ,.SAbbath“ eine Verringerung der Ausgaben erzielt, 80d?si iich der Kassenbestand Ende 1910-11 mit M. 2071.24 günstiger stellt. Immerhin ist aber gegen Ende 1910-11 noch eine Differenz von M. 888.21 als Minus za verzeichnen. Hierauf eröffnet der Vorsitzende die Generaldebatte zum Geschäftsbericht. Piessner-Posen beklagt den Rückgang der Mitgliederzahl. Die Rabbiner sollen zu Vorträgen in den Ortsgruppen und ebenso auch zur Gründung von neuen Ortsgruppen veranlasst werden. Rabbiner Dr. K ahn - Mergentheim : Das Abspringen von ,Mitgliedern braucht uns nicht zu beunruhigen. Es ist eine alte Erfahrung, dass ein Teil der in Propaganda- Versammlungen geworbenen Mitglieder im zweiten Jahre austritt. Das Publikum verlangt immer etwas Neues. Aucfc geschieht zu wenig in den kleineren Ortsgruppen. Das Verbandsorgan ist in einem Style und Tone gehalten, der für die iändliotoen Mitglieder zu hoch ist. Gerade in den Dorfgemeinden müsste der Verband durch das Wort mehr wirkeb. 'Rosenheim-Frankfurt a. M.: Was den Mitgliederschwand anbetrifft, so ist das eine natürliche Erscheinnng. Ein Teil der Mitglieder ist durch tüchtige Propagandaredner gewonnen worden, sobald sich bei solchen Mitgliedern dann das erste Feuer abgekühlt hat, verlieren sie das Interesse. Das ist unvermeidlich, nur müsste Ersatz geSchafft werden. Vor allem müsste dazu in den Grossstädten mehr als bisher geschehen. Es kann in den Grossstädten kein Verband mit solcher Aussicht auf Erfolg arbeiten, als der unsere. Der Sabbath ist io allen Kreisen populär, er hat einen so grossen poetischen Stimmungsgehalt, dass wenn ein geeigneter Redner spricht, genügend Mitglieder dem Verband geworben werden können. Zu solchen Versammlungen sollten alle jüdischen Gemeindemitglieder ohne Unterschied herangezogen werden. Hinsichtlich der Darlehenskasse möchte ich einige Bemerkungen machen. Die Ausführung des Projektes ist s. Zt. der Ortsgruppe Frankfurt a. M. übertragen worden.; Da deren bisheriger Vorsitzender Herr M. A. Loeb jetzt nach Berlin verzogen ist, so wäre es ratsam, wenn die Ausführung jetzt durch Berlin erfolgen würde. Ich per-! sönlich als stell vertretender Vorsitzender der Frankfurter; Ortsgruppe kann mich nicht der Herbeischaffung von j Geldern widmen, während Herr Loeb es gerne tun würde I und auch wohl in Berlin ein geeignetes Feld dafür findet. ן Dann würde die Kasse wohl bald aktionsfähig werden. ן Wegen der von meinem Vorredner erwähnten Schwierigkeiten, die ein Arbeiten für die kleinen Ortsgruppen auf. dem Lande bietet, wäre die Gründung von ProvinzialVerbänden zu erwägen. Man kann nicht von Berlin aus für die Landbewohner sorgen, das kann nur von ihnen selbst geschehen. Wie bereits in Württemberg ein Landesverband besteht, könnte auch in den übrigen Staaten und Provinzen ein solcher existieren. Den Rabbinern kann man unmöglich, wie das eine beliebte Abwälzung. ist, alle Arbeiten zumuten. Kaufleute müssen es sein, freiwillige Kräfte, die aufs Land hinausgehen. Gewiss ist es schwer die geeigneten Personen dafür zu finden, aber man muss versuchen, diesen Weg za gehen. Rabbiner Dr. Dünne r-Rogasen bemängelt Unpünktlichkeiten d£3 Bureaus. Dr. Biberfeld?teilt die Bemängelung richtig und weist darauf hin, dass 1 die Darlehenskasse ein vollständig selbständiges Institut sei. Rabbiner Dr. Dünner-Rogasen glaubt, dass die Peah-Institute die jüdischen Althändler beeinträchtigen. Dr. de Haas-Posen: Es gäbe Fälle, dass sich den Ortsgruppen Redner zur Verfügung stellten, die Ortsgruppen aber keine Versammlung wollten. Referendar Cohn-Altona: Es würde mehr Arbeit geleistet werden, wenn man die jungen Leute mehr heranziehen würde, in die Ortsgruppenvorstände müssten auch junge Leute gewählt werden. Eckstein-Nürnberg berichtet, dass von der dortigen Ortsgruppe aus jetzt Propagandaarbeit in Bayern beabsichtigt sei. j Schluss der Debatte. Geschäfts- und Cassenbericht werden (letzterer mit Vorbehalt des Richtigbefunds der Prüfer) genehmigt. Pause zur Verrichtung des .-nuc-Qebets. Dr. Biberfeld (Vors.) teilt mit, dass Herr Oberlehrer Dr. Rothschild sein als Punkt 3 der Tagesordnung angesetztes Referat zurückgestellt habe und am Dienstag Vormittag halten werde, damit Punkt 5, Anträge des Geschäftsf. Ausschusses und der Ortsgruppen jetzt behandelt werden kästen. (Text der Antr^pisiehe Seite 17). Anträge 1 Berlin Werden zurückgestellt. Zur Verhandlung gelangen die inhaltlich ähnlichen Anträge 2. Rogasen a, 5. Frankfurt Ia und 7. Halberstadt. Dr. Dünne r-Rogasen begründet den Antrag damit, dass der Sabbath zu unregelmässig erscheine und daher die Vakanzenliste beim Eintreffen keinen Wert mehr besitze. Rosenheim-Frankfurt a. M. Das Kapitel Vakanzenliste kehrt auf den Delegierten tagen immer wieder und zwar aus dem Grunde, weil über die Arbeitsmethode der Stellenvermittlungszentrale durchaus irrige Auffassungen bestehen. Es muss die Legende endlich einmal zerstört werden, als ob die Vakanzen-Liste für die Bewerber einen greifbaren Wert besitze. Au und für sich wäre die häutigere Versendung der Vakanzenliste ganz unschädlich, es darf aber nicht der Anschein erweckt werden, als ob sie eine Bedeutung für die Stellenvermittlung selbst hätte. Wie geht die Vermittlung einer Stelle vor sichP Es werden jedem Prinzipal, der eine Vakanz meldet, aus dem vorliegenden Material sämtliche in Betracht kommende Bewerbungen zugeschickt; wenn er sie als ungeeignet zurückschickt, werden ihm andere soweit es möglich ist zugestellt. Die Voraussetzung für einen richtigen Verkehr ist nun, dass jeder junge Mann, der eine Stelle zu erhalten wünscht, seine Bewerbung in 3 Exemplaren ausfertigt und der Centrale übersendet. Ein junger Mann, der darauf wartet, bis ihm eine Stelle durch die Vakanzenliste bekannt wird, hat das Wesen der Stellenvermittlung nicht erfasst. Hauptbedingung ist, wenn jemand eine Stelle sucht, dass er es sofort der Centrale mitteilt; denn sie können die Vakauzenliste alle 14 Tage veröffentlichen, und dennoch wird am Tage, wenn die Liste versendet ist, eine Steife besetzt werden, auf die sich dann 80 und soviele juuga Jakute noch nachträglich melden, oder es wird eine Vakauz'gemeldet, die, wenn die Papiere im Bureau wären, mit den Papieren sofort beschickt und besetzt wird, während der Gehilfe, der erst auf die Vakanzenliste wartet, herein• fällt. Es würde also durch die häufige Versendung der V.-L. eine ganz falsche Vorstellung hervorgerüfen werden und die jungen Leute könnten nur zu Schaden kommen*

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